Stadtbücherei Pfaffenhofen
Buchtipps: Prinzessin, Emanzipation und Freiheit

Foto: Ravensburger Verlag
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Sabine Büchner und Robert Munsch:
„Die Prinzessin in der Tüte“

„Lissy war eine wunderschöne Prinzessin“, und sie lebt, so wie wir uns das immer vorstellen, umgeben von wunderschönen Kleidern und einem hübschen Prinzen, den sie einmal heiraten soll. Doch auf der nächsten Seite ist die Idylle jäh zu Ende, denn ein Drache kommt, brennt ihr Schloss mit all den schönen Kleidern nieder und entführt auch noch ihren Prinzen! Das kann Lissy natürlich nicht zulassen! In Ermangelung eines vernünftigen Kleides zieht sie eine Papiertüte an und macht sich auf den Weg, ihren Prinzen zu retten. Aber der Drache ist unwillig und es braucht eine Menge List und Tricks seitens der Prinzessin, bis sie den Drachen überlistet hat und den Prinzen befreien kann. Doch dann kommt alles ganz anders … Dieses Buch ist eine wunderbar emanzipierte Geschichte fernab aller klischeehaften Prinzessinnen-Geschichten und sollte allen Kindern, egal ob Mädchen oder Junge, einmal vorgelesen werden.

Elke Spanos, Stadtbücherei

Lyndal Roper:
Für die Freiheit; Der Bauernkrieg 1525

Das Mittelalter Europas war geprägt durch extreme Menschenverachtung. Der Großteil der Bevölkerung, hauptsächlich aus dem Bauernstand, war all die Jahrhunderte im Prinzip ohne Rechte, wie sie heute in Mitteleuropa Standard sind. Dies forderte die Unterdrückten immer wieder zu Aufständen gegen die Obrigkeit heraus, die größte Revolte wird in diesem Buch von der australischen Geschichtswissenschaftlerin Lyndal Roper nachgezeichnet. Die Gesellschaftsstruktur basierte auf Fürstentümern, also dem höheren Adel, dann den Grundherren, also Grafen, Truchsesse, Burgherren
und dem Klerus, also Bistümer, Klöstern und Konventen mit Bischöfen, Pfarrern und Nonnen. Manchmal war ein Fürst zugleich Bischof und hatte absolute Macht über tausende von Bürgern seines Gebietes, er bestimmte beispielsweise, ob ein Leibeigener in einem anderen Ort übernachten oder wen er heiraten durfte. Grundlage all dessen war der Treueeid, den die Untergebenen schwören mussten mit der verbundenen Drohung, bei dessen Verweigerung gefoltert und getötet zu werden.

Eine wichtige Rolle bei der Auflehnung der Bevölkerung gegen diese Behandlung wird dem Kirchenreformer Martin Luther und dessen Schriften zugeschrieben, in denen eine Abkehr aller Machenschaften in der katholischen Kirche propagiert wird. Hassgetrieben zogen die Bauern in Stärken bis zu 20.000 Kämpfern, teilweise unterstützt von der Stadtbevölkerung, von Südwestdeutschland aus übers Land und zerstörten Klöster und Burgen und vertrieben deren Bewohner, wobei reiche Orden wesentlich häufiger Ziel der Angriffe waren als arme. Zu Tode kamen jedoch ganz wenige Menschen, was der Umsicht der Aufständischen zuzuschreiben ist. Ordensfrauen waren verhasst, da damals fast alle aus dem Adel kamen. Bis Sachsen, Österreich und der Schweiz breiteten sich die Aufstände aus, Hunderte von Gebäuden wurden zerstört und gebrandschatzt bis sich angeheuerte Söldnertruppen formierten, und es zum Krieg kam. Besser bewaffnet und beritten zerschlugen sie die Aufstände mit unfassbarer Brutalität, geschätzte 100.000 Bauern starben. Trotz der Niederlage pflanzten die Menschen damals die Saat für die unumkehrbare Entwicklung von Freiheit und Gleichberechtigung.

Manfred Wittmann, Stadtbücherei

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Foto: Verlag S. Fischer
Autor:

Stadtbücherei Pfaffenhofen aus Pfaffenhofen

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