Artenschutz in Pfaffenhofen: Garten und Grünanlagen als Heimat für Biene & Co

Neben der Honigbiene sind auch die Wildbienen und Schmetterlinge bedroht. Ein Taubenschwänzchen saugt Nektar an einer Eisenkrautblüte am Kreisverkehr Kuglhof.
 
Wer Insektenhotels oder Nistkästen im eigenen Garten aufstellt, gibt Vögeln und Insekten die Möglichkeit, sich fortzupflanzen.

Im Landkreis Pfaffenhofen haben 14.215 stimmberechtigte Bürger sich für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ eingetragen, und damit 15,3 Prozent. Artenschutz und Nachhaltigkeit haben in Pfaffenhofen allerdings eine noch viel längere Tradition.

Ein wichtiger Meilenstein war die „Begrünungsoffensive Pfaffenhofen“ vor zwei Jahren. Schon damals ging es um die Erhaltung der Artenvielfalt und mehr Lebens- und Nahrungsraum für Tiere – auf öffentlichen wie auch privatem Grün.

Die „Begrünungsoffensive Pfaffenhofen“ startete im Jahr 2017 nach der Kleinen Landesgartenschau. Zusammen mit den Stadtwerken Pfaffenhofen wollte die Stadtverwaltung mit der Aktion wieder mehr Lebensraum für Tiere im öffentlichen Raum, aber auch in privaten Gärten schaffen.

10.000 Quadratmeter tierfreundliches Grün im öffentlichen Raum

Seitdem ist viel passiert: „Damals haben wir angefangen aus unattraktiven öffentlichen Grünanlagen Bienenweiden oder tierfreundliche Staudenbeete zu machen. Seit dem Start der ‚Begrünungsoffensive‘ haben wir knapp 10.000 Quadratmeter Fläche nachhaltig umgestaltet“, erinnert sich Mario Dietrich, Teamleiter Stadtgrün bei den Stadtwerken Pfaffenhofen.

Bienenweide und Staudenbeete – Artenschutz fängt im eigenen Garten an


Aber auch jeder einzelne Pfaffenhofener Bürger kann nach der Unterschrift für das aktuelle Volksbegehren weiter einen ganz persönlichen Beitrag zu mehr Artenvielfalt leisten. Wie? Gartenbesitzer können zum Beispiel auf bisher kurzgemähtem Rasen Bienenweiden entstehen und wachsen lassen. Denn anders als der Kulturrasen bieten die Weiden mit ihren vielfältigen Blumen- und Kräuterarten Insekten von Frühjahr bis zum Herbst Unterschlupf und Nahrung.

„Genauso ökologisch wertvoll wie Bienenweiden und ein echter Hingucker sind bunte Staudenbeete – optimale Lösung für kleinere Gärten und Vorgärten“ erklärt Mario Dietrich. Und auch für Staudenbeete gilt das Motto: Futter satt für viele Insektenarten, und zwar von März bis November.

Kiesgärten – von wegen pflegearm!

Das Gegenteil ist übrigens bei den als „pflegeleicht“ gelobten Kiesgärten der Fall. Tiere finden hier weder Nahrung noch Schutz. Mario Dietrich weiß noch von weiteren Nachteilen: „Das Vorteilsargument ‚pflegearm‘ gilt bei den Kiesgärten meist nur für die ersten zwei Jahre. Wenn sich nach einiger Zeit mal Blätter und Dreck zwischen den Steinen angesammelt haben, sprießt hier das Unkraut genauso wie auf Rasen. Außerdem sind die Steine besonders gute Hitzespeicher. In heißen Sommern hat man mit den Kiesgärten nachts, wenn die Steine die Hitze langsam abgeben, also immer einen kleinen Ofen vor dem Haus. Angenehme Abkühlung für eine erholsame Nacht – mit einem Kiesgarten ist das eher unwahrscheinlich.“

Das Tüpfelchen auf dem i: Nistkasten und Bienenhotel

Die Artenvielfalt fängt also wortwörtlich vor der eigenen Haustür an. Wer es übrigens besonders gut meint, kann auf seiner Bienenweide oder in seinem Staudenbeet zusätzlich noch Nistkästen für Insekten und Bienenhotels aufstellen – und so ein Zuhause für viele bedrohte Arten schaffen.

Für Hobbygärtner ohne eigenen Garten und alle Grünliebhaber:
Grünanlagen-Patenschaft

Natürlich können auch Pfaffenhofener ohne eigenen Garten etwas für die Artenvielfalt tun – und zwar mit einer Grünanlagen-Patenschaft. Die Bäume, Bänke im Grünen, Beete oder Rasenflächen, die noch auf eine Patenschaft warten, sind im Bürgermelder zu finden. Wer Pate wird, pflegt und kümmert sich um sein „grünes Patenkind“ und begleitet es durch die Jahreszeiten. Also perfekt für alle Hobbygärtner ohne eigenes Grün vor der Haustür.

Wer Bio kauft, erhält die Arten

Ob Gartenbesitzer oder nicht, generell unterstützt jeder, der seine Lebensmittel aus ökologischem Anbau kauft, die Artenvielfalt. Denn mit dem Verzicht auf bestimmte Düngerarten, Pflanzenschutzmittel und gentechnisch veränderte Organismen wie auch vielfältige Fruchtfolgen erhält und schützt die nachhaltig-ökologische Landwirtschaft viele Lebens- und Nahrungsräume für wildlebende Pflanzen und Tiere.

Kostenlos und kompetent – Vor-Ort-Beratung von den Stadtwerken Pfaffenhofen

Wer gegen Kurzrasen und Steinwüsten etwas tun will und Lust auf ein pflegeleichtes Staudenbeet oder die bunte Bienenwiese bekommen hat, kann Mario Dietrich, vom Stadtgrün-Team bei den Stadtwerken Pfaffenhofen, einfach kontaktieren. Der Gartenbauingenieur berät vor Ort und kostenlos.

Mario Dietrich, Dipl.-Gartenbauingenieur
Teamleiter Stadtgrün, Kommunalunternehmen Stadtwerke Pfaffenhofen a. d. Ilm
Telefon: 08441 405231-24, E-Mail: mario.dietrich@stadtwerke-pfaffenhofen.de
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