Für Leseratten und alle, die es werden wollen

 
Am internationalen Tag der Muttersprache 2017 lauschten etliche Kinder den Geschichten in verschiedenen Sprachen.
 
Die freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbücherei
Stadtbücherei Pfaffenhofen im Haus der Begegnung

Lesen fördert den Geist, erfreut das Herz, belebt die Fantasie. Lesen bildet, entspannt und baut Stress ab. Lesen fördert die Sprachkompetenz und die Konzentrationsfähigkeit von Kindern. Und Lesen hält im Alter geistig fit. Eine beliebte Anlaufstelle für alle Pfaffenhofener, die gern lesen, ist die Stadtbücherei. Im kommenden Jahr kann sie ein doppeltes – 100jähriges und 40jähriges – Jubiläum feiern: 1919 wurde die Pfaffenhofener Pfarrbücherei gegründet und seit 1979 gibt es sie in ihrer heutigen Form als Stadtbücherei im Haus der Begegnung.

Sachbücher vermitteln Informationen über ein bestimmtes Thema. Historische Bücher geben einen Einblick in die Geschichte. Liebesromane lassen den Leser (oder meistens die Leserin) Probleme und Lösungen in zwischenmenschlichen Beziehungen besser einschätzen. Wer einen Roman liest, taucht in eine fremde Welt ein, schlüpft in die Schuhe eines anderen. Und das, so haben Studien erwiesen, belebt nicht nur die Fantasie und die Kreativität, sondern lässt auch im Empathie-Test besser abschneiden.

Die Lieblingsbücher der erwachsenen Leser der Stadtbücherei waren im vergangenen Jahr der Thriller „Schattengrund“ von Elisabeth Herrmann, Guillaume Mussos Roman „Vielleicht morgen“, Bettina Tietjens sehr persönliche Erzählung „Unter Tränen gelacht“ und nicht zuletzt das Buch des Pfaffenhofener Stadtarchivars Andreas Sauer „Entwurzelt- Unterwegs- Angekommen“.

Zeitschriften liegen im Trend
990 aktive Leser hat die Stadtbücherei Pfaffenhofen im Jahr 2017 gezählt, und die haben über 35.600 Medien ausgeliehen: nicht nur Bücher, sondern auch Hörbücher, CDs bzw. CD-Rom und Zeitschriften – und zwar völlig kostenlos. Nicht zuletzt die Zeitschriften, vor allem die Garten-Magazine und Ratgeber-Zeitschriften, kommen bei den Kunden der Stadtbücherei gut an. „Wenn’s um Technik geht, leihen die Kunden lieber eine Zeitschrift aus, weil die Sachbücher so schnell veralten“, weiß Büchereileiterin Daniela Kneidl.

Bücherei auch online
Insgesamt hat die Stadtbücherei 24.306 Medien im Bestand. Seit April lassen sich außerdem 15.550 e-Medien über den Onleihe-Verbund SüBo jederzeit kostenlos ausleihen. Der Online-Katalog der Stadtbücherei ist erreichbar über www.pfaffenhofen.de/stadtbuecherei – „Medien recherchieren“. Hier kann man rund um die Uhr nachschauen, ob das gewünschte Buch verfügbar ist, man kann sich neu gekaufte Medien anzeigen lassen und die Ausleihzeit per mail verlängern. Für das Smartphone gibt es die App „Lupus“.

Ohne Lesen geht gar nichts
In früheren Jahrhunderten war Lesen ein elitäres Vergnügen, denn nur wenige Menschen konnten lesen. Seit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes von Gutenberg vor gut 500 Jahren gab es eine kontinuierliche Steigerung – immer mehr Menschen lernten lesen, immer mehr Bücher wurden gedruckt. Heute ist Lesen-Können eine Selbstverständlichkeit. Analphabeten haben es schwer in unserer Gesellschaft, denn Lesen ist fundamental für unser Leben. Es ist zentrale Voraussetzung für schulischen und beruflichen Erfolg, für die Bewältigung der Herausforderungen des Alltags und für eine gute Lebensqualität.

Lesen hat offensichtlich nur Vorteile. Und doch nimmt die Zahl derer, die regelmäßig zum Buch greifen, langsam aber sicher ab – auch im Land der Dichter und Denker. Allgemein wird heute weniger gelesen und geschrieben als früher. Vor allem das Wie hat sich geändert: Texte werden meist nur überflogen oder häppchenweise konsumiert. Bücher werden weniger gelesen.

Kinder lieben Bücher
Die Leserzahl der Stadtbücherei Pfaffenhofen ist in den letzten Jahren in etwa konstant geblieben, 2017 sogar leicht gestiegen. Besonders beliebt ist die Bibliothek bei Familien mit Kindern. Schon Kleinkinder sind ja von Bilderbüchern fasziniert und das abendliche Vorlesen vorm Einschlafen gehört wohl zu den schönsten Ritualen für Kinder und Eltern. Und die Chancen stehen gut, dass Mädchen und Buben, die mit Büchern aufwachsen, dem Hobby Lesen auch als Jugendliche und Erwachsene treu bleiben.

