Erfolgsgeschichte
Ein Jahr Pfaffenhofener Land

Erzeugerin Manuela Ulrich vom Klostergut Prielhof Scheyern
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  • Erzeugerin Manuela Ulrich vom Klostergut Prielhof Scheyern
  • Foto: Kloster Scheyern
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Im Juli wurde die Pfaffenhofener Land-Gemeinschaft ein Jahr alt. Gebührend gefeiert wurde mit einem Geburtstags-Naschmarkt auf dem Hauptplatz. Viele Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung und ließen sich Anfang Juli mit Produkten von rund 60 regionalen Erzeugern verköstigen. Anlässlich des Jubiläums erläutern die Vorsitzende Barbara Weichselbaumer und Co-Vorstand Markus Käser die Idee und die vielen Vorteile des Erzeugermarkts und verraten was der Verein in Zukunft noch alles vorhat. Eine der rund 60 lokalen Erzeugern, Manuela Ulrich vom Klostergut Prielhof Scheyern erzählt, warum der zusätzliche Vertrieb ihrer Produkte über das Pfaffenhofener Land für Sie sinnvoll ist und was sie sich für die Zukunft wünscht.

Wie genau ist die Idee hinter dem Pfaffenhofener Land entstanden?

Barbara Weichselbaumer:
Nähe, Identität, Transparenz: Immer mehr Menschen sehnen sich nach Vertrauen und Regionalität, auch beim Kauf von Lebensmitteln. Wir erfüllen so den Wunsch unserer Bürger nach gesunden, regionalen Produkten und wir schaffen für unsere Landwirte zusätzliche Absatzwege. Um es kurz zu sagen: Lokale, saisonale und fair produzierte Lebensmittel und Produkte aus dem direkten Umland in die Stadt sowie Erzeuger und Verbraucher wieder zusammenbringen – das war die Gründungsidee unserer Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft. Unser Verein Direktvermarktung Pfaffenhofener Land und Hallertau e.V. wurde 2019 von Verbrauchern und Erzeugern gegründet. Stand heute – August 2021 – beteiligen sich über 60 Erzeuger*innen mit über 1200 regionalen Produkten an unserer Direktvermarktung – vieles davon in Bio-Qualität.

Welchen Nutzen hat der Pfaffenhofener Verbraucher? Was unterscheidet euch von anderen und welche Vorteile hat eure Idee?

Markus Käser:
Wer Lust hat auf frisches Obst und Gemüse, auf Käse, Fleisch, Eier, Brot, Milch und Getränke, am liebsten in Bio-Qualität von regionalen Erzeugern. Und wer weder Zeit noch Lust hat, dafür zehn Hofläden mit ihren unterschiedlichen Öffnungszeiten abzufahren, der ist bei uns genau richtig!
Alle Lebensmittel und Produkte stammen von bäuerlichen Erzeuger*innen, Lebensmittel-Handwerker*innen und kleinen Manufakturen aus der Region. Im Durchschnitt liegen zwischen Herstellungsort und Verkauf rund 20 km Transportweg.

Zum Verkauf nutzen wir eine Online-Plattform. Man könnte auch sagen ein digitaler Hofladen für die Hosentasche. Das Konzept hat Vorteile für beide Seiten. Die Verbraucher*innen brauchen weder Einkaufszettel noch Bargeld. Das was sie mitnehmen, haben sie zuvor online bestellt und bezahlt. Und die Erzeuger wissen im Voraus genau, wie viel Ware sie mitbringen müssen. Unverkaufte Lebensmittelreste können so fast vollständig vermieden werden.
Und so funktioniert es: Einfach bis Donnerstagnacht online bestellen und jeden Samstag von 9 Uhr bis 12 Uhr in Pfaffenhofen, Rohrbach, Schweitenkirchen sowie Jetzendorf abholen oder nach Hause liefern lassen.

Die Reichweite von Pfaffenhofener Land wird größer (z. B. durch neue Abholpunkte in umliegenden Ortschaften). Beanspruchen viele Leute die neuen Einkaufsmöglichkeiten?

Barbara Weichselbaumer:
Unser Direktvermarkter-Verein „Pfaffenhofener Land“ kann nur in einem Jahr auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken – über 1700 Kunden haben sich bereits auf der Online-Plattform angemeldet. Bis zu 250 Bestellungen werden jeden Samstag abgewickelt. Die weiteren Abholpunkte in Schweitenkirchen, Rohrbach und Jetzendorf werden sehr gut angenommen. Mit unseren Pop-Up-Markthallen bringen wir nicht nur regionale Produkte in die Region sondern tragen so auch zur Belebung der alten Ortskerne bei.

Was soll in Zukunft noch umgesetzt werden?

Markus Käser:

Ein neuer Drive-In-Abholpunkt – für schwere und große Bestellungen – beim Kramerbräu Pfaffenhofen ist bereits gestartet. Außerdem planen wir weitere Abholpunkte und kühlbare Abholstationen, eine Ausweitung des Lieferdienstes, einen Gastroservice und werden wir unser Angebot um viele weitere vegane Produkte vergrößern.

Was genau stellen Sie her und wie sind Sie auf das Pfaffenhofener Land gekommen?

Manuela Ulrich:
Wir produzieren Käse aus Ziegenmilch.
Bei Pfaffenhofener Land sind wir dabei weil wir für unsere Direktvermarktung neue Wege einschlagen wollten.

Hat sich für Sie etwas geändert und wenn ja, was genau?

Manuela Ulrich:
Für uns als kleinere Erzeuger und Direktvermarkter ist Pfaffenhofener Land ein perfekter Einstieg neue Vermarktungswege auszuprobieren, weil wir ohne große Investitionen sofort loslegen können und unsere Kunden direkt erreichen. Besonders gefällt uns der ausschließliche regionale Fokus. So stemmen wir uns hier vor Ort gegen globale Lebensmitteltransporte und schaffen regionale Wertschöpfung. Der “digitale Hofladen” ist ein Vorteil weil wir durch die Vorbestellung auf den Punkt unsere Produkte ernten bzw. herrichten können und so am Ende des Markttages keine Lebensmittel übrig bleiben.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Manuela Ulrich:

Wir wünschen uns, dass es so erfolgreich weitergeht und wir noch viele neue Kund*innen bekommen und neue Standorte in der Region - zum Beispiel in Scheyern - aufgebaut werden können.

Autor:

PAF und DU Redaktion aus Pfaffenhofen

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