Geschenke mit vier Beinen gehören nicht unter den Christbaum!

Nur scheinbar ein Idyll – für viele Tiere bedeutet der Umzug während der Feiertage puren Stress. Nicht selten landen sie wenige Tage später in den Tierheimen (Foto ©: Ehrenreich)
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Alle Jahre wieder ...

gelangt es zur Aufführung, das Drama mit den vierbeinigen Weihnachtsgeschenken. „Im vergangenen Jahr dauerte es keine 24 Stunden, bis das erste tierische Weihnachtsgeschenk in der Tierherberge Pfaffenhofen abgeliefert wurde", berichtet Sandra Lob, die Leiterin der Herberge. Der junge Hund war bei einem Züchter gekauft worden, und der weigerte sich anschließend, den Welpen zurückzunehmen. Die frischgebackenen Hundebesitzer begründeten die schnelle Abschiebung mit einer angeblichen oder tatsächlichen Tierhaar-Allergie. Lob: "Hätten die Käufer sich vorher mit dem Tier ausgiebig beschäftigt – wie wir das stets voraussetzen, bevor wir unsere Tiere abgeben – hätte man eine solche Allergie sicher früher bemerkt."

Der Fall ist durchaus typisch für unüberlegte Tierkäufe vorm Fest. Häufig werden dabei Haustiere spontan angeschafft. Aus einer Laune heraus. Oder weil die Kinder quengeln und hoch und heilig versprechen, man werde sich auch in Zukunft um das Tier kümmern, ganz bestimmt!

Nicole Brühl ist Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes in Bayern. Sie bestätigt die Erfahrungen der Tierschützer in Pfaffenhofen: „Kinder können nicht abschätzen, wie viel Arbeit ein Tier machen wird. Wenn die Kinder das Interesse verlieren, was sehr häufig passiert, tragen letzten Endes immer die Eltern die Verantwortung. Tiere sind Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Sie sind kein Spielzeug und kein Umtauschartikel.“

Der Tierschutzverein Pfaffenhofen zieht schon seit Jahren die Konsequenz aus der Misere. Die Tierschützer von der Weiberrast geben rund eine Woche vor den Weihnachtsfeiertagen bis einschließlich Neujahr grundsätzlich keine Tiere mehr ab, um Spontangeschenke möglichst zu vermeiden. Aber auch, um den Viecherln doppelten Stress zu ersparen: Die Gewöhnung an ihr neues Zuhause und gleichzeitig den Trubel während der Feiertage. Sandra Lob: „Jeder ist aber herzlich eingeladen, sich vorher oder auch zwischen den Jahren unsere Tiere in Ruhe anzusehen, sich mit ihnen vertraut zu machen und das Wunschtier nach den Feiertagen zu sich nach Hause zu holen. Das ist entspannter – für Mensch und fürs Tier.“

Autor:

Tierschutzverein Pfaffenhofen und Umgebung e.V. aus Pfaffenhofen

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