Fast die Hälfte aller Medien, die im Jahr 2017 in der Stadtbücherei ausgeliehen wurden, waren Kinderbücher: Über 17.800 Kinderbuch-Ausleihen haben Büchereileiterin Daniela Kneidl und ihr Team registriert, und das sind immerhin 1.300 mehr als im Vorjahr. Die Ausleihrenner bei den Kindern waren die Tiptoi-Bücher und „Alles Käse!“ (Autor: Jeff Kinney) sowie die Geschichten von der kranken Kuh Lieselotte (Alexander Steffensmeier), dem zeltenden Pettersson (Sven Nordqvist) und den Abenteuern vom Drachen Kokosnuss (Ingo Siegner).

Frühkindliche Leseförderung
Die frühkindliche Leseförderung ist ein Schwerpunkt der Pfaffenhofener Stadtbücherei. So werden immer wieder Schnupperstunden und Führungen für Kindergartengruppen und Schulklassen angeboten. Sehr gefragt ist auch der „Bücherei-Führerschein“, den im letzten Jahr 55 Vorschüler der Kindergärten St. Michael und Arche Noah absolviert haben: Bei drei Besuchen in der Stadtbücherei ist ihnen alles gezeigt und erklärt worden, so dass sie sich jetzt ganz selbstständig (mit Mama oder Papa) Bücher aussuchen und ausleihen können.

Bilderbuchkino, Aktion Schultüte und das „Bücherwürmchen“ für die Kleinsten, kaum Eineinhalbjährigen, sind weitere Angebote, die gern angenommen werden, ebenso wie die regelmäßigen Vorlesestunden für Kinder ab fünf Jahren, zu denen ehrenamtliche Büchereimitarbeiterinnen jeden Mittwochnachmittag bzw. in den Ferien vormittags einladen.

Ganz wichtig: die Ehrenamtlichen
À propos ehrenamtlich: 31 freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich in der Stadtbücherei Pfaffenhofen – die meisten haben zwei feste Stunden pro Woche, manche kommen auch öfter. Im Jahr 2017 haben sie insgesamt 1.642 Stunden in der Bücherei gearbeitet, die Kunden beraten und betreut, Bücher ausgegeben und entgegengenommen, sortiert und eingeräumt. Auch die Leseförderung - z. B. das "Bücherwürmchen" - würde ohne die Ehrenamtlichen nicht laufen. Für deren Freundlichkeit und ihre Hilfsbereitschaft wird immer wieder ein Lob an die Büchereileiterin herangetragen, und die bedankt sich ganz herzlich für den Einsatz „ihrer“ Ehrenamtlichen. Ohne sie würde nämlich das Konzept nicht aufgehen, das nun bereits seit 39 Jahren reibungslos funktioniert: Als die Stadt Pfaffenhofen und die Stadtpfarrei St. Johannes Baptist Ende der 70er Jahre beschlossen, die Pfarrbücherei und die Stadtbücherei zur „neuen“ Stadtbücherei zusammenzulegen, wurde festgelegt, dass die Pfarrei für das (ehrenamtliche) Personal verantwortlich ist und die Stadt für die Finanzen (den Medienetat teilen sich Stadt und Pfarrei).

Langjährige Leiterin der Stadtbücherei war von 1979 bis 2003 Elisabeth Leußer. „Langjährig“ trifft auch auf ihre Nachfolgerin Daniela Kneidl zu, denn sie war bereits ab 1994 ehrenamtliche Mitarbeiterin und seit 1999 stellvertretende Leiterin. Seit sechs Jahren steht ihr Albertine Bauer als Stellvertreterin zur Seite.

Optimale Räume im Herzen der Stadt
Im Haus der Begegnung hat die Bücherei seit 1979 optimale Räumlichkeiten. Im Herzen der Stadt verfügt sie über die gesamte erste Etage mit rund 400 Quadratmetern Fläche und einer hellen, freundlichen Atmosphäre samt tollem Ausblick über den gesamten Hauptplatz. Da ist genügend Platz für zahllose Bücherregale, aber auch für Sitzgelegenheiten und eine Schmökerecke, einen Kinderbereich und einen Freiraum für kleinerer Veranstaltungen, Lesungen, Vorlesestunden, Vorlesewettbewerbe oder Ausstellungen.

Die Stadtbücherei im Haus der Begegnung, Hauptplatz 47, ist zu folgenden Zeiten geöffnet:
Di 17.00 – 19.00 Uhr
Mi 9.00 – 11.00 Uhr und 15.00 – 17.00 Uhr
Do 15.00 – 17.00 Uhr
Fr 17.00 – 19.00 Uhr
So 9.30 – 11.30 Uhr

Die Ausleihe ist kostenlos.
Weitere Informationen siehe www.pfaffenhofen.de/stadtbuecherei
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