Mit Video: Die Spiele sind eröffnet! Vielversprechender Auftakt der Paradiesspiele

Schöne Atmosphäre bei der Paradiesspiel-Eröffnung auf dem Hauptplatz
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Es war ein vielversprechender Auftakt an diesem Wochenende für die zweiten Paradiesspiele. Mit zwei Veranstaltungen und der Eröffnung zweier sehenswerter Ausstellungen startete die Festspielreihe.

Eine Reise ins Jahr 1893, quer durch politische Entwicklungen, kulturelle Besonderheiten und wissenschaftliche Ereignisse, war die als Eröffnungsveranstaltung angelegte Lesung „1893 – Ein Tag im Paradies?“ am Freitagabend. Steffen Kopetzky, Andreas Sauer und Lorenz Kettner warfen einen humorvollen, aber auch nachdenklichen Blick auf das Geburtsjahr von Joseph Maria Lutz, zu dessen Ehren die Paradiesspiele veranstaltet werden. Im Fokus standen dabei nicht nur die Ereignisse in Pfaffenhofen und Bayern, sondern auch in Deutschland und der Welt generell. Immer schwang die Frage mit, ob ein nostalgischer Blick auf das „Paradies Vergangenheit“ den eigentlichen Ereignissen in der betreffenden Zeit gerecht wird.

Das Publikum im bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal des Rathauses konnte eine wirklich unterhaltsame Lesung genießen, kongenial begleitet vom Eberwein-Dreigsang und den Dellnhauser Musikanten. Letztere spannten wiederum auch den Bogen zurück zu Joseph Maria Lutz: Die von Josef Eberwein, dem Großvater von Michael Eberwein, vertonten Lutz-Gedichte sorgten für eine passende Umrahmung der Veranstaltung. Der Abend klang mit einem stimmungsvollen Konzert der Dellnhauser Musikanten vor dem Rathaus aus. Rund 400 Besucher verzeichneten die Organisatoren bei dieser Veranstaltung, die glücklicherweise trotz Unwetterwarnung open air durchgeführt werden konnte.

Die Veranstaltung war zugleich die Eröffnung für zwei sehenswerte Ausstellungen: Im Foyer des Rathauses werden Objekte aus der Sammlung des Mesnerhauses gezeigt. Kurator Frieder Leipold hat dabei eine Sammlung religiöser Kunstgegenstände zusammengetragen, die den praktischen Sinn im Leben der „einfachen Leute“ illustriert, wie er bei der Eröffnung betonte. Kunst und Religion mit praktischem Nutzen also, sehenswert präsentiert in Vitrinen im Rathaus. Zur Ausstellung ist auch ein kleiner Katalog erschienen, der kostenlos dort ausliegt.

Am Hauptplatz wurde zeitgleich die Freiluftausstellung“ Joseph Maria Lutz eröffnet. Ein allgemeiner Ausstellungsteil beschäftigt sich dabei mit Lutz‘ Leben und Werk. Das Graffiti von den zwei Münchner Urban Art-Künstlern Lewy und Scout, das sich einige Meter weiter befindet, ist derweil eine Hommage an Lutz‘ bekanntestes Stück: „Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies“. Absolutes Highlight ist aber sicherlich die mit Dr. Franzi und Ernst Krammer-Keck verwirklichte Hörstation: Dort stehen einige ausgewählte Texte, eingelesen von dem Ehepaar Krammer-Keck, zum Hörgenuss zur Verfügung. Die Stücke können entweder über das Smartphone unter www.pfaffenhofen.de/lutz-hoeren angewählt werden (selbstverständlich auch zuhause, unabhängig vom Ort der Ausstellung) oder über einen speziellen Audioguide, der kostenlos im Rathaus im Bürgerbüro ausleihbar ist. Als letztes Element der Ausstellung rücken verschiedene Fotoinstallationen den Pfaffenhofener Schriftsteller nochmals ins Licht der Öffentlichkeit.

Beide Ausstellungen sind bis 3. August zu sehen, die Ausstellung „Paradiesische Zustände?“ im Foyer des Rathauses zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros (Montag von 8 bis 16 Uhr; Dienstag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr; Donnerstag von 7 bis 18 Uhr und jeden 1. und 3. Samstag von 9 bis 12 Uhr). Jeden Sonntag findet zudem um 15 Uhr eine Führung statt.

Am Samstag fand dann die erste von vielen weiteren Veranstaltungen der Festspielreihe statt: In einem fast vollen Festsaal führte Andreas Martin Hofmeir in die musikalische Welt der Tuba und das Leben eines Tubisten ein – humorvoll, schräg und höchst unterhaltsam. Auf dass bei einem Kabarettprogramm eines Weltklassemusikers auch die Musik nicht zu kurz komme, hatte Hofmeir noch illustre musikalische Gesellschaft im Gepäck: der Echo-Jazz-Preisträger Tim Allhof glänzte mit seinem virtuosen Klavierstil. Ein rundum stimmiger Abend, der Lust auf weitere Veranstaltungen in diesem Sommer macht.

Die nächsten Veranstaltungen der Paradiesspiele sind am Donnerstag, 14. Juni, die Vernissage der Ausstellung der Hallertauer Künstler unter dem Titel „Freiheit“ in der Städtischen Galerie und am Freitag, 15. Juni, die Eröffnung der Ausstellung „MyPrivateParadise“ von Wolfgang Ellenrieder und Thomas Rentmeister sowie einigen Meisterschülern in der Kunsthalle beim Neuen Pfaffenhofener Kunstverein, bevor am Samstag, 16. Juni, die lange erwartete Premiere der Freilichtinszenierung des „Brandner Kaspars“ stattfindet. Der Theaterspielkreis und Regisseur Falco Blome laden dabei ein zu einem neuen Blick auf ein altes Stück.

Alle Aufführungstermine sowie Informationen zu allen weiteren Veranstaltungen im Rahmen der Paradiesspiele sind unter www.pfaffenhofen.de/paradiesspiele zu finden.
Karten für alle Veranstaltungen gibt es beim Pfaffenhofener Kurier, bei Elektro Steib sowie online bei okticket.de.

Ein Video der Eröffnung:

Autor:

Kulturamt Pfaffenhofen aus Pfaffenhofen

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