Lutz-Stipendium 2026
Peter Thiers in Pfaffenhofen angekommen
- Steffen Kopetzky und Peter Thiers gemeinsam bei der offiziellen Begrüßung am Flaschlturm.
- Foto: © Stadtverwaltung Pfaffenhofen a. d. Ilm
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Der neue Lutz-Stipendiat Peter Thiers hat am Donnerstag sein neues Zuhause auf Zeit – den Flaschlturm an der Stadtmauer – bezogen. Während der kommenden drei Monate wird Thiers dort leben und arbeiten. Inspiriert von seinem Aufenthalt in Pfaffenhofen entsteht dabei sein sogenannter „Zwischenfall“ – ein literarischer Text auf den Spuren von Joseph Maria Lutz, den er am Freitag, 31. Juli, im Rahmen des Kultursommers der Öffentlichkeit vorstellen wird.
Mit Peter Thiers soll frischer „See“-Wind nach Pfaffenhofen kommen. Der deutsche Autor, Dramatiker und Regisseur wuchs in Rostock auf und lebt und arbeitet heute in Hamburg. Bereits am vergangenen Montag kam er in Pfaffenhofen an. Derzeit erkunde er die Gassen rund um den Flaschlturm und freue sich auf die bevorstehende Zeit in Pfaffenhofen, so Thiers.
Zur offiziellen Begrüßung im Flaschlturm empfingen Bürgermeister Thomas Herker, Kulturreferent Reinhard Haiplik, Juryvorsitzender des Lutz-Stipendiums Steffen Kopetzky sowie Sebastian Daschner, Leiter des Sachgebiets Kultur und Veranstaltungen, den neuen Stipendiaten. Thomas Herker überreichte ein Willkommensgeschenk und wünschte eine inspirierende und erfolgreiche Zeit in Pfaffenhofen.
Bereits Ende Januar hatte sich Peter Thiers im Auswahlverfahren gegen rund 85 Bewerberinnen und Bewerber durchgesetzt. Die Fachjury überzeugte sein eingereichter Text „Wo die See kein Ufer kennt“. Darin erzählt der Autor aus der Perspektive eines Kindes von einer von Gegensätzen geprägten Kindheit zwischen familiärer Nähe und emotionaler Distanz. Der Ich-Erzähler, Sohn eines Öltankerkapitäns, gewährt in der Rückschau eindringliche Einblicke in seine Kindheit, die zunächst von der liebevollen Zuwendung der Mutter sowie von der physischen wie emotionalen Abwesenheit des Vaters geprägt ist.
Peter Thiers ist Dramatiker. Sein Talent zeigt sich auch bei seinen Prosa-Texten in der Fähigkeit, mit wenigen Protagonisten ein klares und für die Leserschaft leicht vorstellbares Setting zu entwerfen. Thiers gelingt es, aus der Perspektive eines Kindes emotional zu erzählen und diese Gefühlswelt auf die Lesenden zu übertragen.
Er studierte Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Für sein Drama „Warten auf Sturm“ wurde er 2019 mit dem Kleist-Förderpreis für neue Dramatik ausgezeichnet. Sein Stück „Paradiesische Bauten“, das mit dem Hamburger Literaturpreis 2020 ausgezeichnet wurde, brachte er in der Spielzeit 2020/21 am Thalia Theater Hamburg in eigener Regie zur Uraufführung. 2021 war er Finalist des 29. open mike und erhielt seit 2022 zahlreiche Stipendien, zuletzt 2025 das Stipendium des writers’ room Hamburg und der Kölner Schmiede des Literaturhauses Bonn. Sein aktuelles Stück „Zähne und Krallen“ ist bereits an mehreren deutschsprachigen Theatern aufgeführt worden.
Der 1991 geborene Dramatiker ist in unterschiedlichen Genres tätig und arbeitet derzeit unter anderem als Regisseur am Theater. Mit Spannung wird nun erwartet, welche Eindrücke und Begegnungen seines Aufenthalts in Pfaffenhofen Eingang in seinen „Zwischenfall“-Text finden werden.
Autor:Kulturamt Pfaffenhofen aus Pfaffenhofen |
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