Künftig wieder mehr Begegnung
Vielfältige Aktivitäten im IKVP

Die neue Vorsitzende Marita Emrich bedankte sich bei Sepp Steinbüchler mit einem Olivenbäumchen.
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„Das Schlüsselwort heißt Begegnung.“ Diese Erfahrung haben Sepp Steinbüchler und seine Mitstreiter im Internationalen Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) in den zwölf Jahren des Bestehens ihres Vereins gemacht. In den letzten anderthalb Jahren waren persönliche Treffen allerdings wegen der Corona-Pandemie nur sehr eingeschränkt möglich. Die Veranstaltungen der für 2020 geplanten Interkulturellen und Interreligiösen Tage mussten fast alle abgesagt oder verschoben werden. Dass trotzdem „hinter den Kulissen“ so gut wie möglich weitergearbeitet wurde, verdeutlichte der scheidende Vorsitzende Sepp Steinbüchler in seinem Rechenschaftsbericht (siehe auch den Bericht über die Neuwahlen).

Im Jahr 2019 hatte man noch das zehnjährige Bestehen des Kulturvereins mit einem Jubiläumsfest und einer Theateraufführung feiern können. 2020 und 2021 ging dann fast nichts mehr – bis auf den Jahresempfang der Religionen und Kulturen sowie das Friedensgebet im Bürgerpark, das jeweils im Sommer viel Anklang fand. Die anderen Veranstaltungen sollen, wenn es irgendwie möglich ist, 2022 durchgeführt werden. So u. a. die Ausstellung „Kunst aus dem Sinti- und Roma-Kulturkreis“ in der Reihe „Die Kunst deines Nachbarn“, der Film „Ein Licht zwischen den Wolken“ und der Jahresempfang der Religionen und Kulturen, zu dem diesmal die evangelisch-lutherische Gemeinde einlädt, sowie weitere Angebote der Caritas und der türkisch-islamischen Gemeinde Ditib.
Realisiert werden konnte vor ein paar Monaten das Projekt „Moscheeführer“. Der IKVP hat eine Broschüre erstellt, in der die Pfaffenhofener Moschee, ihre Entstehung und vor allem die kalligrafischen Schriftzüge vorgestellt werden. Nachdem es immer wieder den Vorwurf gegeben hatte, dass in der Kalligrafie im Gebetsraum Aufrufe zur Gewalt versteckt seien, hatte der Verein alle Schriftzüge fotografiert, übersetzt und wörtlich in der Broschüre wiedergegeben. Für Interessierte liegt das Heft im Rathaus, im Haus der Begegnung und in der Moschee kostenlos zum Mitnehmen aus.
Dass die Notwendigkeit, Integrationsarbeit zu leisten und interkulturelle Angebote zu machen, nicht abnimmt, sondern eher weiter steigt, erläuterte Sepp Steinbüchler angesichts der aktuellen Ausländerzahlen. Nach einer Statistik der Stadtverwaltung ist die Zahl der Ausländer in Pfaffenhofen zum Jahresbeginn um 122 gestiegen. Fast 3900 Ausländer leben jetzt in der Stadt, was einen Ausländeranteil von 14,6 Prozent bedeutet. Dabei spielen inzwischen andere Herkunftsländer eine große Rolle, denn die meisten neuen Migranten kommen nicht mehr aus der Türkei oder Afghanistan, sondern aus Osteuropa, vor allem Bulgarien, Rumänien, dem Kosovo, Kroatien und Polen. Heute sind über die Hälfte der Ausländer in Pfaffenhofen EU-Bürger.
Damit ergeben sich auch für den Internationalen Kulturverein neue Herausforderungen, und dem will er durch neue Projekte und auch durch den neuen Vorstand Rechnung tragen: Die neu gewählte Vorsitzende Marita Emrich (55) stammt aus Rumänien, lebt aber bereits seit 31 Jahren in Deutschland. Sie hat gute Kontakte zu vielen Rumänen in Pfaffenhofen und auch zur hiesigen rumänisch-orthodoxen Gemeinde. Und Marzanna Draczynska-Kühnel, die neu in den Vorstand gewählt wurde, stammt aus Polen. Sie hat bereits einigen ihrer Landsleute in Pfaffenhofen bei Sprachproblemen, Behördengängen u. ä. geholfen.
Ein neues Projekt mit dem Titel „Integrationsausflüge“ hat Marita Emrich schon in Vorbereitung: Um zum gegenseitigen Kennenlernen beizutragen, will sie 2022 drei Ausflüge organisieren, an denen jeweils vier Migrantenfamilien aus unterschiedlichen Ländern sowie eine deutsche Familie teilnehmen. Zur Finanzierung hat die Sparda-Bank ihr bereits eine Spende in Höhe von 1500 Euro zugesagt.
Dass die Tätigkeit des IKVP auch in der Corona-Zeit nicht stillstand, verdeutlichten auch die Berichte weiterer Mitglieder, die im Vorstand und in verschiedenen Arbeitskreisen oder externen Gremien mitarbeiten. Gabi Dettke erzählte von ihrer Arbeit im AK Asyl, der immer noch eine ganze Reihe von Asylbewerbern und Geflüchteten in Pfaffenhofen betreut. Dazu ergänzte die Caritas-Mitarbeiterin Michaela Greguletz, dass noch etliche Migranten Hilfe beim Deutschlernen bräuchten. So werden dringend Ehrenamtliche gesucht, die bereit sind, Nachhilfe in Deutsch zu geben.
Sonja Preller berichtete von ihrer Mitarbeit im Bündnis für Familie des Landkreises und wies vor allem auf die Notwendigkeit eines Pflegestützpunktes in Pfaffenhofen hin. Auch für die ausländischen Mitbürger wird dieses Thema zunehmend wichtig, da immer mehr Migranten im Alter nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren. Ein Antrag auf Einrichtung eines Pflegestützpunktes soll voraussichtlich im Dezember im Kreistag behandelt werden.
Christine Kuplent, die in der katholischen Stadtpfarrei für interreligiöse Arbeit zuständig ist, gehört dem Integrationsbeirat des Landkreises an und leitet im Frauenbegegnungszentrum einen Arbeitskreis interreligiöser Dialog. Über interessante Gespräche am politischen Frauenstammtisch im Begegnungszentrum berichtete Monika Schratt. Sie wies darauf hin, dass die künftige Finanzierung des Frauenbegegnungszentrums fraglich sei, da die bisherige Förderung ausgelaufen ist.

Autor:

Internationaler Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP) aus Pfaffenhofen

Rot-Kreuz-Straße 2, 85276 Pfaffenhofen
+49 8441 7869227
info@ikvp-paf.de
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