DAV Sektion Pfaffenhofen-Asch
JDAV - Kletterfreizeit 2026 in Arco
- Teilnehmergruppe
- Foto: JDAV
- hochgeladen von Öffentlichkeitsarbeit DAV Pfaffenhofen Asch
Erbarmungslos scheint die Sonne auf die Felswand hinab, sodass dem Kletternden die Hitze dieses italienischen Sommers im Nacken sitzt. Über seinen Handflächen hat sich trotz des Chalks ein Schweißfilm gebildet und seine Unterarme schwellen langsam an. Nur noch ein schwungvoller Zug, ein letzter Kraftakt, dann ist der Umlenkpunkt erreicht. Beim anschließen-den Blick in die Ferne ebbt alle Anspannung sofort ab: Da sind Wälder und Berge soweit das Auge reicht, dazwischen sind einige pastellfarbene Häuschen in die Landschaft eingebettet.
Nach jeder gekletterten Route kommen wir an diesem Samstag, den 08. August 2026 mit hochrotem Kopf, aber dennoch stolzem Lächeln unten bei unserem Sicherungspartner an. In der ersten Augustwoche haben wir in Arco jede freie Minute mit Klettern verbracht und Ver-trauen für den Felsen gewonnen. Doch unsere Erlebnisse in Arco gingen über bloße sportliche Leistungen hinaus.
Ein Überblick:
Am Montag, den 03. August 2026 ging es los für dreizehn Jugendlichen und vier Jugendleiter des DAV, die dieses Jahr nach Arco mitfahren. Schon beim Einladen unserer wenig bescheidenen Kletterausrüstung in die beiden DAV-Kleinbusse liegt freudige Erwartung in der Luft; man plaudert aufgeregt miteinander. Nach einer sechsstündigen Fahrt kommen wir gegen Mittag im Camping Zoo an. Trotz der langen Anreise sind wir entschlossen zu prüfen, ob sich Arcos Felsen unserer würdig erweisen. Mit der Wand in Massi Di Prabi sind wir – abgesehen von vereinzelten speckigen Stellen – ganz zufrieden. So herrscht auch beim Aufschlagen der Zelte am Abend noch eine gute Stimmung in der Gruppe, die während des Kochens und Essens erhalten bleibt.
An den darauffolgenden Tagen wächst in den Klettergebieten Comano, La Cosina und Val Lomasone mit jeder weiteren Route unser Gespür für die richtigen Griffe und Tritte am Felsen. Immer sicherer arbeiten wir uns von Exe zu Exe vor, wobei wir auch auf der Schwierigkeitsskala unserer Routen langsam nach oben klettern. Am Ende des jeweiligen Tages flanieren wir entweder im Al Fiume, dem Restaurant unseres Vertrauens, oder wir kochen selbst köstliche vegetarische Speisen. Zwischendurch lassen wir uns echtes italienisches Spachteleis als Ausdruck des dolce vita natürlich nicht entgehen.
Den für Donnerstag vorgesehenen „Rest Day“ ignorieren wir getrost. Schließlich sind die natürlichen Bedingungen rund um den Gardasee zu verlockend, um sie nicht zur sportlichen Weiterbildung zu nutzen. Anstatt am Ufer des Sees ein schönes Sonnenbad zu nehmen, wollen wir also Mehrseillängen klettern. Dafür braucht es erst einmal viel Theorie: Wir lernen, wie man sich nach einer Seillänge einen Standplatz baut, um dann in Etappen zu sichern und zu kle9ern. Außerdem erfahren wir, wie man sich selbst von einem Felsen abseilt. Während wir dabei auf die richtigen Knotentechniken, Kommandos und Bewegungsabläufe fokussiert sind, türmen sich über dem Gardasee dunkle Wolkenformationen auf. Da sich ein Gewitter zusammenbraut, müssen wir schleunigst unsere Sachen packen. Vertröstet werden wir mit einem Shopping-Abstecher nach Arco, der unsere Geldbeutel um einige Scheinchen erleichtert.
Leider reicht das schlechte Wetter noch in den nächsten Tag hinein, weshalb wir nach einer spaßigen Abseilaktion im Regen auf Indoorbouldern in der Halle Arenaboulder ausweichen, wo ganz andere Techniken gefragt sind als beim Klettern. Für die Boulderunerfahrenen unter uns ist es daher Unterhaltung genug, den anderen beim Projektieren zuzusehen.
Um Erfahrung, Intuition und Technik bereichert, tasten wir uns am Samstag – unserem letzten Felstag – in Lagola an unsere jeweilige Bestleistung heran. Selbst schwierige Routen gehen jetzt leichter von der Hand. Inzwischen trauen wir dem Felsen und nicht zuletzt auch uns selbst mehr zu. Nach dem Klettern geben wir uns noch einem letzten Adrenalinkick hin, als wir mit einer selbst gebauten (durchaus sicheren!) Seilkonstruktion hoch durch die Luft schaukeln.
Als Krönung von alldem ist für diesen Abend noch etwas ganz Besonderes geplant: Gemeinsam wandern wir hinauf zur Burg von Arco. Oben angekommen erstreckt sich die Stadt als prächtiges Lichtermeer unter uns; ihren Flair und die sportliche Belebtheit hat sich auch zu später Stunde nicht verloren.
In einer abschließenden Gesprächsrunde bei diesem stimmungsvollen Ambiente wird klar: Uns allen hat die vergangene Woche viele wertvolle Eindrücke und Erfahrungen bereitet. Und das nicht nur auf sportlicher Ebene: Neben neuen Klettertechniken haben wir in Arco vor allem einander besser kennengelernt und sind als Gruppe zusammengewachsen.
Gibt es denn Schöneres, als wenn vom anderen Seilende ein Chor aus euphorischen Stimmen nach oben erschallt: „Schön… Und komm, noch ein letzter Zug!“
Autorin: Hanna Fellner
Autor:Öffentlichkeitsarbeit DAV Pfaffenhofen Asch aus Pfaffenhofen |
|
| 85276 Pfaffenhofen | |
| sabine.sopp@dav-pfaffenhofen-asch.de | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.