Hochwasserfreilegung für Pfaffenhofen und Affalterbach kommt

Blick von der neuen llmbrücke in Affalterbach auf die hochwassergefährdete Ilmsiedlung. Die Brücke wurde bereits in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt so gebaut, dass sie den Anforderungen des Wasserwirtschaftsamtes zum Hochwasserschutz entspricht.
Was die Stadt Pfaffenhofen sich eigentlich bereits vor 20 Jahren erhofft hatte, soll jetzt endlich kommen: Das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt (WWA) will mit der Planung für eine Hochwasserfreilegung in Pfaffenhofen beginnen. Einen großen Vorteil gibt es jetzt: In die Planung wird nun auch der Bereich Affalterbach/Uttenhofen mit aufgenommen. Die dortige Ilmsiedlung, die nicht ohne Grund auch „Elend“ genannt wird, stellt ja einen Hochwasserschwerpunkt im Stadtgebiet dar.

Bevor das Wasserwirtschaftsamt mit der Planung beginnt, war zunächst die Finanzierung der mit rund 2,92 Millionen Euro veranschlagten Planungsleistungen zu klären. Der Stadtrat stimmte in seiner Sitzung am 13. September einstimmig der vorgelegten Finanzierungsvereinbarung zu, und so übernimmt die Stadt Pfaffenhofen die Hälfte der Planungskosten.

Die eigentlichen Schutzmaßnahmen kann man bisher noch nicht kalkulieren, eine erste grobe Kostenschätzung liegt aber bei mindestens 20 Millionen Euro. Voraussichtlich müssen in der Stadt ebenso wie in Affalterbach verschiedene Mauern und Deiche gebaut werden, und im Pfaffenhofener Süden soll ein großer Flutkanal angelegt werden.

Mit einer Umsetzung dieser Maßnahmen ist allerdings frühestens ab 2025 zu rechnen. Aktuell stellt der Abschluss der Planungsvereinbarung den Startpunkt des Planungsprozesses dar. Parallel dazu läuft jetzt die Neuberechnung eines hydraulischen Modells zum Überschwemmungsgebiet der Ilm auf Grundlage des Hochwassers vom Juni 2013. Die nächsten Schritte sind dann die europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen, die Erstellung der Planfeststellungsunterlagen und das eigentliche Planfeststellungsverfahren. Für die Durchführung der Baumaßnahmen ist dann eine weitere Vereinbarung zwischen dem Wasserwirtschaftsamt und der Stadt Pfaffenhofen zu schließen, in der es wiederum um die Verteilung der Kosten geht.

WWA-Abteilungsleiter Werner Eidelsburger erklärte in der Stadtratssitzung, warum sich seit fast 20 Jahren nichts tut in Sachen Hochwasserfreilegung in Pfaffenhofen. 1999 hatte nämlich der Stadtrat bereits das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt beauftragt, „unverzüglich mit den notwendigen Planungsschritten zur Einleitung der Hochwasserfreilegung in der Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm zu beginnen“.

Damals gab es aber fast zeitgleich das verheerende Pfingsthochwasser 1999 an der Donau, und damit hatte die Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Donau für das Wasserwirtschaftsamt Priorität. Im Übrigen wurden dann noch vom Rechnungshof die angedachten Planungen für überdimensioniert erachtet, so dass neue umfassende Berechnungen nötig wurden. Spätestens seit dem Hochwasser vom Juni 2013 ist aber eindeutig klar, dass genau diese Maßnahmen notwendig sind, um Pfaffenhofen und Affalterbach/Uttenhofen vor einem hundertjährlichen Hochwasser zu schützen.

Die Stadt Pfaffenhofen hat seit 1999 immer wieder an die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen in Pfaffenhofen erinnert, und jetzt scheinen die Bemühungen endlich erfolgreich zu sein.

Stadt und Stadtrat würden das Planungsverfahren gern beschleunigen, und so bot die Stadtverwaltung jede mögliche Unterstützung an. Darüber hinaus hat die Stadt bei ihren eigenen Baumaßnahmen bereits den Hochwasserschutz berücksichtigt, so etwa beim Bau der neuen Grund- und Mittelschule sowie bei der Errichtung der neuen Ilmbrücke in Affalterbach.

In der Stadtratssitzung am 13. September wurde vorgeschlagen, eine Informationsveranstaltung zur Hochwasserfreilegung durchzuführen. Diese Anregung will das Wasserwirtschaftsamt aufgreifen, allerdings erst, wenn es an konkrete Planungen geht, die man vorstellen kann.
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