Guter Boden, saubere Energie, reines Wasser

Pfaffenhofens wertvolle Ressourcen: Guter Boden und reine Luft
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Pfaffenhofen verfügt über wertvolle Ressourcen: fruchtbare Böden, Potentiale für saubere Energie und bestes, reines Wasser. Damit dies so bleibt, tut die Stadt viel – und wurde dafür bei den LivCom-Awards 2011 mit einem Sonderpreis für „vorbildliches Umweltmanagement“ ausgezeichnet. Beim deutschen Nachhaltigkeitspreis 2012 hat es Pfaffenhofen unter die TOP 3 der nachhaltigsten Kleinstädte geschafft.

„Guter Boden für große Vorhaben“ – unter diesem Motto präsentiert sich Pfaffenhofen nach außen. Der „gute Boden“ ist ganz wörtlich zu nehmen: Neben Getreide wachsen im Umland Sonderkulturen wie Hopfen oder Spargel. Von alters her werden in Pfaffenhofen Lebensmittel aus heimischem Anbau im großen Stil veredelt, heute zum Beispiel produziert hier das Unternehmen HiPP, der größte Verarbeiter von organisch-biologischen Rohstoffen weltweit, Babynahrung für halb Europa.

Gut für die Umwelt

Dank innovativer Unternehmen hat sich Pfaffenhofen zu einem kleinen Zentrum für grüne Technologien entwickelt. Das Biomasse-Heizkraftwerk ist hier das herausragende Beispiel. Dank ihm hat die Stadt als erste deutsche Kommune nach Angaben des Umweltbundesamtes bereits 2001 das Klimaschutzziel aus dem Kyoto-Protokoll erreicht. Es wurde sogar als deutscher Beitrag auf dem Weltklimagipfel 2002 in Johannesburg vorgestellt. Das Biomasse-Heizkraftwerk setzt auf Kraft-Wärme-Kopplung, nutzt Abwärmequellen wie Rauchgas und Turbinenabdampf – und arbeitet CO2-neutral. Als Brennstoff werden Holzhackschnitzel aus regionalen Wäldern eingesetzt.

In Sachen Energieeffizienz und Ressourcenschonung passiert noch mehr: In Tegernbach steht eines der ältesten Bürgerkraftwerke Deutschlands (seit 2002), das mit Photovoltaik Strom erzeugt. Und seit einem Jahr aktiv ist die Bürgerenergie-Genossenschaft. Sie betreibt unter anderem den Solar-Carport auf dem städtischen P&R-Parkplatz beim Bahnhof. Der Strom für die knapp 100 städtischen Einrichtungen und Gebäude, für Straßenbeleuchtung, Kläranlage und Freibad kommt aus Wasserkraft. 1.500 Tonnen CO2 werden so pro Jahr gespart. Zudem hat die Kommune 2009 das erste öffentliche Passivhaus in der Stadt gebaut – die Kita Burzlbaam. Eine Plus-Energie-Turnhalle entsteht im Schulzentrum an Stelle der bisherigen Gerhardinger-Schule.

Masterplan für Klimaschutz

Bei der öffentlichen Straßenbeleuchtung setzt die Stadt in weiten Teilen auf energiesparendes Gelblicht und immer öfter auf LEDs. Pfaffenhofen ist zudem eine der ersten bayerischen Kommunen mit eigener Elektrotankstelle. Zu deren Nutzern zählt auch die Stadtverwaltung selbst, sie hat für Dienstfahrten ein Elektroauto und zwei E-Bikes angeschafft. Nicht zuletzt mit dem jährlichen Energiewende-Kongress des Energie- und Solarvereins, der „Energie-für-alle“-Woche, konnte sich Pfaffenhofen einen Namen machen. Der Lohn: Die offizielle Eröffnung der bayerischen Klimawoche durch Umweltminister Marcel Huber fand soeben in Pfaffenhofen statt.

Und Pfaffenhofen will noch mehr: Der CO2-Ausstoß liegt derzeit mit rund 6,7 Tonnen pro Jahr und Einwohner deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von zehn Tonnen. Bis 2030 soll er auf drei Tonnen reduziert werden – die Landesregierung hat sechs Tonnen zum Ziel gesetzt. Ein Energie- und Klimaschutzkonzept dient dabei als Masterplan. Zentraler Punkt ist die mit Bundesmitteln geförderte Einführung eines städtischen Klimaschutzmanagers, der zwischen Privatleuten, Geschäftswelt und Verwaltung vermittelt. Geplant sind unter anderem eine Untersuchung zu Photovoltaikanlagen für öffentliche Liegenschaften, ein Konzept zur ökologischen Bauleitplanung in der Stadt und ein kommunales Energiemanagement samt Sanierungskonzept für öffentliche Kernliegenschaften.

Grundversorgung in eigener Hand

Seit 1. Januar 2013 betreuen die neu gegründeten Stadtwerke die Daseinsvorsorge in Pfaffenhofen. Sie sind zuständig für Trinkwasser, Abwasser, Bauhof, Friedhof und Parkgaragen. Das Kommunalunternehmen liegt zu 100 Prozent in öffentlicher Hand. Pfaffenhofen übernimmt damit auch künftig die Grundversorgung selbst.

Damit bleibt auch das Lebenselixier Wasser in eigener Hand. Der Vorteil: Leistungen der kommunalen Daseinsvorsorge lassen sich in einem Kommunalunternehmen transparent, wirtschaftlich und effizient erbringen. Darüber hinaus sollen die Stadtwerke ein erster Schritt hin zur Rekommunalisierung der Gas- und Stromnetze sein, die geprüft wird, wenn ab 2016 die Konzessionsverträge auslaufen.

Auch die Bürger von Pfaffenhofen sind zur Mitwirkung aufgerufen: Über die soeben gestartete Klimaschutzinitative berichten wir in der nächsten Ausgabe.

ERNST RENG
Technischer Vorstand Stadtwerke

„Das Thema Wasser hat bei uns hohe Priorität. Wir kümmern uns als Kommunalunternehmen genauso zuverlässig wie gewohnt und mit noch mehr Tatkraft und Effizienz um Wasser und Abwasser in Pfaffenhofen. Die aktuellen Sanierungen kosten viel Geld, doch das ist es uns wert, denn Wasser ist ein wertvolles Gut.“

MICHAEL KAINDL
Stadtratsreferent für Energie und Wasserversorgung

„Um einen noch stärkeren Beitrag zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zum Klimaschutz zu erreichen, verstärkt die Stadt das Energiemanagement. Mit gezielten Investitionen in die Trinkwasserversorgung wird der hohe Qualitätsstandard gesichert.“

Autor:

PAF und DU Redaktion aus Pfaffenhofen

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