Die „Ilmtaler“ feiern runden Geburtstag
„Treu dem alten Brauch“

Fahnenweihe im Jahr 1952 vor der Knabenschule (heute Josef-Maria-Lutz-Schule) | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
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  • Fahnenweihe im Jahr 1952 vor der Knabenschule (heute Josef-Maria-Lutz-Schule)
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Die Verbindung von Mundart, Brauchtum und Laienspiel ist seit 100 Jahren charakteristisch für Trachtenvereine und ebenso prägend für die Geschichte des Pfaffenhofener Trachtenvereins „Ilmtaler“. Vor 100 Jahren leitete ein Auftritt von fünf Schuhplattlern im Kramerbräusaal die heimische Trachtenpflege ein.

Gründungsimpuls anlässlich einer Theateraufführung
Die Erhaltung der Gebirgstracht erfuhr im ausgehenden 19. Jahrhundert durch Prinzregent Luitpold starke Impulse, der als Anhänger dieser Tracht im Jahr 1896 einen großen Umzug mit Varianten aus ganz Bayern initiierte. Dabei wurde auch die heimische Tracht unserer Region gezeigt. In Pfaffenhofen brachte eine Theateraufführung der in den 1920er-Jahren aktiven Gesellschaft „Gemütlichkeit“ den ersten Impuls. Anlässlich eines Spielabends im Jahr 1926 gaben fünf Männer eine Schuhplattlereinlage und gründeten kurz darauf den Schuhplattlerverein „Die lustigen Ilmtaler“. Hans Schmid als Vorstand und Xaver Neufeld als „erster Plattler“ förderten unter dem Motto „Treu dem alten Brauch!“ zunächst die Erhaltung der Gebirgstrachten, richteten den Blick aber zunehmend auf den Erhalt der heimischen Tracht, die durch das Sammeln alter Trachtenstücke bewahrt werden sollte.

Prächtige Fahnenweihe im Jahr 1928
Anlässlich des 3. Donaugaufestes der Gebirgstrachtenerhaltungsvereine richteten die „Ilmtaler“ im Juni 1928 mit einem zweitägigen Fest in Anwesenheit zahlreicher auswärtiger Vereine ihre Fahnenweihe aus. Triumphbögen und Fahnenschmuck bildeten den feierlichen äußeren Rahmen. Anliegen der „Ilmtaler“ war der Erhalt der guten alten Sitten und Gebräuche: „Was unsre Väter ehrten, sei uns heilig, so lang vom Himmel strahlen Weiß und Blau!“ lautete ihr Leitmotiv.

Neubeginn nach 1945 und ein gelungener Volksfestauftritt
Mit dem Neubeginn des Vereinswesens nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) erwachten auch wieder die Aktivitäten der „Ilmtaler“. Das Bewusstsein für die alte Tracht sollte geschärft, neue Mitglieder geworben werden. Auf einem Heimatabend anlässlich des Volksfests 1951 zeigten die Trachtler unter ihrem Vorsitzenden Xaver Neufeld altbayerische Tänze und ein Haberfeldtreiben, bei dem Vereinsmitglieder vermummt, begleitet von Glocken und Kuhschellen, durch das Volksfestzelt zum Podium zogen und auf der Bühne Missstände in Pfaffenhofen amüsant vortrugen.

Große Feste und Fahnenweihe 1962
Ein Riesenerfolg war das große Trachtenfest im Juli 1952, als die „Ilmtaler“ ihr 25-jähriges Bestehen feierten. Unter der Beteiligung zahlreicher Gastvereine hielt man eine Feldmesse und zog durch die Stadt, mehr als 12.000 Zuschauer säumten die Straßen. Dabei beteiligten sich auch Gruppen der Heimatvertriebenen, die ab 1946 nach Pfaffenhofen gekommen waren und mit den traditionellen Trachten ihrer Heimat auftraten. Zehn Jahre später bildete die Weihe der neuen Fahne der „Ilmtaler“ ein herausragendes Ereignis. Während die älteren Mitglieder damals die heimische Tracht bevorzugten, war die Gebirgstracht mit der „Kurzn“ bei der Jugend beliebter, da sie besser zum „Plattln“ geeignet ist. Bis heute setzen die „Ilmtaler“, die Intention der Vereinsgründer fort und sind bei ihren Veranstaltungen und Auftritten stets ein Blickfang.

Andeas Sauer, Stadtarchivar

Fahnenweihe im Jahr 1952 vor der Knabenschule (heute Josef-Maria-Lutz-Schule) | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Aufnahme vom Trachtenfest 1952 | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Familie in alter Tracht (Ende 19. Jahrhundert) | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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