Peter Zemla ist Joseph-Maria-Lutz-Stipendiat

Peter Zemla
Die Entscheidung für 2018 ist gefallen

Es war wieder ein langer Weg zur Entscheidung: Mitte November endete die Bewerbungsphase für das Lutz-Stipendium. Die Jury war seitdem damit beschäftigt, die vielen Bewerbungen zu sichten, um einen geeigneten Kandidaten aus den wieder knapp 60 Einsendungen aus ganz Deutschland auszuwählen. Jeder Bewerber hatte hierfür bis 15 Seiten Textprobe eingereicht, die alle der Sichtung und Prüfung bedurften.
Das Stipendium ist bekanntermaßen dazu bestimmt, Schriftstellern während ihres Aufenthalts in Pfaffenhofen die Möglichkeit zu geben, literarische Arbeiten zu beginnen, zu realisieren oder fertig zu stellen.

Über die Vergabe des Stipendiums für das Jahr 2018 hat nun in ihrer Sitzung wieder die dreiköpfige Fachjury entschieden. Die Jury, bestehend aus dem Pfaffenhofener Schriftsteller und ehrenamtlichen Kulturreferenten Steffen Kopetzky, der Kultur-Journalistin Barbara Fröhlich und dem Theaterwissenschaftler, Dramaturgen und Philosophen Dr. Lenz Prütting, tagte in dieser Zusammensetzung bereits in den letzten beiden Jahren.

Auch in diesem Jahr war es kein einfacher Entscheidungsprozess, der zur dennoch eindeutigen Wahl des diesjährigen Stipendiaten führte: Peter Zemla aus Bayreuth.
Die Wahl des diesjährigen Stipendiaten ist eine in einer Hinsicht außergewöhnliche Entscheidung: Peter Zemla ist Jahrgang 1964 und damit deutlich älter als die bisherigen Stipendiaten. Sein eingereichter Text, ein Auszug seines Romanprojekts mit dem Titel „Die Hinrichtung“, überzeugte dennoch die Jury voll und ganz aufgrund seines sprachlichen Duktus, der die Jury etwas an einen Schriftsteller mit derselben Heimatstadt erinnerte, an den Bayreuther Klassiker Jean Paul. Diese Lust am detailreichen und farbigen Erzählen verbunden mit einer feinen ironischen Note und einer selbstreflexiven Erzählweise war es, die letztendlich den Ausschlag für die Entscheidung gab. Denn diese Art des Erzählens schien der Jury bestens geeignet, einen Zwischenfall für Pfaffenhofen zu verfassen und dabei genaue Beobachtungen einzubringen und die Stadt damit literarisch fassbar zu machen.

Peter Zemla wurde 1964 in Bamberg geboren. Er studierte Germanistik und Philosophie in Erlangen, danach absolvierte er eine Ausbildung zum Journalisten. Zemla arbeitete als Redakteur u. a. bei ProSieben. Seit Ende der 90er Jahre ist er freiberuflich als Journalist, zuletzt als Texter tätig. Seit 2013 konzentriert er sich auf seine schriftstellerische Tätigkeit. Er lebt und arbeitet in Bayreuth und veröffentlichte Prosa und Lyrik in Zeitschriften und Anthologien. Sein Hörspiel „Mein Bruder“ war ein Gewinnerstück der Wettbewerbsreihe „Public Workshop“ des Bayerischen Rundfunks und wurde 2017 vom Bayerischen Rundfunk produziert und ausgestrahlt.

Peter Zemla wird Anfang Mai als diesjähriger Lutz-Stipendiat in den Flaschlturm ziehen und die Sommermonate dort verbringen. Am Freitag, 27. Juli wird er seinen Text über Pfaffenhofen, seinen „Zwischenfall“ dem Pfaffenhofener Publikum vorstellen.

Zemla ist damit Stipendiat im Jubiläumsjahr des Stipendiums: Er ist nach der Begründung im Jahr 2014 der fünfte Stipendiat im Flaschlturm. Anlässlich dieses „runden Geburtstags“ sowie der im Sommer stattfindenden Paradiesspiele lädt die Stadt Pfaffenhofen Anfang Juli alle bisherigen Stipendiaten und einige literarische Gäste zu einem Symposium. Beim vom Lyriker Nico Bleutge geleiteten Treffen diskutieren die Teilnehmer über verschiedene Themen und tauschen sich über ihre Arbeit aus. Am Samstag, 7. Juli, ist dann im Festsaal des Rathauses eine Abschlusslesung aller teilnehmenden Schriftsteller geplant.
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