Kultursommer
Rückblick auf das erste Wochenende

Künstlerin malt auf großer schwarzer Wand ein Kunstwerk auf dem Hauptplatz gegenüber des Landratsamts
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  • Live-Malaktion von Eva Krusche auf dem Hauptplatz.
  • Foto: Lena Schwärzli, Stadtverwaltung Pfaffenhofen a. d. Ilm
  • hochgeladen von PAF und DU Redaktion

Am vergangenen Wochenende startete der Pfaffenhofener Kultursommer. Neben der offiziellen Eröffnung in der Kunsthalle war das erstmals veranstaltete Kunst-Wochenende ein Highlight: zwei Tage voller Kunst, Begegnungen und kreativer Atmosphäre. Egal, wohin man auch blickte oder durch die Stadt schlenderte – an den unterschiedlichsten Orten in der Innenstadt gab es am Samstag und Sonntag Kunst zu entdecken.

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, bildende Kunst in ihren unterschiedlichsten Facetten zu entdecken und mit den Kunstschaffenden direkt ins Gespräch zu kommen. An mehr als 20 Standorten präsentierten über 40 Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten – von Malerei und Fotografie über Skulptur und Keramik bis hin zu Urban Art und interaktiven Formaten.

Spannende Einblicke in Werk und Denken von Benedikt Hipp

Einen besonderen Auftakt setzte die Eröffnung der Ausstellung „Ground Control“ des renommierten Künstlers Benedikt Hipp im Hungerturm. Bürgermeister Thomas Herker und Sachgebietsleiter Kultur und Veranstaltungen Sebastian Daschner hoben dabei die Bedeutung der bildenden Kunst für das kulturelle Leben der Stadt hervor. Thema des Wochenendes sei es auch gewesen, an besonderen Orten Kunst zu zeigen – am Hungerturm treffe ein besonderer, renommierter Künstler auf einen Ort, der bisher nicht als Ausstellungsort genutzt wurde. Etwas Besonderes sei auch die Ausstellung an sich: Benedikt Hipp hat bisher noch nie eine Einzelausstellung in Pfaffenhofen gezeigt.

Auf großes Interesse stieß das Künstlergespräch zwischen Benedikt Hipp und dem Schriftsteller Steffen Kopetzky am Sonntag im Festsaal. Die Besucherinnen und Besucher erhielten faszinierende Einblicke in Hipps Arbeitsweise und künstlerische Entwicklung. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedliche Aspekte seines Schaffens zusammenhängen – von der Anlage eines permakulturellen Gartens auf dem Gelände der Villa Massimo bis hin zur Verwendung jahrhundertealter Brenntechniken für Keramik. Auch die Frage, warum sich der vor allem für seine herausragenden Ölgemälde bekannte Künstler zunehmend der Keramik zuwendet, wurde beleuchtet.

Deutlich wurde auch, wie zentral für Hipps Denken und Werk das Prinzip der Emergenz ist: Einzelne Elemente entfalten ihre Bedeutung erst im Zusammenspiel und werden als Ganzes sichtbar. Anschaulich schilderte Hipp zudem prägende Stationen seines Werdegangs – von einer Katzenmumie im ersten Atelier, die Ausgangspunkt eines frühen Kunstprojekts wurde, bis zur aufwendigen Brenntechnik, deren Vorbereitung und Durchführung bis zu einem Monat in Anspruch nehmen kann. Auch die jahrhundertealte Familientradition des Wachsziehens, die sein Werk bis heute beeinflusst, war Thema des Gesprächs.

Offene Ateliers, Live-Malaktionen und Kunst-Party in der Innenstadt

Auch auf dem Hauptplatz wurde Kunst unmittelbar erlebbar: Johannes Brechter, Lion Fleischmann, Amin Kiss-Istok und Eva Krusche gestalteten großformatige Arbeiten auf schwarzen Tafeln live und gaben Einblicke in ihre kreativen Prozesse. In der Kirchgasse entstand währenddessen ein beeindruckendes Urban-Art-Projekt: Die Graffiti-Künstler Patrick Hartl und Christian Hundertmark alias C100, die sich zusammen Layercake nennen, verwandelten die Fassade des Hauses in ein großflächiges Kunstwerk.

In der Goldschmiede von Konstanze Mäschle zeigte die ukrainische Künstlerin Iryna Fedorenko ihre Arbeiten. Die Rathaus-Galerie präsentierte Gemälde von Eduard Luckhaus und Michael P. Weingartner und in der Galerie kuk44 wurde am Sonntag die Ausstellung „Zukunft braucht Herkunft“ von Bettina Kiebler und Karolin Schumann eröffnet. Die beiden Künstlerinnen verbinden darin digitale, KI-gestützte Porträtkunst mit abstrakter Malerei.
In der ehemaligen Druckerei Prechter stellten Robert Rist und Dr. Christoph Scholter aktuelle Werke aus. Während im Anbau der Spitalkirche aktuelle Arbeiten der Kulturförderpreisträger Phillip Brosche, Norbert Käs, Sebastian Klein und Matthias Wurm zu sehen waren.

