Vorbild für Nächstenliebe und Humanismus
Gelungene Feier von Sali Çekaj an der Mutter-Teresa-Statue
- Auf dem Pfarrplatz, vor der Mutter-Teresa-Statue, fand die Jubiläumsfeier statt.
- Foto: E. Steinbüchler
- hochgeladen von Internationaler Kulturverein Pfaffenhofen (IKVP)
Mutter Teresa ist weltweit bekannt und gilt als Symbolfigur für tätige Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Humanismus über alle Grenzen von Staaten und Religionen hinweg. Für die Albaner ist sie eine Nationalheilige. Der albanisch-deutsche Kulturverein Sali Çekaj hat ihr zu Ehren vor zehn Jahren, im Juni 2016, eine Statue neben der Pfaffenhofener Stadtpfarrkirche aufgestellt. Solidarität mit Bedürftigen und tatkräftige Unterstützung für Arme sind ja auch dem Verein ein großes Anliegen.
Das zehnjährige Jubiläum war am Sonntag ein guter Anlass für ein großes Fest, zu dem Argent Ferizi, der Vorsitzende von Sali Çekaj, über 200 Besucher und eine ganze Reihe von Ehrengästen auf dem Pfarrplatz begrüßen konnte.
„Wir feiern heute nicht nur das zehnjährige Bestehen der Mutter-Teresa-Statue in Pfaffenhofen, sondern auch das, wofür sie steht: Menschlichkeit, Nächstenliebe und gegenseitigen Respekt“, betonte Argent Ferizi. Pfaffenhofen sei für viele Albaner bzw. Kosovaren, die vor Jahrzehnten als Kriegsflüchtlinge hierhergekommen waren, längst zu einer zweiten Heimat geworden. Hier werde Integration gelebt und aus einem Nebeneinander der Kulturen sei inzwischen ein echtes Miteinander geworden.
Ein Dankeschön richtete der Vorsitzende an Pfarrer Albert Miorin, der den Pfarrplatz und das Pfarrheim für die Feier zur Verfügung gestellt hatte. „Mutter Teresa schafft es immer wieder, Menschen um sich zu versammeln“, erklärte Miorin und erzählte, dass des öfteren Besucher interessiert vor der Statue stehen bleiben oder auch Blumen ablegen. „Und sie war auch eine schlagfertige Frau“, fügte er hinzu, denn auf die Frage, wie man ihr helfen könne, habe sie geantwortet: „Kennt ihr die Armen in eurer Stadt? Helft denen!“
Die Bedeutung von Mutter Teresa und auch die Verdienste des Vereins Sali Çekaj hoben auch Gentiana Mburimi, die albanische Konsulin in München, der kosovarische Imam Xhevat Kryeziu und die anwesenden Politiker in ihren Grußworten hervor. Landrat Albert Gürtner dankte dem Verein Sali Çekaj für die gelungene Integration: „Sie sind Teil unseres Landkreises.“ Der Integrationsbeauftragte Karl Straub betonte, dass die Statue mehr sei als eine schöne Geste, denn mit ihr hätten die Albaner in Pfaffenhofen ein dauerhaftes Zeichen gesetzt. Und Zweiter Bürgermeister Peter Heinzlmair erklärte, Pfaffenhofen sei stolz auf die kulturelle Vielfalt und das gute Miteinander in der Stadt.
Marita Emrich, die Vorsitzende des Internationalen Kulturvereins Pfaffenhofen (IKVP), arbeitet eng mit Vertretern von Sali Çekaj zusammen und erlebt den Verein als „aufgeschlossene, hilfsbereite und stolze Gemeinschaft“. Ebenso wie ihr Amtsvorgänger Sepp Steinbüchler dankte sie Sali Çekaj für die tatkräftige Unterstützung und langjährige Verbundenheit.
Dankeschön sagte auch Argent Ferizi im Namen seines Vereins, und bei einigen Unterstützern bedankte er sich mit besonderen Ehrenurkunden: bei der Stadt Pfaffenhofen, vertreten durch Peter Heinzlmair,
bei Don Shtjefen Dodes in Vertretung von Don David Xhurgja, bei Dr. Mark Palnikaj, Imam Xhevat Kryeziu, Generalkonsuliun Gentiana Mburimi, bei Zeqir Mehmetaj, dem Leiter des albanischen Senders "RTV Fontana", und bei Elisabeth und Sepp Steinbüchler, die er als „Motoren des interkulturellen Zusammenlebens in Pfaffenhofen“ bezeichnete.
Ihre Kultur und ihre eigene Sprache ist den Albanern nach wie vor wichtig, und so wurde das Fest zweisprachig moderiert – auf Deutsch von der Integrationslotsin Nevila Saja-Seefried und auf Albanisch vom Opernsänger Artan Lika, der auch für einige musikalische Einlagen sorgte. Ein junges Mädchen, Leona Shala, sprach in der Ordenstracht von Mutter Teresa ein Gedicht über die Ordensgründerin, die auch als „Engel der Ärmsten“ bekannt ist.
Aufgelockert wurden die Ansprachen und Grußworte außerdem durch Vorführungen der rumänischen Tanzgruppe und der Kinder- und Jugendtanzgruppe von Sali Çekaj.
Zum Jubiläums-Programm gehörte auch ein interreligiöser Open-Air-Gottesdienst, den Stadtpfarrer Albert Miorin leitete. Zur Seite standen ihm dabei Don Albert Krista, der Pfarrer der albanisch-kosovarischen Gemeinschaft, Pfarrer Slobodan Mykola von der ukrainischen griechisch-orthodoxen Kirche sowie Coskun Öztürk, der Imam der türkisch-islamischen Gemeinde. Letzterer verabschiedete sich gleichzeitig von den Pfaffenhofenern, da er Ende des Monats in die Türkei zurückkehrt. Ein von allen Anwesenden gemeinsam gesprochenes Gebet der Vereinten Nationen appellierte an jeden Einzelnen, sich einzusetzen für Frieden und Menschenrechte. Musikalisch begleiteten Willi Breher an der Gitarre und der Sänger Artan Lika die religiöse Feier.
Zum Abschluss der Veranstaltung gab es ein leckeres, traditionell albanisches Buffet, zu dem die Frauen und Mädchen des Vereins ins Pfarrheim einluden, tatkräftig unterstützt von einigen jungen Burschen, die Getränke anboten.
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