Städtische Galerie
Kunst auf vier Rollen

Zahlreiche Interessierte kamen zur Vernissage der Skateboarding-Ausstellung.
 | Foto: Sebastian Daschner, Stadtverwaltung
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Ausstellung „A very modest proposal“ eröffnet

Am vergangenen Wochenende ist die Ausstellung „A very modest proposal – Kultur des Skateboarding“ in der Städtischen Galerie eröffnet worden. Zahlreiche Interessierte und Mitglieder der lokalen Szene waren gekommen, um diese sehenswerte Ausstellung zu erleben.

Kulturreferent Reinhard Haiplik eröffnete gemeinsam mit dem Kurator Peter Schleibinger die Ausstellung. Dabei machte Haiplik einen Exkurs durch die Geschichte des Skateboarding, von den Anfängen in den 50er-Jahren über den ersten großen „Hype“ in Zusammenhang mit der Surfer-Szene Kaliforniens in den 70er-Jahren bis hin zur Adelung als olympische Disziplin und angesagter Trendsportart mit hohen Verkaufsumsätzen und entsprechender Vermarktung. Er schilderte auch die Entwicklungen in Pfaffenhofen, seit die Welle in den 80er-Jahren in die Kreisstadt schwappte. Nach Jahren auf der Straße – der Busbahnhof war damals unter anderem ein beliebter „Spot“ – fand die mittlerweile sehr gewachsene Szene 2010 Zuflucht in der Skatehalle.

Mit einem Zitat mit Slang der Pfaffenhofener Skater endete Haipliks Einführung. In der Jugendsprache sei vielleicht ein letzter Rest der ursprünglichen Haltung bewahrt: „Der Legende nach haben jene mit dem meisten Swag schon mal die Gymnasium-Stufen mit 'nem boneless grip oder die stairs zwischen dem Haus der Begegnung und dem Müllerbräusaal mit 'nem Ollie übel violated.“

Kurator Peter Schleibinger war bei der Zusammenstellung der Ausstellung, die vor Originalität nur so sprühe, wichtig gewesen, die Entwicklung der Skateboard-Kultur aus dem Geist des Selbermachens, der Kreativität und auch der Rebellion gegen den „Mainstream“ zu betonen. Eine echte Jugendkultur, die seit nunmehr Generationen besteht. Erst durch die Verbindung dieser Aspekte zu einem Lebensstil entsteht diese ganz besondere Mischung aus Sport, Design, Mode, Handwerk und Kunst. Die zunehmende Vermarktung drohe auszulöschen, so Schleibinger, was die Bewegung eins auszeichnete.

Die Ausstellung folgt diesem Weg. Zu sehen sind unter anderem besondere Skateboards, allesamt Leihgaben von Sammlern. Glanzstück ist sicherlich das selbst gebaute Board aus den 50er-Jahren, mit Ton-Rollen und auseinandergesägten Rollschuh-Achsen. Der Do-it-Yourself-Gedanke wird außerdem in der präsentierten Arbeitsstation deutlich: Zu sehen ist eine mobile Skateboard-Presse, die Schleibinger selbst entworfen und gebaut hat und die es ihm erlaubt, eine kleine Serie an handgemachten Decks herauszugeben. Im Laufe der Ausstellung wird Schleibinger dies auch in einigen Workshop-Terminen demonstrieren. Zwölf dieser Decks sind von regionalen Künstlern gestaltet, die alle mehr oder weniger in Kontakt mit der Skateboard-Kultur stehen. Vertreten sind dabei die unterschiedlichsten Techniken, von abstrakter Kunst über Illustration zu Graffiti, von Ölmalerei über Brandmalerei bis zur Assemblage.

Die Ausstellung kann noch bis 12. Oktober besucht werden. Die Städtische Galerie im Haus der Begegnung ist von Montag bis Donnerstag von 13.30 bis 17 Uhr, Dienstag und Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Workshops und Vorführungen:
Begleitend zur Ausstellung gibt es außerdem Workshops und Vorführungen durch Peter Schleibinger, bei denen man selbst ein Skateboard gestalten oder die Herstellung eines Boards erleben kann:

Dienstag, 9. September: Ab 14 Uhr gibt es die Möglichkeit beim Pressen eines Skateboard-Rohlings mitzuwirken.
Samstag, 13. September: Ab 14 Uhr wird der zuvor gepresste Skateboard-Rohling zugeschnitten und geschliffen.
Sonntag, 14. September: Kinder können ab 14 Uhr ein „Ausmalskateboard“ mit Pinsel und wasserverdünnter Siebdruckfarbe gestalten.
Samstag, 19. September: Ab 13 Uhr Schablonen werden gemeinsam geplottet und anschließend wird die Grafik auf dem Skateboard-Rohling aufgebracht.

Am letzten Wochenende der Ausstellung, 11. und 12. Oktober ist der Kurator ebenfalls anwesend.

Nähere Informationen zur Ausstellung gibt es unter pfaffenhofen.de/staedtische-galerie.

Zahlreiche Interessierte kamen zur Vernissage der Skateboarding-Ausstellung.
 | Foto: Sebastian Daschner, Stadtverwaltung
Lokale Künstler gestalteten Skateboards. | Foto: Sebastian Daschner, Stadtverwaltung
Autor:

Kulturamt Pfaffenhofen aus Pfaffenhofen

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