Aus dem Stadtarchiv
Lesen und schreiben in der Stadt: Pfaffenhofener Publizisten im 19. Jahrhundert
- Titelseite des „Glaukesoptron“ aus dem Jahr 1819
- Foto: Stadtarchiv
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Das 19. Jahrhundert schuf durch umfassende Bildungsreformen die Möglichkeit, dass die Bevölkerung einen besseren Zugang zu Büchern erhielt. Der 1824 gegründete Pfaffenhofener Leseverein leistete hierzu mit seiner aus mehreren hundert Bänden bestehenden Bibliothek für die Stadt einen wichtigen Beitrag. Einige in Pfaffenhofen lebende Bürger veröffentlichten damals Arbeiten zu ganz unterschiedlichen Themen.
Die Publikationsreihe eines Geistlichen
Leopold Furtmayr (1779–1829) aus Pfaffenhofen, Spitalbenefiziat in seiner Heimatstadt, gab von 1815 bis 1819 eine Publikationsreihe heraus, in der er belehrende und satirische Texte veröffentlichte. Unter anderem druckte er in seinem „Glaukesoptron“ („Eulenspiegel“) einige seiner in der Altenstadt-Kirche gehaltenen Predigten ab. Inhalt war die Vermittlung eines christlichen Weltbildes und die Anleitung zu einem sündenfreien Leben, das er ausschließlich auf dem Land für möglich hielt, während er vor den Verführungen der Großstadt warnte.
Furtmayr schilderte auch einige Begebenheiten in Pfaffenhofen. So half er bereitwillig und solange seine Kräfte es erlaubten, beim Löschen des Großbrandes am Hauptplatz vom 30. Juni 1813 mit. Als er sich eine Pause gönnte, so schrieb der Geistliche, „suchte ihn ein Herr durch eine Ohrfeige als das kompetenteste Mittel, zur Arbeit anzuhalten.“ Einem anderen Herrn, der dies beobachtet hatte, ihm helfen und dem Täter eine Ohrfeige verabreichen wollte, sagte er, dass er (Furtmayr) die Ohrfeige schon 100-mal verdient habe.
Ein visionärer Mediziner: Der Landgerichtsphysikus Franz Andreas Ott
Im Jahr 1835 trat Franz Andreas Ott seinen Dienst als Arzt für das gesamte Landgericht Pfaffenhofen an. Er setzte sich hier in den zehn Jahren seines Wirkens für bessere medizinische Verhältnisse ein und förderte die Anstellung von Ärzten zur besseren Behandlung der Landbevölkerung. Dr. Ott war ein modernen und neuen Methoden offen gegenüberstehender Mediziner und veröffentlichte wissenschaftliche Bücher. Sie beschäftigten sich mit der Homöopathie als alternativer Heilmöglichkeit und dem Befinden der Seele. Franz Andreas Ott gab auch die „Zeitschrift für Landärzte und Chirurgen“ heraus.
Joseph Heinrich Wolf, der vergessene Stadtchronist
Im Jahr 1855 kam Joseph Heinrich Wolf nach Pfaffenhofen, um die dort freigewordene Stelle als Anwalt zu übernehmen. Er war bereits in seiner vorangegangenen Münchener Zeit mit zahlreichen Abhandlungen zu geschichtlichen Themen an die Öffentlichkeit getreten und setzte seine Publikationstätigkeit in Pfaffenhofen fort. Wolf veröffentlichte in zahlreichen Artikeln im damals gemeinsam für die Landgerichte Schrobenhausen und Pfaffenhofen erscheinenden Wochenblatt seine „Urkundliche Geschichte der Stadt Pfaffenhofen“. Nach dem überraschenden Tod von Joseph Heinrich Wolf am 21. April 1857 gab der langjährige Stadtschreiber Max Holzmann dessen Forschungen zwei Jahre später leicht überarbeitet als gedrucktes Heft heraus.
Autor:Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen |
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