Einstimmiger Beschluss
Neues Klimaschutzkonzept

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Der Pfaffenhofener Stadtrat hat in der jüngsten Sitzung grundlegende Entscheidungen zum Klimaschutz getroffen. Einstimmig verabschiedete das Gremium das städtische Klimaschutzkonzept 2.0. Darin verzeichnet ist ein Katalog von 39 umfassenden Maßnahmen, die maßgeblich dazu beitragen, dass die Stadt Pfaffenhofen bis 2035 ihren Ausstoß an Treibhausgasen auf null verringert. Das ist zehn Jahre vor dem bundesweiten und fünf Jahre vor dem bayernweiten Ziel. In einer Stadtratsklausur im Herbst 2021 hatten die anwesenden Rätinnen und Räte fünf Sofortmaßnahmen erarbeitet, die ebenfalls jetzt einstimmig beschlossen wurden.

Diese Maßnahmen, die sich auch im Klimaschutzkonzept 2.0 widerspiegeln, sollen umgehend angegangen werden: Ausbau von Strom aus Photovoltaik und Windkraft, Erstellung eines Fahrplans und Ausbau der Beratung für die energetische Sanierung von Gebäuden in einem „Kompetenzzentrum Energie“, Ausbau der Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr, die breite Verwurzelung des Themas Klimaschutz in der Öffentlichkeit sowie die Umstellung auf eine klimaneutrale Verwaltung. Der Stadtrat will sich künftig einmal im Jahr zu einer Klimaschutzklausur treffen, bei der die Fortschritte beurteilt und an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden.

Bürgermeister Thomas Herker bezeichnete den Klimawandel als die größte Herausforderung, vor der die Welt steht: „Wir sind vielleicht nur ein kleines Flämmchen, das seinen Beitrag zur Erderwärmung leistet. Trotzdem müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen und unseren Ausstoß an Treibhausgasen auf null zurückfahren. Wir können dazu nicht auf übergeordnete Vorgaben vom Bund oder vom Freistaat warten. Wir müssen Druck nach oben ausüben und zeigen, es geht!“

Andreas Herschmann, der Referent für Nachhaltigkeit, Energie und Klimaschutz, sieht die Entscheidung für das Klimaschutzkonzept als historischen Schritt: „Mit dem Beschluss zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2.0 zeigt der Stadtrat Verantwortung mit einer enkeltauglichen Politik auch für künftige Generationen ein lebenswertes Pfaffenhofen zu erhalten und einen Mehrwert unter anderem durch Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.“

Um die Brisanz des Themas vor allem für die junge Generation zu unterstreichen, waren auch Vertreterinnen und Vertreter des Jugendparlaments zur Sitzung gekommen. Sie begrüßten die Erstellung des Klimaschutzkonzepts 2.0 und wiesen darauf hin, dass Klimaschutz als eine „Querschnittsaufgabe“ zu sehen sei. Vor allem klimafreundliche Stromerzeugung und Mobilität ist den Jugendvertretern ein Anliegen. Auf Anregung des JuPa hatte der Stadtrat im November 2019 den Klimanotstand ausgerufen.

Das Klimaschutzkonzept 2.0 wurde mit dem renommierten Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) entwickelt. An der Entstehung waren neben der Stadtverwaltung lokale Interessengruppen und Fachleute beteiligt. Es beinhaltet eine Analyse des Ist-Zustands in Pfaffenhofen und zeigt darauf aufbauend konkrete Handlungsmöglichkeiten, den Ausstoß von Treibhausgasen zu beenden, inklusive der jeweiligen Auswirkungen und der dabei entstehenden Kosten.

Dabei werden sieben Strategien verfolgt, nämlich verpflichtend klimaneutrale Neubauten, die Unterstützung der Bürger bei der klimafreundlichen Sanierung ihrer Gebäude, klimafreundliche Wärmeversorgung, Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien, klimafreundliche Mobilität und eine klimaneutrale Verwaltung im Jahr 2030 als Vorbild in der Stadt. Grundlegend ist es, die Bedeutung des Themas Klimaschutz allen Bürgerinnen und Bürgern zum Anliegen zu machen, diese gezielt anzusprechen und ihnen Anregungen zu geben, selbst tätig zu werden.

Vertreter aller Stadtrat-Fraktionen lobten das Konzept als gut strukturiert und geplant. Deshalb konnte das Gremium dem Grundkonzept einstimmig über alle Fraktionen hinweg ohne Einschränkungen zustimmen. Manches Detail wird im Zuge der Umsetzung noch separat diskutiert werden.

Das Klimaschutzkonzept 2.0 ist die Fortschreibung des städtischen Klimaschutzkonzepts, das die Stadt bereits seit 2013 umsetzt. Es bildet eine der beiden Säulen im Pfaffenhofener Klimaplan 2030. Dieser beinhaltet auch das Klimawandelanpassungskonzept, das Maßnahmen enthält, die Auswirkungen des bereits jetzt nicht mehr zu bremsenden Klimawandels abzumildern.

Autor:

PAF und DU Redaktion aus Pfaffenhofen

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