Pfaffenhofen Vorreiter beim Klimaschutz

Werbung für Wärmedämmung in den 1960er Jahren
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In den vergangenen 50 Jahren hat das Thema Klimaschutz zunehmend an Bedeutung gewonnen. Der 1972 vom Club of Rome herausgegebene Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ und die Ölkrise ein Jahr später leiteten Diskussionen über die Zukunft der Erde ein. Die Existenz des Menschen hängt vom Erhalt der Lebensgrundlagen und nicht zuletzt vom Klima auf dem Planeten ab. In Pfaffenhofen trugen insbesondere seit den 1980er Jahren einige Initiativen zum Erhalt von Natur und Umwelt bei.

Seit 1984 bleifreies Benzin in der Stadt
Die Mitte der 1950er Jahre einsetzende Massenmotorisierung war wesentlich verantwortlich für die zunehmende Luftverschmutzung und das auch im Landkreis sichtbar werdende Waldsterben. Kohlendioxid und Partikel von Schwermetallen in der Luft verursachten – Stand 1985 – Schäden an 95 % des Waldbestandes. Im März 1984 begann die „Blei- frei“-Ära mit der Eröffnung der ersten Zapfsäule für bleifreies Benzin auf dem Kreisbauhof. Zunächst sporadisch boten weitere Tankstellen dieses Benzin an, ehe durch den Verzicht auf Bleizusätze in Kraftstoffen und über die Verwendung von Katalysatoren der Schadstoffausstoß im Straßenverkehr reduziert werden konnte.

Neue Formen der Energienutzung und Einsparungsmöglichkeiten
Die Nutzung der Solarenergie und erneuerbarer Energieträger begann im Landkreis 1978 mit einem Projekt der Adolf-Rebl-Schule an der Scheyerer Straße. Sie erhielt als erste öffentliche Einrichtung eine „Sonnenheizung“, die über Kollektoren einen Teil des Heizungsbedarfs decken konnte.
Die Ausstellung zum Thema „Energie“ des Bund Naturschutz im „Haus der Begegnung“ im März 1986 zeigte verschiedene Wege auf, über Blockheizkraftwerke oder die Nutzung von Sonnenenergie alternative Energiegewinnung zu fördern. Zudem wurden bestehende Einsparungsmöglichkeiten über die Modernisierung von Heizungsanlagen aufgezeigt, wodurch der Verbrauch reduziert, Kosten gespart und gleichzeitig Emissionen verringert werden konnten. Die seitens der Stadt bereits erfolgte Umstellung ihrer Gebäude auf Gasversorgung war ein erster wichtiger Schritt hin zu einer besseren Energiebilanz und einem geringeren Schadstoffausstoß.

Pfaffenhofener „Sonnen- und Energietage“
Die vom Arbeitskreis „Energie“ der Ortsgruppe Pfaffenhofen des BUND Naturschutz 1992 erstmals ausgerichteten „Sonnen- und Energietage“ zeigten neue Möglichkeiten der Energiegewinnung auf. Die spürbare Klimaveränderung und die Endlichkeit fossiler Brennstoffe erforderten neue Lösungen, im Straßenverkehr durch den Bau von „Solarmobilen“. Das von diesem Arbeitskreis geschaffene erste Bürgerkraftwerk  Pfaffenhofens ging zwei Jahre später ans Netz. Die Finanzierung der Anlage war komplett über den Verkauf von „Solarbausteinen“ erfolgt. Das auf dem Dach des evangelischen Gemeindezentrums installierte Kraftwerk versorgte das Gebäude mit Strom und produzierte Überschüsse, die in das öffentliche Netz eingespeist wurden.

Biomasseheizkraftwerk macht Pfaffenhofen zum Klimaschutzpionier

Nach einer Idee von Hanns Niedermayr ermöglichte der Stadtrat übereinstimmend den Bau eines Bio-
masse-Heizkraftwerks, das eine nachhaltige Energieversorgung und die Verringerung von Schadstoffen zum Ziel hatte. Mit der im Juli 2001 in Betrieb genommenen Anlage, die neben der Firma Hipp auch städtische Einrichtungen sowie Privathaushalte versorgte, schrieb die Stadt Pfaffenhofen Geschichte: Als erste Kommune erreichte sie das Klimaschutzziel der Bundesregierung.

Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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