Stadtarchiv Pfaffenhofen
Jahresausklang in früherer Zeit

Darsteller des Stücks „Jägerblut“, aufgeführt vom Männergesangverein „Liederhort“ im Dezember 1919. | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
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  • Darsteller des Stücks „Jägerblut“, aufgeführt vom Männergesangverein „Liederhort“ im Dezember 1919.
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Früher markierte der von Schneezauber begleitete Jahresausklang den Übergang in eine Zeit der Ruhe. Besinnliche Feiern, Theaterstücke, Eislaufen und Schlittenrennen sorgten schon im 19. Jahrhundert für Abwechslung.

Die „Suche nach der Stille“
Im ausgehenden 19. Jahrhundert nahm die Bevölkerung die Zeit als unruhig wahr, der Alltag schien immer schneller und unruhiger zu werden. Der Einzug der Technik, aber auch die Unsicherheit der Zeit mit allgemeiner Teuerung und wirtschaftlicher Unsicherheit war spürbar. Schon damals ging in der Wahrnehmung der Menschen die Stille der Vorweihnachtszeit verloren. Die Feierlichkeiten wurden bunter und lebendiger. Dafür sorgte die erste Silvesterfeier mit elektrischem Licht im Jahr 1899 im Amberger Keller, die in das bevorstehende, zunehmend von Technik geprägte
20. Jahrhundert führte.

Weihnachten 1919
Nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) hielt das Jahr 1919 die Bevölkerung weiter in Atem. Die Weihnachtszeit war geprägt von der allgemein herrschenden Not und Inflation. Damals bestimmten ein Prozess gegen die Pfaffenhofener Metzger wegen Schleichhandels und Vorgänge um Geldschiebereien, an denen einige Pfaffenhofener beteiligt waren, das Tagegeschehen. Erst Theateraufführungen der Pfaffenhofener Vereine, etwa der „Liedertafel“, des Gesellenvereins oder des MTV, und Christbaumfeiern ließen weihnachtliche Stimmung aufkommen.

Geschenke für die Bedürftigen und Kriegsgefangenen

In den ersten Nachkriegsjahren nach 1945 herrschte noch vielfach Not in der Bevölkerung. Plätzchen, Nüsse oder selbstgebastelte Spielsachen lagen auf dem Gabentisch, und die Kinder freuten sich damals sehr darüber. Die Wohlfahrtsverbände wie die Caritas, die Arbeiterwohlfahrt oder das Rote Kreuz organisierten Geschenkaktionen, um auch den Kindern ärmerer Familien eine Freude zu bereiten. Auch die noch in Gefangenschaft befindlichen Pfaffenhofener wurden nicht vergessen. Im Rahmen der Gefangenenhilfe schickten ihnen karitative Organisationen Weihnachtspakete zu.

Gabentische in der Wirtschaftswunderzeit

Bereits einige Jahre später hatte sich die Situation gebessert. Geschenke gingen jetzt an die Familienangehörigen, an Freunde und Bekannte, nachdem langsam der Wohlstand einzog. Zoll und Post verzeichneten aufgrund der zahlreichen Geschenke Hochbetrieb und fuhren Sonderschichten, um alle Geschenke rechtzeitig zu versenden. Technische Neuerungen im Haushalt aber auch Radios und Kleidung standen auf den Wunschzetteln ganz oben.

Pfaffenhofen wird Filmstadt
Im November 1971 erlebten die Bewohner der Stadt Pfaffenhofen etwas Einmaliges. Der Obere Hauptplatz wurde knapp drei Wochen lang Schauplatz der Dreharbeiten für das moderne Weihnachtsspiel des Regisseurs Wilm ten Haaf mit dem Titel „Weihnachten auf dem Markt“. Mitglieder des MTV und der Kolpingfamilie wirkten in dem Film mit, der vom bayerischen Fernsehen am Heiligabend gesendet wurde.

Andeas Sauer, Stadtarchivar

Darsteller des Stücks „Jägerblut“, aufgeführt vom Männergesangverein „Liederhort“ im Dezember 1919. | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Weihnachtsbescherung mit Spielsachen, Radio und noch wenig Lametta (ca. 1928)  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Der erste Christbaum mit elektrischer Beleuchtung wurde im Jahr 1929 aufgestellt.  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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