Buchtipps der Stadtbücherei
- Thienemann
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Ricarda Messner: Wo der Name wohnt
Wie sehr bestimmt unsere Herkunft unser Sein und wie wichtig sind Namen für unsere Identität?
Eine lebenslange Aufgabe scheint es für diese junge Frau, ihrer eigenen Identität und Herkunft nachzuspüren. Sie durchforstet akribisch alle Dokumente, Fotos und Erinnerungsstücke ihrer Eltern, Großeltern und weiteren Vorfahren, die ihr in die Finger kommen, ja sie sucht sogar sehnsüchtig danach. Unwiederbringlich festhalten möchte sie all das, was ihr ganz persönliches immaterielles Erbe ausmacht, um sich selbst besser zu verstehen. Ihre Eltern und Großeltern sind in den siebziger Jahren von Riga nach Berlin gekommen, um sich ein anderes Leben aufzubauen.
Nur bruchstückhaft gelingt der Ich-Erzählerin eine Rekonstruktion des „Früher“, von dem sie als Kind lange glaubte, dies sei der Name eines fremden Landes. Zwischen den Kapiteln wird klar, dass sie gerne den Nachnamen der inzwischen verstorbenen Großeltern annehmen würde, um die Geschichte der Familie am Leben zu erhalten. Das deutsche Namensrecht unterliegt jedoch Regularien, die die Erfüllung dieses Wunsches unmöglich machen.
Ein autobiografischer Roman einer jungen Nachwuchsautorin, die mit einer sehr sensiblen, teilweise melancholisch-sentimentalen Sprache den eigenen Wurzeln nachspürt und mit ihrem Werk ein persönliches Memorandum setzt.
Elisabeth Brendel
Anne Becker: Linn und das Flüstern der Finsternis
Das Pflanzenmädchen und der Katzenjunge.
Linn Grünewald hat eine besondere Gabe. Wie ihre Großmutter besitzt auch sie die Fähigkeit, mit den Gefühlen der Pflanzenwelt in Kontakt zu treten. Was spannend klingt, ist nicht immer angenehm, denn sobald Linn irgendeine Pflanze mit ihren bloßen Händen oder Fußsohlen berührt, spürt sie all deren Kraft und Bedürfnisse, wie Verlangen nach Wasser oder Hunger nach Licht, als wären es ihre eigenen. Barfußlaufen über eine Wiese oder auf einen Baum klettern kann dadurch für Linn zu einer Tortur werden. In ihrer Klasse gilt sie als das komische Pflanzenmädchen, das niemand wirklich ernst nimmt. Nur Nathanael Nachtweih scheint Interesse an ihr zu zeigen. Aber erzählt man über seine Familie nicht auch allerhand Unheimliches? Warum werden sie hinter vorgehaltener Hand immer wieder als Katzenmenschen bezeichnet? Und wie eigenartig ist es, dass der Junge plötzlich zusammen mit seinem Onkel Dark in dem abgelegenen Dorf ihrer Oma auftaucht, wo Linn jedes Jahr ihre Ferien verbringt? Als Linn dort in einem magischen Garten von einem alten Ginkgo-Baum drei Bohnen in einem Glas anvertraut werden, ahnt sie nicht, dass dadurch ein Kampf um Hell und Dunkel, um Gut und Böse in der Pflanzenwelt entfacht wird, in dem sie selbst und ihr neuer Freund Nathanael eine entscheidende Rolle spielen.
Eine fantastische Freundschaftsgeschichte für Kinder ab 10 Jahren mit einem spannenden Grundgedanken, der die Eigenschaft der Pflanzen als Lebewesen in den Fokus rückt.
Elisabeth Brendel
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