Preisverleihung zum Architektenwettbewerb „Wohnen nahe der Altstadt“

Sie freuten sich über den 1. Preis beim Architektenwettbewerb „Wohnen nahe der Altstadt“ (von rechts): Michaela Ausfelder, Sibylle Ebe, Christine Daub und Martin Janik von den EAP Architekten + Stadtplanern aus München sowie Landschaftsarchitekt Josef Garnhartner von den G+2S Landschaftsarchitekten aus Deggendorf.
 
Der Vorsitzende des Preisgerichts, Architekt Thomas Eckert aus Regensburg, erläuterte den Sieger-Entwurf. Links im Bild Werner Hiesinger, Geschäftsführer der städtischen Wohnraumbeschaffungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft, mit dem Modell.

Alle Pläne für sozialen Wohnungsbau an der Kellerstraße sind bis 1. April im Rathaus ausgestellt

Mit ihrem „klaren Städtebau, ihrer überzeugenden Freibereichsgestaltung und ihrer disziplinierten Grundrissstruktur“ hatte die Entwurfsplanung des Münchener Büros Ebe, Ausfelder und Partner Architekten und der G+2S Landschaftsarchitekten aus Deggendorf das Preisgericht beim Planungswettbewerb „Wohnen nahe der Altstadt“ überzeugt. Am Dienstagabend fand nun die Preisverleihung im Festsaal des Pfaffenhofener Rathauses statt. Zugleich wurde die Ausstellung aller eingereichten Pläne und Modelle für die künftige Wohnbebauung auf dem bisher als Parkplatz genutzten Grundstück an der Kellerstraße eröffnet. Sie kann noch bis zum 1. April zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros im kleinen Sitzungssaal im zweiten Stock des Rathauses besichtigt werden.

Neben dem Siegerentwurf zeichnete die Jury zwei weitere Planungen mit jeweils einem 3. Preis aus. Einen 2. Preis gab es nicht. Über je einen 3. Preis freuten sich die Pfaffenhofener Architektin Rita Obereisenbuchner und der Scheyerer Landschaftsarchitekt Norbert Einödshofer sowie die Münchener Büros studio Dietzig und micheller und schalk GmbH.

Bürgermeister Thomas Herker und Werner Hiesinger, der Geschäftsführer der städtischen Wohnraumbeschaffungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft, konnten neben den Planern und Architekten, Fach- und Sachrichtern sowie Vertretern des Stadtrates auch einige interessierte Besucher zur Preisverleihung im Rathaus begrüßen. Der Stadt Pfaffenhofen sei an einem langsamen, gezügelten Wachstum gelegen, erläuterte Thomas Herker, und so wolle man dem zunehmenden Druck auf den Wohnungsmarkt nur so weit nachgeben wie notwendig. Dringenden Handlungsbedarf gebe es aber beim Bau von Obdachlosenunterkünften und Sozialwohnungen und hier habe die Stadt auch bereits ganz konkrete Vorhaben.

Insgesamt 30 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren in den sozialen Wohnungsbau fließen und die Wohnanlage an der Kellerstraße wird hier ein erster Schritt sein, wie Herker betonte: „Das ist die größte, aber sicher nicht die letzte Maßnahme dieser Art.“ Die weitere Planung des Projekts soll nun zügig abgewickelt werden, um so bald wie möglich mit dem Bau beginnen und der Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt gerecht werden zu können.

An die Architekten, die an dem Planungswettbewerb teilgenommen hatten, richtete der Bürgermeister ein herzliches Dankeschön dafür, dass sie sich „der durchaus kniffligen Aufgabe gestellt“, interessante Ideen entwickelt und „viel Zeit und Hirnschmalz investiert“ hatten.

Der Vorsitzende des Preisgerichts, Architekt Thomas Eckert aus Regensburg, erläuterte, dass die zwölf Fach- und Sachpreisrichter sich einen ganzen Tag lang intensiv mit den zehn eingereichten Planungsentwürfen auseinandergesetzt hatten. Er stellte die drei ausgezeichneten Planungen anhand der ausgestellten Pläne und Entwürfe vor und ging auf die jeweiligen Vorzüge und Besonderheiten ein.

Hier ein Auszug aus der Beurteilung der Jury für den Siegerentwurf, der nun an der Kellerstraße realisiert werden soll. Auf dem bisher als Parkplatz genutzten Grundstück entstehen dann 34 Wohnungen und ein Laden mit Fördermitteln aus dem Wohnungspakt:

„Der Entwurf nimmt die Vorgaben des Bebauungsplanes auf und bildet drei eindeutige Baukörper, deren Rückgrat die einläufige Treppe von der Kellerstraße zur Thallerstraße bildet. Dadurch werden die Baumassen an der Kellerstraße angenehm gegliedert; in Verbindung mit der bereits bestehenden Wohnbebauung wird eine städtebauliche Symmetrie erreicht. Die gestufte Höhenentwicklung fügt sich angenehm in die bestehende Topographie ein und bildet unterschiedliche Freibereiche mit jeweils hoher Aufenthaltsqualität, die sich im zentralen Bereich wellenförmig von West nach Ost entwickeln. Dabei sind die halböffentlichen von den privaten Bereichen eindeutig getrennt. Eine Durchquerung des Gebietes entlang einer gut ablesbaren Treppenanlage für die Öffentlichkeit ist für die künftigen Bewohner klar ablesbar erkennbar und nicht störend.
Die Fassadengestaltung, vor allem zur Kellerstraße weist einen eindeutig städtischen Charakter auf, der die richtige Antwort an diese innerstädtische Lage gibt. Durch eingezogene Loggien sind alle Baukörper ruhig gestaltet. Die großzügige Aufglasung der Treppenhäuser bildet eine freundliche Eingangssituation; durch die natürliche Belichtung werden Angsträume vermieden.
Die konsequente Ausrichtung der Wohnungen nach Süden in den Häusern B und C und die eindeutige konstruktive Gliederung der Grundrisse bilden gute Raumqualitäten, die wirtschaftlich umgesetzt werden können (was sich z.B. bei der Installation der Haustechnik bemerkbar machen wird). Lediglich im Baukörper A sind einige Wohnungen zur Straße hin orientiert. Hier fehlen noch konkrete Aussagen zum Lärmschutz.
Die Erschließung der Tiefgarage erfolgt über die Zufahrt im Nachbargebäude. Im Tiefgaragengeschoss sind sämtliche notwendige Nebenräume kompakt angeordnet. Die Treppenräume zu den einzelnen Wohngebäuden sind strategisch gut platziert. Im Bereich zur Kellerstraße entstehen großzügige Gewerbe- und Gemeinschaftseinheiten, die eine flexible Nutzung ermöglichen. Die klar strukturierte Anordnung der Baukörper und Grundrisse lassen eine wirtschaftliche Umsetzung des Projektes erwarten. Die vorgehängte Mauerwerksfassade mit geschlämmten Ziegelsteinen muss hinsichtlich ihrer Kosten überprüft werden. Hier erwartet sich der Auslober wirtschaftlich günstigere Vorschläge ohne gestalterische Qualitätseinbußen. (. . .)“

Alle Pläne und Modelle des Architektenwettbewerbs „Wohnen nahe der Altstadt“ können bis zum 1. April im kleinen Sitzungssaal im 2. Stock des Rathauses während der üblichen Öffnungszeiten des Bürgerbüros besichtigt werden: Montag von 8 bis 16 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr und Donnerstag von 7 bis 18 Uhr.
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