Jahresrückblick 2025
Projekte aus der Biodiversitätsstrategie
- Foto: Birgit Helbig
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Die Stadt Pfaffenhofen hat sich zum Ziel gesetzt, Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt zu ergreifen und Projekte dafür in der kommunalen Biodiversitätsstrategie festgehalten. Auch im vergangenen Jahr 2025 wurde fleißig an der Umsetzung gearbeitet.
Im Frühjahr, wenn die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht und die Tage länger werden, zieht es tatkräftige Gärtnerinnen und Gärtner nach draußen. Um Naturfreunden praktisches Wissen für die Pflege und Gestaltung des eigenen Gartens an die Hand zu geben, stellte Markus Gastl das Modell zum Drei-Zonen-Garten vor. In seinem Vortrag lernten die Gäste, welche unterschiedlichen Bereiche es in einem Naturgarten geben kann und wie sie gegenseitig voneinander profitieren. Erste Zone ist die sogenannte Ertragszone, in der Platz für den Gemüse-Anbau oder Beerensträucher ist. Wichtig ist auch die Hot Spot Zone, wo auf mageren Böden eine Vielfalt an heimischen Pflanzen blüht. Hier fühlen sich Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge wohl. Laub und Gräser aus der Hot Spot Zone dürfen als Nährstoffe und natürlichen Dünger in die Ertragszone eingebracht werden. Geschützt nach außen wird der Drei-Zonen-Garten durch Hecken o.ä., die Pufferzone. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreicher und lebendiger Garten mit einer großen Vielfalt an Insekten, Kleinsäugern und Pflanzen. Wer wenig Platz hat, kann schon mit kleinen Veränderungen viel bewegen, den sogenannten „Naturmodulen“. Dazu zählen zum Beispiel Steinpyramiden, eine Wasserschale, ein Gartenteich oder liegen gelassenes Totholz.
Viele Tipps fasst die neue städtische Broschüre zusammen: „Der Naturgarten“. Anhand farbenprächtiger Fotos wird erklärt, dass sich ein Naturgarten insbesondere durch heimische Pflanzen, eine hohe Artenvielfalt und wenig Pflegeaufwand auszeichnet und auf Pestizide und chemischen Dung verzichtet. Neben Bereichen für Tiere und Pflanzen sind gemütliche Sitz- und Liegebereiche zum Erholen und Natur Genießen genauso wichtig. Sowohl Naturgarten-Neulinge als auch erfahrene Gartenfreunde können sich für Ideen zum eigenen Garten inspirieren lassen. Die Broschüre liegt kostenlos im Bürgerbüro, im Verwaltungsgebäude am Sigleck sowie im Haus der Begegnung zum Mitnehmen aus.
Genauer auf die tierischen Bewohner im Garten durfte das Publikum im Theater-Schauspiel „Fräulein Brehms Tierleben“ blicken, und zwar auf den Regenwurm, den unscheinbaren „König des Erdreichs“. Anhand von Zeichnungen aus Alfred Brehms Werk sowie aktueller Forschung und Fotos lernten die Gäste auf humorvolle und charmante Weise viel Wissen über verschiedene Regenwurmarten und dass der Regenwurm fast überall auf der Welt vorkommt, unabhängig der Klima- und Vegetationszone.
Schauplatz der Biodiversität ist zum Beispiel der Gerolsbachpark. Hier fanden im vergangenen Jahr Führungen für Schulklassen unter anderem zum Thema Gewässer statt. Die Planungen zum Gerolsbachpark sind in vollem Gange. Innerhalb der nächsten Jahre werden Flächen im Sinne der Biodiversität aufgewertet und Aufenthalts-Bereiche für den Menschen gestaltet.
Weitere größere Maßnahmen werden auf Wiesen entlang der südlichen Ilm umgesetzt. Hier wird Retentionsraum geschaffen, innerhalb der nächsten Jahre ökologisch aufgewertet und weiterentwickelt. Begonnen wurde unter anderem mit Geländemodellierungen sowie Gehölzablagerungen. Pflanzungen und Ansaaten mit heimischem, artenreichem Saatgut sind geplant. Zudem wird der vorhandene Graben renaturiert und so seine Wertigkeit für die Natur erhöht. Im Ergebnis sollen die Flächen Lebensraum für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten bieten.
Weitere Begrünungen wurden im Stadtgebiet umgesetzt: Die Joseph-Maria-Lutz-Schule erhielt eine neue artenreich bepflanzte Fläche, die Kräuterbeete auf der Insel wurden mit weiteren Pflanzen aufgewertet und auf einigen Spielplätzen wurden Bäume gepflanzt. Neben deren ökologischer und klimatischer Funktion für die Umwelt können Kinder und Familien im Schatten der Bäume spielen und sich erholen.
Auch der Blick in das freie Pfaffenhofener Umland wurde geworfen. Die vielen Heckenstrukturen bieten wichtigen Lebensraum und Unterschlupf für Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Um den ökologischen Wert der Hecken zu stärken, wird mit deren Pflegeschnitt begonnen. Dabei wird eine Hecke nicht mit einem Mal zugeschnitten, sondern in mehrere Pflege-Abschnitte unterteilt. Die Heckenpflege ist von Oktober bis einschließlich Februar gesetzlich erlaubt und wird auch in diesem Jahr weiter fortgeführt.
Mit dem neuen Jahr 2026 werden auch weiter vielfältige Maßnahmen für die Biodiversität umgesetzt. Tierisch wird es im Bürgerpark. Hier gibt es bald eine Fledermaus-Hörstation, die Fledermausrufe in den für den Mensch hörbaren Bereich umwandelt. Wenn Fledermäuse an der Station vorbeifliegen, werden die Rufe in Echtzeit umgewandelt. Sind gerade keine Fledermäuse in der Nähe, können die Rufe über Band abgespielt werden. Am besten steht die Chance auf Live-Fledermausrufe in den Sommermonaten zu den Abend- und Nachtstunden. Dann gehen die Flugtiere auf Jagd nach kleinen Insekten in Gewässernähe oder über Grünflächen, wie am Aufstellort entlang der Ilm oder über den Pflanzflächen. Es kann auf weitere, vielfältige Projekte gespannt sein.
Autor:PAF und DU Redaktion aus Pfaffenhofen |
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