Geschichten aus dem Rufbus "Linie Nacht" – Zwei Ehrenamtliche im Interview

Julia und Fedor Stanglmayr in einem der beiden gestifteten Rufbusse der Linie Nacht vor dem Utopia.
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Die Straßenhelden Julia und Fedor Stanglmayr erzählen von ihrem nächtlichen Hobby

37 Fahrer und Beifahrer sind regelmäßig am Wochenende im Rufbus für die Jugend Pfaffenhofens unterwegs. Im Moment könnte das langjährige Projekt der Stadtjugendpflege Pfaffenhofen neue Ehrenamtliche gebrauchen.

Es werden einige FahrerInnen und BeifahrerInnen für Freitag und Samstag zwischen 19 und 23 Uhr bzw. zwischen 23 und 3 Uhr gesucht. „Nur mit einem großen Pool an Fahrern und Beifahrern lässt sich ein reibungsloser Ablauf mit jeweils zwei Bussen je Schicht von der Rufbusfamilie stemmen“, erklärt Christoph Höchtl, Leiter der Stadtjugendpflege, den Grund für die Suche nach neuen „Straßenhelden“.

Vor rund einem Jahr hat die Stadtjugendpflege über die Rufbusfahrer der Familie Knaus berichtet. Jetzt stellt sie mit Julia und Fedor Stanglmayr ein weiteres Team vor, das sich einmal im Monat entweder Freitag- oder Samstagnacht die Zeit zum Rufbusfahren nimmt und mit Können, Charme und Witz für mehr Sicherheit und Mobilität sorgt:

Julia Stanglmayr war von 2011 bis 2013 im Jugendparlament Pfaffenhofen und wurde damals vom Rufbusmanager und Stadtjugendpfleger Christoph Höchtl gleich zu Beginn ihrer Amtszeit rekrutiert. Seitdem ist sie eine aktive Beifahrerin und hat nach kurzer Zeit gleich noch ihren Vater Fedor Stanglmayr als Fahrer mit in den Bus geholt.

Nach einem nächtlichen Einsatz werden bei einem gemeinsamen Familienfrühstück dann die neuesten Storys aus dem Rufbus, meist unter großem Gelächter, erzählt. Und natürlich wird berichtet, ob z.B. der persönliche Highscore in Sachen gefahrene Kilometer geknackt wurde!

„Besonders witzig sind die regelmäßigen Horden topgestylter Mädels, mit hohen Schuhen, die sämtliche Düfte des Orients verbreiten und um den Rufbus zu erreichen mindestens einen 800 Meter Sprint hinter sich gebracht haben und dann schwitzend und schnaufend im Bus ankommen. Bis zu ihrem Fahrtziel jedoch ist ihr Blutdruck wieder normal und die Party kann beginnen“, erzählt Julia und fährt fort:

„Oder auch vor kurzem eine Gruppe Jungs, die gespannt auf den nächsten Fahrgast warteten und sich von Herzen wünschten, dass an der nächsten Haltestelle ihre Traumfrau in den Rufbus schwebt. Bis dahin wurde über Traumkörper mit Traummaßen und Traumcharakter heftig diskutiert. Scheinbar entsprachen die Damen dann doch nicht den Vorstellungen der jungen Männer, denn ihr Gespräch endete abrupt, als diese kurze Zeit später zustiegen“, lacht Julia.

Doch wie fühlt es sich an, wenn man um kurz nach 23 Uhr zum Schichtwechsel aus dem Utopia geht? „Geschafft!! Zwar hat man nach vier Stunden im Rufbus schwere Beine, aber die Freude darüber, wieder etwas geschafft zu haben, überwiegt“, erklärt Fedor.

Zum nächtlichen Hobby der Stanglmayrs äußern sich ihre Freunde sehr positiv, fragen sie beim nächsten Treffen über ihren letzten Einsatz aus und sind rundum begeistert. Sie überlegen sogar, selbst als Rufbusfahrer tätig zu werden!

„Gerade im Winter kostet es Überwindung spät abends in die Kälte zu gehen. Jedoch überwiegt die Vorfreude auf lustige Fahrgäste, interessante Strecken und eine Flasche Spezi, die es schafft, dass wir bis drei Uhr morgens gutgelaunt durchhalten“, beschreibt Fedor seine Motivation, um halb elf Uhr abends zur Spätschicht vom Sofa in den Rufbus zu wechseln.

Doch wie gut lässt sich ein „Dienst“ als Straßenheld eigentlich in den eigenen Alltag integrieren? Beide Ehrenamtlichen sind sich einig: Das geht gut und statt als Couchpotatoes vor dem Fernseher zu sitzen, sorgen sie lieber einmal im Monat für mehr Mobilität und Sicherheit für die Jugendlichen!

Es ist schwer einem Außenstehenden zu erklären, wie es sich anfühlt als Rufbusteam nachts durch Pfaffenhofen und Umgebung zu tingeln, doch fast alle sind sich einig: Es ist einfach nur witzig, ist eine gute Sache für die Jugend Pfaffenhofens - und man beteiligt sich persönlich an seiner Stadt und man gestaltte sie mit.

Oder auch mit den Worten der Stanglmayrs: „Es is einfach guad!“

Am Montag, 15. April, um 19 Uhr gibt es im Jugendkultur- und Medienzentrum Utopia am Bistumerweg wieder einen unverbindlichen und kostenlosen Workshop übers „Rufbusfahrertum“.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, unangemeldet vorbei zu kommen oder im Utopia unter Tel. 08441 1206 anzurufen. In einer Stunde kann man dort alles Wichtige zur Entscheidungsfindung erfahren.

Autor:

Rufbus - Linie Nacht aus Pfaffenhofen

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