Einen für viele Besucherinnen und Besucher bislang unbekannten Ausstellungsort erschloss der Fotograf Kai R. Joachim im Kramerbräukeller. Dort präsentierte er eindrucksvolle Konzertfotografien und spontane Momentaufnahmen international bekannter Rockmusiker.

Großen Zuspruch erhielt auch das Format „Kunst oder Künstchen?“, bei dem Kunsthistorikerin Karin Probst mehrere eingereichte Kunstwerke, z. B. von Herbert Klee, Michael P. Weingartner, aber auch von Paul Fuhrmann, vor Publikum begutachtete und einordnete. Die Mischung aus fachlicher Expertise und unterhaltsamer Präsentation begeisterte die Besucherinnen und Besucher und sorgte für angeregte Diskussionen.

Darüber hinaus gewährte das Open House im Kreativquartier Einblicke in die Ateliers der dort arbeitenden Künstlerinnen und Künstler. Die DIN A4 Bar lud zur Ausstellung von Georg Fuchssteiner sowie zu einem Künstlergespräch ein. Zahlreiche weitere offene Ateliers, Ausstellungen und Kunstaktionen machten die Stadt zu einem vielfältigen Parcours für Kunstinteressierte.

Auf der Kunst-Party vor dem Rathaus konnten die Gäste an beiden Tagen bei Musik, Streetfood und sommerlichen Temperaturen die kreativen Eindrücke Revue passieren lassen. Mit seiner gelungenen Mischung aus Ausstellungen, Führungen, Künstlergesprächen und Begegnungen hat das Kunst-Wochenende eindrucksvoll bewiesen, welches kreative Potenzial in Pfaffenhofen und der Region steckt. Die erfolgreiche Premiere macht Lust auf eine Fortsetzung und setzt zugleich einen vielversprechenden Auftakt für den diesjährigen Kultursommer.

Kultursommer-Eröffnung in der Kunsthalle

Einen Tag vor dem Kunst-Wochenende, am Freitagabend, fand in der Kunsthalle die offizielle Eröffnung des Kultursommers und damit auch die Vernissage der Ausstellung „Gebilde und Gehäuse“ der Münchner Künstlerin und Architektin Regina Baierl statt. Pünktlich um 18 Uhr eröffnete Bürgermeister Thomas Herker den diesjährigen Kultursommer. Herker betonte, dass die Stadt trotz der Sparmaßnahmen den größten Kultursommer mit insgesamt 41 Veranstaltungen für die Bürgerinnen und Bürger ermöglichen konnte. Anschließend begrüßte Bernhard Averbeck, Vorstand des Neuen Pfaffenhofener Kunstvereins die Gäste und eröffnete die Ausstellung in der Kunsthalle.

Die Werke von Regina Baierl – ihre „privaten Gehäuse“ und „Studioli“ sind eine Werkreihe, bei der alltägliche, ausgediente Möbelstücke transformiert und in begehbare Kleinstarchitekturen verwandelt werden, Objekte und Räume zwischen Skulptur und Architektur. Türen und Klappen verwandeln sich in Durchgänge oder Tische, kleine Fenster öffnen den Blick nach außen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Juli zu sehen. Während der Laufzeit werden mehrere Führungen mit der Künstlerin, Filmabende sowie Workshops für Kinder angeboten. Nähere Informationen gibt es unter: kunstverein-pfaffenhofen.de/post/2026-gebilde-und-gehaeuse

Der Kultursommer geht weiter

Bis Anfang August bietet der Pfaffenhofener Kultursommer noch jede Menge Veranstaltungen. Das gesamte Programm ist unter pfaffenhofen.de/kultursommer zu finden.

Künstlerin malt auf großer schwarzer Wand ein Kunstwerk auf dem Hauptplatz gegenüber des Landratsamts
Bürgermeister an Stehtisch mit Mikrofon in der Kunsthalle, Menschen außen herum
Menschen in der Kunsthalle betrachten Werke, ein Schrank als Kunstwerk in der Mitte
Steffen Kopetzky mit Benedikt Hipp sitzend auf der Bühne des Festsaals im Gespräch
Publikum im Festsaal, auf der Bühne Karin Probst mit Bürgerin und einem Kunstwerk
Autor:

Kulturamt Pfaffenhofen aus Pfaffenhofen

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