Internationales Kulturfestival bot beste Unterhaltung und eine gute Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen

Es wurde getrommelt, ...
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Ein rundum gelungenes Begegnungsfest für Menschen der verschiedensten Kulturen und Nationalitäten feierten fast 1000 Besucher am Sonntagnachmittag auf dem Pfarrplatz und im katholischen Pfarrheim. Unter den Gästen waren viele Einheimische sowie Migranten, die schon seit vielen Jahren in Pfaffenhofen leben, und auch eine ganze Reihe von Asylbewerbern.

Bei Musik und Tanz, verschiedenen Kinderspielen, Kalligraphie, Schmink- und Malaktionen sowie köstlichem orientalischen Essen war für beste Unterhaltung gesorgt und viel Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen. Die arabisch sprechenden Frauen der Gruppe A Sayel hatten in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Kulturverein, dem Sachausschuss „Eine Welt“ der Katholischen Stadtpfarrei und dem Verein mobile e.V. sowie mit Unterstützung der Stadt Pfaffenhofen zu dem internationalen Kulturfestival eingeladen.

Musikalische Höhepunkte des Nachmittags waren die Auftritte der Trommelgruppe Tamatogo aus Geisenfeld sowie des syrischen Kanunspielers Hesen Kanjo, der zusammen mit dem irakischen Trommler und Sänger Saad Thamir aus dem Rheinland nach Pfaffenhofen gekommen war. Für bayerische Töne sorgte die Gruppe „Hearst na scho“, und viel Freude hatten die Zuschauer auch an den Liedern der Mädchen und Buben der Kindertagesstätte St. Johannes.

Ein echter Hingucker war der Auftritt des jungen Ballkünstlers und Freestyle-Fußballers Majd Nasri. Der 20-Jährige stammt aus Damaskus und hat im vergangenen Jahr bei einer Freestyle-Meisterschaft in Saudi-Arabien den zweiten Platz belegt. Seit einem halben Jahr lebt er jetzt in Pfaffenhofen und hat bereits erstaunlich gut Deutsch gelernt.

Zwischendurch wurde immer wieder fleißig getanzt – mal arabische Kreistänze, mal auch ein Walzer, und zum Abschluss gab es dann internationale Tänze zum Mitmachen für Alle.

Heiß begehrt waren die arabischen Spezialitäten auf dem umfangreichen Buffet, das bei dem Ansturm aber gar nicht groß genug sein konnte. So waren die vielen syrischen Süßigkeiten, die beliebten Falafel und etliche weitere Köstlichkeiten schon bald ausverkauft.

Der Erlös aber kann sich sehen lassen und so hat sich die viele Arbeit für alle Beteiligten gelohnt: 2.500 Euro waren am Schluss in der Kasse und so können jetzt 1.500 Euro an die Jasmin-Hilfe für syrische Flüchtlingskinder überwiesen werden und 1.000 Euro gehen an ein Projekt des Hilfswerks Misereor in Burkina Faso, dem ärmsten Land in Afrika.

Neben der Arbeit für den guten Zweck ging es den Veranstaltern aber vor allem auch um gegenseitiges Kennenlernen und den Abbau von Vorurteilen. „Brücken bauen“ war daher ihr Thema, im Nachklang zu den Interkulturellen Wochen 2014, als die arabischen Frauen zum ersten Mal an die Öffentlichkeit getreten waren. Wie Pastoralreferent Sepp Steinbüchler, der Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins, erläuterte, bilden die Frauen mit ihren drei Sprecherinnen Jasmina Naguib Agha aus Syrien, Fatiha Boulla und Najat Hasekamp-Ailabi aus Marokko inzwischen als arabische Ländergruppe einen festen Bestandteil des Kulturvereins und haben bereits mehrere Veranstaltungen auf die Beine gestellt.

Unter den Besuchern konnte Maxi Hechinger vom Verein mobile e. V. auch Landrat Martin Wolf, Bürgermeister Thomas Herker und den CSU-Landtagsabgeordneten Karl Straub begrüßen. Sie alle bedankten sich herzlich bei allen, die für die Integration tätig sind und die sich für Flüchtlinge und Asylbewerber einsetzen, allen voran dem Arbeitskreis Asyl des Internationalen Kulturvereins mit der bisherigen Leiterin Sabine Rieger und ihrer Nachfolgerin Gabi Dettke.

Der Landrat bezeichnete die Flüchtlingsströme als große Aufgabe, die im Landkreis Pfaffenhofen angesichts des ohnehin knappen Wohnraums eine besondere Herausforderung darstelle. Die Bewältigung werde leichter, wenn Vorurteile abgebaut würden und man sich kennengelernt hätte, meinte Wolf und dankte allen, die das Fest organisiert und durchgeführt hatten. Angesichts des Brandanschlags auf die Asylbewerber-Unterkunft in Winden betonte er: „Wir müssen der Gewalt entschieden eine Absage erteilen und müssen uns zusammenstellen für die, die unsere Hilfe brauchen.“

Auch Karl Straub erklärte, dass „für Verbrechen gegen Asylbewerber hier im Landkreis absolut kein Platz“ sei. Stattdessen finde hier ein friedlicher Dialog statt und da sei das Interkulturfestival eine „famose Sache“, denn „Bayern wird sich verändern, auch kulturell“. Maxi Hechinger empfahl die bekannte Devise „Leben und leben lassen“ für ein friedliches Miteinander. Und Bürgermeister Thomas Herker rief vor allem zur Menschlichkeit auf:

„Pfaffenhofen wird bunter werden und wir sollten die Menschen hier willkommen heißen und sie nicht als Problem begreifen. Vielmehr sind wir gefordert, Menschlichkeit vor der eigenen Haustür zu beweisen.“ In einer der wohlhabendsten und wirtschaftlich stärksten Regionen Europas, so fügte Herker hinzu, „sollten wir uns als gute Gastgeber erweisen und den Asylbewerbern die Hand reichen – auch wenn nicht alle bleiben können.“

Autor:

Internationaler Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) aus Pfaffenhofen

Rot-Kreuz-Straße 2, 85276 Pfaffenhofen
+49 8441 7869227
info@ikvp-paf.de
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