Vogelliebhaber- und Vogelschutzverein
Nisthilfen für Spätheimkehrer

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Der Frühling kommt, die Natur fängt an zu leben. Die letzten Zugvögel kehren wieder in ihre Brutgebiete zurück, denn ihre „Innere Uhr“ hat ihnen signalisiert: das Winterquartier verlassen, das Eintreffen bei uns wird aber auch vom Wetter bestimmt. Die ersten heimischen Singvögel sind bereits eifrig auf "Wohnungssuche" oder haben bereits ihre Nisthilfe bezogen. Die jährliche Reinigung der Nisthöhlen sollte längst erfolgt sein, die Vögel wollen nun nicht mehr gestört werden, die ersten sitzen bereits auf Eier. Die Vögel bauen für jede Brut ein neues Nest. Gebrauchte Nisthöhlen, die häufig aber auch als Schlafplatz genutzt wurden, werden nicht nur zu klein, vor allem halten sich darin Parasiten auf und sind entsprechend verdreckt.

Langstreckenzieher wie Kuckuck, Fitis, Braunkehlchen, Gartenrotschwanz und Pirol ziehen bis nach Südafrika. Kurzstreckenzieher wie Kiebitz, Feldlerche, Bachstelze, Star, Girlitz haben meist kürzere Wege und überwintern in Südeuropa und Nordafrika. Bei einigen Arten, sogenannte Teilzieher wie Erlenzeisig, Buchfink, Stieglitz, Birkenzeisig und Rotkehlchen, bleiben einzelne Tiere auch ganzjährig bei uns. Häufig treffen die Männchen etwas früher ein, besetzen einen Eigenbezirk und locken mit ihrem Gesang dann die später ankommenden Weibchen an. Sie haben einen weiten und gefahrvollen Weg aus ihren Überwinterungsgebieten zurückgelegt und mussten nicht nur den natürlichen Gefahren auf dem tausende Kilometer weiten Weg trotzen.

Viel problematischer ist das Ausweichen von den tausenden Schrotkugeln, die südländische „Vogeljäger“ mit Genehmigung von Regionalpolitikern trotz der strengen EU-Richtlinien auf die Zugvögel abfeuern oder die Netzanlagen. Die Jagdsaisonen in diesen Ländern sogar wurden sogar verlängert. In der Lombardei (Italien) dürfen so in einer Zugsaison 650.000 Buch- und Bergfinken, Wiesenpieper und Kernbeißer gefangen bzw. gejagd werden. Die Bestände an Drosseln und Lerchen sind bereits so weit zurückgegangen, dass sie den Bedarf an dieser „kulinarischen Spezialität“ (Polenta mit Vogelbrüstchen) nicht mehr decken können. Wir sind alle gleich, nur ein paar Länder sind gleicher – Selige EU! Sie setzt ihre Schutzgesetze nach wie vor nicht durch.

Während die ersten Vögel bereits ihre „Villa“ zur Aufzucht ihres Nachwuchses gefunden haben, sind die Spätheimkehrer noch auf der Suche nach einer Astgabel, einem Unterstand, Mauervorsprung oder Höhle. Einige Vogelarten bauen ihre Nester in Bäume und Büsche und suchen dichtes Gezweig und passende Zweigquirle als Nistunterlagen. Als gerne angenommene Alternative können Sie mit Zweigen von Nadelgehölzen oder Ginster an die Südostseite eines Baumstammes binden, das herunterhängende Bündel hochschlagen und oben festbinden. Mit der Hand drückt man dann eine Höhle hinein.

Zu den Spätheimkehrern gehört auch der herrlich gefärbte Gartenrotschwanz, Grau- und Trauerschnäpper und Wendehals. Leider trifft man sie immer seltener in den Gärten an. Mitte April bis Anfang Mai kehren sie aus dem Winterquartier in Afrika zu uns zurück und finden nur noch sehr schwer einen geeigneten Nistplatz. Sie bekämpfen dann auch Nistplätze von Blaumeisen, die bei uns überwintern, deshalb früher mit der Brut beginnen und auch Nisthöhlen mit größerem Flugloch belegen. Ein Tipp: Im April noch Nistkästen mit größerem Flugloch aufhängen, um Revierkämpfe zu vermeiden. Eine Bitte an dieser Stelle: Die Winterfütterung einstellen!

Spezielle Bauanleitungen stellt der Vogelliebhaberverein PAF, Kirschbaumweg 9, gegen einen kleinen Unkostenbeitrag oder auch online unter josef-wilhelm@gmx.de zur Verfügung, fertige Nisthöhlen bietet der Fachhandel an.

Der Verein unterhält ca. 250 Nisthöhlen im gesamten Stadtgebiet. Die Naturschutzwarte Adolf und Kathi Denk reinigen diese mit Ihrer Enkelin Simone bereits im Spätherbst bzw. zeitigem Frühjahr und führen Buch darüber. Auch im letzten Jahr wurden wieder ca. 90% der Nisthilfen für die Aufzucht der Jungen genutzt und für den Nestbau insbesondere im Bürgerpark, Biber- und Gerolsbach zunehmend Plastikabfälle dafür verwendet.

Ein Starenkasten hilft dabei, den immer seltener anzutreffenden Star in den eigenen
Garten zu locken.
Autor:

Vogelliebhaber- und Vogelschutzverein Pfaffenhofen a.d.Ilm und Umgebung e. V. aus Pfaffenhofen

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