Stadtarchiv Pfaffenhofen
Erste Hinweise auf Theateraufführungen in Pfaffenhofen

Die Jugend-Laienspielgruppe führte 1948 unter der Leitung von Toni Arzmiller mit großem Erfolg das Lustspiel „St. Pauli in St. Peter“ auf.  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
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  • Die Jugend-Laienspielgruppe führte 1948 unter der Leitung von Toni Arzmiller mit großem Erfolg das Lustspiel „St. Pauli in St. Peter“ auf.
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Seit mehr als 200 Jahren wird in Pfaffenhofen Theater gespielt. Waren es anfangs Darsteller von auswärts, die die Bevölkerung unterhielten, hat sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts das heimische Theaterspiel entwickelt. Die Aktivitäten zahlreicher Ensembles in den umliegenden Gemeinden zeugen bis heute von der anhaltenden Bedeutung des Bühnenschauspiels für die Bevölkerung.

Hinweise auf Aktivitäten finden sich in historischen Quellen eher zufällig in Randnotizen. Die auswärtige „Noder’sche Theatergesellschaft“ war im Jahr 1826 im Raum Pfaffenhofen auf Tour und gab das Stück „Die unschuldige Verbrecherin“ zum Besten. Regelmäßig und auch mehrere Wochen in der Stadt ansässig war Theaterdirektor Albert Fahrner aus München, der unter Heranziehung von „Dilettanten“ (im damaligen Sinne von Laiendarstellern) aus Pfaffenhofen in den 1850er und 1860er-Jahren Gastspiele sowohl im Freien wie auch in den Sälen der Gasthäuser gab. In dieser Zeit brachten Vereinsgründungen die ersten Aufführungen mit Pfaffenhofener Darstellern.

Liederkranz und Gesellenverein machen den Anfang
Bereits der 1847 gegründete Gesangverein „Liederkranz“ (heute Liedertafel) und der kath. Gesellenverein von 1858 unter dem damaligen Stadtkaplan Sailer sorgten für Theateraufführungen mit Pfaffenhofener Darstellern. Die Stücke dienten meist dazu, „gegen Sittenverderben und Gleichgültigkeit in Religion“ anzugehen, es gab je-doch auch unterhaltsame Aufführungen und Lustspiele, die die Bevölkerung in die stets vollbesetzten Säle lockten.

In der Folgezeit entwickelte sich das Vereinswesen stark und mehr als zehn Vereine luden Interessierte zum Besuch ihrer Vorstellungen ein. Meist für einen sozialen Zweck oder zugunsten des eigenen Vereins traten sie in den zahlreichen Gaststätten auf.

1923 Gründung einer Theatergesellschaft in Pfaffenhofen
Erstmals im Jahr 1923 gab es in Pfaffenhofen einen Theaterverein. Die Gesellschaft „Gemütlichkeit“ sorgte mit ihren Aufführungen für zusätzliche Highlights im Vereinsgeschehen der 1920er- Jahre und trat im April 1923 unter ihrem Spielleiter Josef Sommer erstmals öffentlich auf. Eines ihrer Mitglieder, Toni Arzmiller, hatte seine langjährige Bühnenkarriere beim Gesellenverein begonnen und verfasste später selbst Bühnenstücke wie das 1932 in Pfaffenhofen uraufgeführte Lustspiel „Famili Jozef Filser“. Über mehrere Jahre hinweg war die „Gemütlichkeit“ ein fester Bestandteil im Pfaffenhofener Kulturbetrieb.
Einen entscheidenden Impuls bekam das Theaterspiel mit der Gründung des Theaterspielkreises Pfaffenhofen im April 1973, exakt 50 Jahre nach der Gründung der ersten Theatergesellschaft. Das Ensemble begeistert seit über einem halben Jahrhundert das stets zahlreich erscheinende Publikum mit anspruchsvollen Stücken und einer großen Bandbreite an literarischen Vorlagen.
Andeas Sauer, Stadtarchivar

Die Jugend-Laienspielgruppe führte 1948 unter der Leitung von Toni Arzmiller mit großem Erfolg das Lustspiel „St. Pauli in St. Peter“ auf.  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Im Jahr 1930 brachten Mitglieder des Trachtenvereins „Ilmtaler“ für einen wohltätigen Zweck das Stück „Das Vermächtnis des Wilderers“ auf die Bühne.  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Anzeige einer Theateraufführung des kath. Gesellenvereins aus dem Jahr 1881  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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