Gefahren für Leib und Seele
Eineinhalb Jahrhunderte Kindergartengeschichte

Blick in das Innere des Kindergartens mit den Kindergartenkindern (1926)
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  • Blick in das Innere des Kindergartens mit den Kindergartenkindern (1926)
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„Bewahren vor Gefahren des Leibes und der Seele“ – Eineinhalb Jahrhunderte Kindergartengeschichte in der Stadt

Heute ist Pfaffenhofen mit zwölf Kindergärten und neun Kinderkrippen zur Betreuung und Beaufsichtigung von Kindern im Vorschulalter hervorragend aufgestellt. Derartige Einrichtungen entstanden erstmals im 19. Jahrhundert und gehen in Pfaffenhofen auf die Initiative der bis heute einzigen Ehrenbürgerin zurück.

Gründungsimpuls 1871

Bis in die 1860er Jahre gab es in Pfaffenhofen keine Einrichtung für die Unterbringung nicht schulpflichtiger Kinder. Diese wurden meist zur Feldarbeit mitgenommen oder von den älteren Geschwistern beaufsichtigt. Um jedoch in Pfaffenhofen die Eltern bei der Kindererziehung zu unterstützen, setzte sich Anna Kittenbacher (1808–1895), die Frau des Stadtpfarrmesners und früheren Bürgermeisters Augustin Kittenbacher, für eine Einrichtung dieser Art ein. Im Jahr 1871 brachte sie ihr Vorhaben beim Stadtrat vor, der die Initiative sofort unterstützte. Der Magistrat erließ eine Satzung, die am 9. Oktober in Kraft trat.

Die Statuten für die „Kleinkinderbewahranstalt“

Die neue Einrichtung, die eine Schwester aus dem Orden der Armen Schulschwestern leitete und der eine Gehilfin zur Seite stand, war im Refektorium des früheren Franziskanerklosters untergebracht. Die Statuten der Anstalt legten fest, dass die Eltern bei der Ernährung und Erziehung ihrer Kinder unterstützt werden sollten, um frei von diesen Verpflichtungen ihrem Beruf nachgehen zu können. Aufnahme finden sollten gesunde Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr, die sauber und gewaschen in der Kleinkinderbewahranstalt erscheinen und „mit einem Taschentuche versehen“ sein sollten. Je Woche waren 6 Kreuzer zu entrichten, wobei es möglich war, die Kinder zwischen 11 und 13 Uhr nach Hause zu holen und selbst zu verköstigen. Es bestand schon damals das Angebot einer Mittagsbetreuung, indem es für einen Kreuzer eine nahrhafte, stärkende Suppe gab.
Anna Kittenbacher, die nach dem Tod ihres Mannes in einer der beiden Wohnungen im Rathaus lebte, verbesserte durch eigene Zustiftungen mehrmals die Ausstattung der Anstalt und förderte auch das Schulwesen, weshalb der Stadtrat der verdienten Bürgerin anlässlich ihres 80. Geburtstages 1888 die Ehrenbürgerwürde verlieh.

Weitere Kindergärten in der Stadt

Der Kindergarten im ehemaligen Klostergebäude, der 1878 vorübergehend in den Südflügel der Mädchenschule (heute Haus der Begegnung) verlegt worden war, blieb bis 1961 die einzige Einrichtung dieser Art in der Stadt. Der in den Nachkriegsjahren einsetzende und über Jahrzehnte anhaltende Bevölkerungszuwachs machte es jedoch erforderlich, für mittlerweile 170 Kinder weitere Kindergärten zu errichten.
Auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück wurde der Stadtrat schließlich auf dem Gelände des „Waisenhausgartens“ am Schleiferberg fündig. Dort entstand in gut einjähriger Bauzeit der idyllisch gelegene Kindergarten St. Johannes, der im September 1961 eröffnet wurde und unter der Leitung von Schwestern stand.
Dies war der Auftakt zu weiteren Neubauten in der weiterhin wachsenden Stadt. So waren die Errichtung des Caritas-Kindergartens St. Michael an der Moosburger Straße 1970, des Kindergartens St. Andreas 1976, der Einrichtung St. Elisabeth an der Ingolstädter Straße oder des Kindergartens der Arbeiterwohlfahrt in Sulzbach weitere Schritte, die die Situation in Pfaffenhofen verbesserten, sodass heute ausreichend Plätze zur Verfügung stehen.

Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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