Abwasser – aus den Augen, aus dem Sinn?

Hauseigentümer können Regenwasser in der Kläranlage reduzieren.

Pfaffenhofen auf dem Weg zur nachhaltigen Abwasserentsorgung

Im Alltag verschwendet kaum jemand einen Gedanken daran. Doch für kommunale Ver- und Entsorger wie die Stadtwerke Pfaffenhofen ist Abwasser nicht gleich Abwasser. Kläranlagen reinigen verbrauchtes Wasser so gut, dass es wieder in Bäche und Flüsse zurückfließen darf. Fast 5 Millionen Kubikmeter Abwasser haben die Stadtwerke Pfaffenhofen 2016 über ihr fast 200 km langes Kanalnetz behandelt. Das Abwasser besteht aus Schmutzwasser, Niederschlagswasser sowie unterirdischem Grund- und Quellwasser. Dieses Wasser aus grundwasserführenden Erdschichten gelangt über undichte Stellen und Lecks oder Drainagen in die Abwasserkanäle und verursacht höhere Kosten in der Kläranlage. Umgekehrt kann an solchen Bruchstellen auch Schmutzwasser austreten, eine Gefahr für das Grundwasser und für unsere Umwelt.

Schmutzwasser stammt aus Toiletten, Bädern und Küchen und muss in jedem Fall im Klärwerk gereinigt werden. Niederschlagswasser dagegen läuft von versiegelten Flächen und Dächern ab, landet oft im Gully und fließt von dort in die Kläranlage. Allerdings: Bei der alljährlichen Berechnung der Abwassergebühren für jedes einzelne Gebäude bleibt die Regenwassermenge bisher unberücksichtigt. Hier werden momentan noch allein die verbrauchten Trinkwassermengen zu Grunde gelegt.

Der Anteil an Niederschlagswasser, das im Abwasserkanalsystem landet, ist viel zu hoch. In der gesamten Stadt Pfaffenhofen waren es allein im Jahr 2016 etwa 1,3 Millionen Kubikmeter. Durch den Kanal fließt das Niederschlagswasser in die Kläranlage und wird dort aufwendig und teuer gereinigt. Überflüssigerweise, ursprünglich ist Regenwasser ja sauber. Dadurch entstehen viele unnötige Kosten: Einmal weil das an sich saubere Niederschlagswasser gar nicht gereinigt werden müsste. Aber auch der höhere Stromverbrauch für das Pumpen größerer Abwassermengen kostet Ressourcen und Geld. Bezahlen müssen das indirekt alle Grundstückseigentümer, über ihre Abwassergebühren.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz stehen für die Stadtwerke Pfaffenhofen an erster Stelle. Momentan plant das Kommunalunternehmen Konzepte, Abwasser umweltverträglicher und gerechter zu reinigen. Sauberes Regenwasser sollte auf Grundstücken versickern, wenn es die Bodenverhältnisse zulassen. Man kann es auch in Zisternen sammeln, um damit Pflanzen in hauseigenen Gärten zu gießen. Die Pläne der Stadtwerke Pfaffenhofen zielen darauf ab, das Grundwasser zu schützen, die Abwassermengen zu reduzieren und gerechte Gebühren zu erheben. Wie jeder Hausbesitzer Gebäude konkret dazu beitragen kann, zeigt die nebenstehende Grafik. Darauf sieht man anhand zweier illustrierter Gebäude, was nicht im Abwasser landen sollte (links im Bild) und wie die Abwasserreinigung umweltfreundlicher und gebührengerecht gestaltet werden kann (rechts im Bild).

Autor:

Stadtwerke Pfaffenhofen a. d. Ilm aus Pfaffenhofen

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