Bald summt’s auch in Pfaffenhofen!

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Alle wollen den Honig- und Wildbienen auf die Beine helfen:
Für die Gründung einer Gestaltungsgemeinschaft "Pfaffenhofen an der Ilm summt!" haben sich am 14.05.2015 ein gutes Dutzend Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden, die diese Initiative - beginnend in der Kreisstadt - nach Möglichkeit im ganzen Landkreis auf den Weg bringen wollen.

Ziel der Gemeinschaft ist es, die Menschen für den Schutz der sympathischen Sechsbeiner zu mobilisieren und somit auch die Biodiversität in Stadt und Landkreis für künftige Generationen zu erhalten. Durch vielerlei Eingriffe in ihre Lebensgrundlagen verschlechtert sich die Situation der Bienen zusehends. Unter anderem auch wegen ihrer nicht zu unterschätzenden Bestäubungsleistung gilt es, ihrem schleichenden Verschwinden Einhalt zu gebieten.

Dazu soll in Kürze die Initiative "Pfaffenhofen an der Ilm summt!" in Angriff genommen worden. Ein erster UnterstützerInnenkreis war im Pfaffenhofener InterKulturGarten zusammengekommen, um sich grundsätzlich über die Beteiligung an der Vision „Deutschland summt!“ auszutauschen und abzustimmen. Beratend zur Seite stand dabei Cornelis Hemmer als Mitgründer und Vertreter der Stiftung Mensch und Umwelt, die die Dachorganisation der Initiative „Deutschland summt!“ bildet und die sich seid 2010 für die biologischen Vielfalt im städtischen Raum einsetzt. Nicht nur Lebensräume sollen geschützt werden, sondern auch die StädterInnen sollen ihre Bienen wertschätzen lernen und deren Bedeutung für das gesamte Ökosystem erkennen.

Cornelis Hemmer berichtete von anderen Initiativstädten, wie z. B. Berlin, München oder auch Eichstätt. Er wies darauf hin, dass die örtlichen Initiativen mit seiner Stiftung jeweils einen individuellen Kooperationsvertrag abschließen, der die spezifischen Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt. Zudem gilt es sich auf eine Rechtsform zu einigen, die der Stiftung und potentiellen Unterstützern und Geldgebern gegenübertritt. Dazu könnte ein neuer gemeinnütziger Verein gegründet werden. Es ist aber auch möglich auf einen bereits vorhandener Verein zurückzugreifen. Er regte zudem einen ein- bis zweitätigen Vernetzungsworkshop in Pfaffenhofen an, der eine Vertiefung des Themas und erste und mittelfristige Schritte zur konkreten Umsetzung vor Ort erbringen soll.

Die Anregung wurde aufgegriffen und ein Termin gefunden werden. Im Workshop könnten Projektgruppen entstehen, z. B. zu der auf der „Roten Liste“ der bedrohten Insekten in Bayern stehenden Langhorn-Malvenbiene (Eucera macroglossa), zur Beschaffung und Einsatz von Medienmaterial (u.a. Bienenkoffer) in Kindergärten und Schulen, zu Umgestaltungsmaßnahmen kommunaler von Grün- in Bundflächen und zum Auftritt der Initiative „Pfaffenhofen an der Ilm summt!“ auf der Kleinen Landesgartenschau 2017.

Terminvorschläge für Vernetzungsworkshop „Pfaffenhofen an der Ilm summt!“

1. Variante Eintägig: Sa, 25.07.15 von 10 – 18 Uhr

2. Variante Zweitägig: Fr, 24.07.15 von 16 – 20 Uhr und
Sa, 25.07.15 von 10 – 14

Nach Eingang der Rückmeldungen wird der genaue Termin bekanntgegeben.

Auch wer noch neu bei „Pfaffenhofen an der Ilm summt!“ mitmachen möchte, kann sich per Telefon (08441-72023) oder Mail (manfred.mensch.mayer@pfaffenhofen.de) bei Manfred“Mensch“Mayer melden.

An der von der Sozialen Skulptur HALLERTAUER angeregten und koordinierten Aktion zur Initiative „Pfaffenhofen an der Ilm summt!“ sind bisher dabei:

Brigitte Beckenbauer, Soziale Skulptur HALLERTAUER, Aktionsteam Blumen in der Stadt
Peter Bernhard, Bund Naturschutz – Ortsgruppe Reichertshofen
Nikolaus Buhn, Gartenplaner, Aktionsteam Blumen in der Stadt
Mario Dietrich, Teamleiter Grünanlagen/Stadtwerke Pfaffenhofen
Kathrin Euringer, Diplom-Biologin, Bund Naturschutz, Grünes Klassenzimmer
Manuela Härtl, Bund Naturschutz – Ortsgruppe Reichertshofen
Christine Janicher-Buska, Bund Naturschutz, 1. Vorsitzende der Ortsgruppe Pfaffenhofen-Hettenshausen-Ilmmünster
Pia Kanschat, Kräuterpädagogin, NaturCoach und Volksheilkundlerin
Manfred“Mensch“Mayer, Soziale Skulptur HALLERTAUER, Stadtrat/Referent für Grünanlagen
Peter Ponschab, 1. Vorsitzender Imkerverein Pfaffenhofen e.V.
Susanne Raschke, Kräuterpädagogin
Alfred Raths, Wildnispädagoge und Journalist
Vivien Riener, Bund Naturschutz, Aktionsteam Blumen in der Stadt
Andreas Schüler, Bienenkistenimker und Journalist
Heidi Sedlmair, Kräuterpädagogin

