Willihard Kolbinger feiert 90. Geburtstag
- Foto: Bürgermeister Thomas Herker und Markus Käser zu Besuch beim Jubilar.
- Foto: Lena Schwärzli, Stadtverwaltung Pfaffenhofen a. d. Ilm
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Am 9. Oktober feierte Willihard Kolbinger seinen 90. Geburtstag. Die herzlichsten Glückwünsche dazu überbrachte Bürgermeister Thomas Herker in Begleitung des SPD-Ortsvorsitzenden Markus Käser. Der Jubilar hat über viele Jahre die Kommunalpolitik in Stadt und Landkreis prägend mitgestaltet. Von 1966 bis 1990 gehörte er 24 Jahre lang dem Pfaffenhofener Stadtrat und dem Kreistag an. Ab 1972 war er 18 Jahre lang städtischer Kulturreferent und in zwei Wahlperioden zweiter Bürgermeister der Kreisstadt. Kolbinger setzte sich für verschiedenste Projekte ein, u.a. für die Umgestaltung der alten Mädchenschule zum Haus der Begegnung und die Ausrichtung der großen 550-Jahrfeier 1988. Auf seine Initiative gehen auch die Reihe der Rathauskonzerte seit 1986, die Anschaffung des Steinway-Flügels für den Festsaal oder das 1976 gegründete Sportgremium zurück. 1991 wurde Willihard Kolbinger für seine besonderen Verdienste mit der goldenen Stadtmedaille ausgezeichnet. Vom Kreis erhielt er die Silbermedaille, von der SPD deren höchste Auszeichnung, die Willy-Brandt-Medaille.
Vom Bayerischen Wald über Kelheim und München nach Pfaffenhofen
Kolbinger wurde 1936 in Hauzenberg im Bayerischen Wald geboren. Auf die Frage, wie er nach Pfaffenhofen kam, antwortete er: „Meine Geschichte ist eine bayerische Geschichte.“ Schon als Kind kam er nach Kelheim, von dort aus an die Wirtschaftsoberrealschule in Regensburg und in München studierte er schließlich Wirtschaftspädagogik und schloss sein Studium als Diplom-Handelslehrer ab. Anschließend zog er mit seiner Frau Erika 1962 nach Pfaffenhofen. Die Familie erzog vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter. 1973 baute Willihard Kolbinger auf einem Erbpachtgrund sein Wohnhaus, vieles mit eigener Hand.
Über vier Jahrzehnte im Schuldienst
Seine berufliche Laufbahn begann er in München, anschließend arbeitete er für drei Jahre an der Berufsschule in Pfaffenhofen. Als an der Schrobenhausener Berufsschule eine Berufsaufbauschule gegründet wurde, wechselte er dort hin. Er unterrichtete 31 Jahre lang neben Wirtschaftsfächern auch Englisch, Geschichte und Sozialkunde; 1978 wurde er Schulleiter. 1996 kehrte er in gleicher Funktion an die Berufsschule der Kreisstadt zurück, zu der auch die Berufsoberschule Scheyern gehört. Seit 2001genießt Willihard Kolbinger seinen Ruhestand in „Pfäfftown“, wie viele Schüler es nannten.
Engagement für Stadt und Landkreis
Auch als Autor verschiedener Veröffentlichungen hat er sich um seine Wahlheimat verdient gemacht. In den letzten Jahren seines kommunalpolitischen Wirkens schrieb Kolbinger insbesondere das akribisch recherchierte „Pfaffenhofen a.d.Ilm. Eine politische Geschichte der bayerischen Kreisstadt 1945–1996“. Das Buch reicht vom demokratischen Neuanfang in Stadt und Landkreis nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Arbeit der Stadtparlamente fünf Jahrzehnte danach und gilt bis heute als das maßgebliche Nachschlagewerk zur Kommunalpolitik. Von 1998 bis 2017 hatte Kolbinger das Amt des Kreisarchivpflegers inne und wachte darüber, dass wichtige Dokumente für die Nachwelt erhalten blieben. Mit seiner Kolumne „Mein Kulturstreifzug“ im Pfaffenhofener Kurier begleitete er zudem das kulturelle Leben der Stadt. Kolbinger erzählt, die Leidenschaft für Musik habe ihm sein Vater als Familienerbe mitgegeben. Der Jubilar selbst spielte lange Zeit nur für sich Cello und Klavier. Im Wohnzimmer steht ein Flügel, an den Wänden hängen unzählige Kunstwerke, denn auch Kunst schätzt er. Heute freut sich der Jubilar vor allem darüber, dass er in seiner Familie einen zweijährigen Urenkel hat.
Autor:Bürgerservice Pfaffenhofen aus Pfaffenhofen |
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