Weitere Unterstützung wurde zugesagt durch:
Katharina Deml, Imkerin, Kunststudentin/Akademie der Bildenden Künste
Lisa Geißler, Natur in Pfaffenhofen a.d. Ilm 2017 GmbH/Gartenschau Ansprechpartnerin
Klaus Mächler, 1. Vorsitzender Obst- und Gartenbauverein Pfaffenhofen
Andreas Kastner, Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege/Landratsamt

Zur Vorgeschichte:

Die Stadt Pfaffenhofen hat 2010 den Zuschlag für die Kleine Landesgartenschau mit dem Motto „Natur in Pfaffenhofen a. d. Ilm“ und 2011 die Auszeichnung „lebenswerteste Kleinstadt der Welt“ erhalten. „Natur in der Stadt“, also biologischen Vielfalt, soll jedoch nicht nur in den ausgewiesenen Flächen der Kleinen Landesgartenschau, sondern in der gesamten Stadt umgesetzt werden. Impulse zu dieser Erkenntnis waren 2011 das Projekt „Beuys und Die Demokratie“ und 2012 das Symposium „Beuys und Die Bienen“, die durch Kooperation des Neuen Pfaffenhofener Kunstvereins, dem Imkerkreisverband, dem Imkerverein Pfaffenhofen und der Sozialen Skulptur HALLERTAUER realisiert wurden. Deshalb startete auch bereits 2012 das Gestaltungsvorhaben: „Blumen in der Stadt“.
„Blumen in der Stadt“: Mittels Umgestaltung von städtischen und privaten Grünflächen in Blumenwiesen und Bienenweiden soll eine optische Aufwertung erfolgen, die den Mensch freut und ihm nützt, aber natürlich auch vor allem Bienen, Schmetterlingen und Vögeln zu gute kommt.

Zwischenbilanz Ende 2014 an umgestalteten Flächen:
Städtische Test-Grünflächen 370 qm
Städtische Schulen/Kindergarten 690 qm
Weiter gingen Samen für ca. 2000 qm an privat.

Die Stadt Pfaffenhofen hat Potential für biologische Vielfalt (Biodiversität):
Siedlungsgebiete bieten vielen Tier- und Pflanzenarten inzwischen bessere Lebensbedingungen als ihre zunehmend gefährdeten, ja allzu oft längst zerstörten natürlichen Lebensräume. "Es sei heute leichter", stellte der bekannte Bienenforscher Dr. Peter Rosenkranz fest, "Honigbienen in Großstädten wie Berlin oder München zu halten als in intensiv genutzten Agrarlandschaften." Diese Zunahme der Artenvielfalt in urbanen Lebensräumen findet unter dem Fachbegriff "Urban Biodiversity" bei den Strategien zur Umsetzung der Biodiversitäts-Konvention der Vereinten Nationen daher auch international immer stärkere Beachtung.

Biologische Vielfalt (Biodiversität) als Markenzeichen:
Der Start 2012 mit der Umgestaltungsaktion „Blumen in der Stadt könnte für Pfaffenhofen der Beginn des Übergangs vom alten "öffentlichen Grün" zum neuen "öffentlichen Bunt" sein. Dies bietet auch in diesem Bereich die Möglichkeit, sich nach außen positiv von anderen Gemeinden abzuheben.
Die Stadt Pfaffenhofen ist die lebenswerteste Kleinstadt der Welt. Dies sollte sich auch in der biologischen Vielfalt wiederspiegeln. „Natur in der Stadt“ also nicht nur in den ausgewiesenen Flächen der Kleinen Landesgartenschau, sondern in der gesamten Stadt.
Die neuen bunten Grünflächen werden das Stadtbild sowohl optisch als auch ökologisch nur verbessern. Was solche Blütenmeere für das Ökosystem bedeutet, kann man gar nicht oft genug sagen. Sie verändern das Stadtklima positiv, sie nehmen mehr Regenwasser auf und lassen es zurück ins Grundwasser versickern und gleichzeitig produzieren sie mehr Sauerstoff. Vom Duftfaktor her ganz zu schweigen. Da die Bienen – und natürlich auch biologische Vielfalt – nicht an der Stadtgrenze halt machen, gilt es die Grenze auf den Landkreis zu erweitern. „Wir wollen mit ‚Pfaffenhofen an der Ilm summt!‘ den mit der Aktion ‚Blumen in der Stadt‘ vor drei Jahren eingeschlagenen Weg fortsetzen“, sagt Künstler und gleichzeitig der städtische Referent für Grünanlagen Manfred“Mensch“Mayer. Den Bienen ginge es auch bei uns nicht gut, deshalb wolle man Pfaffenhofen, im Idealfall in Stadt und Land, „zum Summen bringen“.

Autor:

Soziale Skulptur HALLERTAUER aus Pfaffenhofen

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