Stadtarchiv Pfaffenhofen
Über 100 Jahre Badespaß in Pfaffenhofen

Die erste „Sprunganlage“ der Stadt (Aufnahme um 1910)  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
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  • Die erste „Sprunganlage“ der Stadt (Aufnahme um 1910)
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Mit Ilm- und Gerolsbad besitzt die Stadt zwei moderne Badeanstalten, die das ganze Jahr über Badespaß bieten und mit manchen Besonderheiten aufwarten. Mit der Schaffung erster Badeplätze im 19. Jahrhundert sowohl durch Privatpersonen als auch später durch die Stadt gelang es schon damals, die Bevölkerung in Scharen ins Freie zu locken und für Abwechslung zum Arbeitsalltag zu sorgen.

Erste Anlagen um 1900
Die ersten Bäder in Pfaffenhofen entstanden im frühen 20. Jahrhundert. Beim Sägewerk Geisreiter entstand die erste, noch mit Holzplanken ausgekleidete Anlage, die in malerischer Umgebung im Süden der Stadt ein Anziehungspunkt auch für auswärtige Besucher wurde. Mit dem Ausbau des Freibads im Juni 1926 entwickelte sich dieses zum Vorzeigebad, da es zum einen kein stehendes, sondern durchlaufendes und damit stets frisches Wasser besaß und zum anderen die Herstellung aus Beton modernsten Ansprüchen genügte. Damals wurden wiederholt Jugendschwimmwettbewerbe ausgetragen, um die „Leibeserziehung“ zu fördern und zugleich die damals allgegenwärtige Gefahr des Ertrinkens zumindest bei der jüngeren Generation zu verringern. Als besondere Attraktion gab es auf der Anlage bereits einen gemauerten Sprungturm, bei dem die Mutigen aus drei Metern Höhe in das Erwachsenenbecken springen konnten.

Neues Freibad am Gerolsbach 1949
Das Geisreiterbad hatte während der Kriegs- und Nachkriegsjahre stark gelitten, weshalb sich die Verantwortlichen der Stadt trotz äußerst knapper finanzieller Spielräume entschlossen, ein neues Bad in idyllischer Lage am Gerolsbach zu errichten. Mit Werbeaktionen wie Radrennen, einem Prominentenfußballspiel und Spendenaktionen sowie unter Mithilfe von Berufsschülern beim Aushub des Beckens konnte das neue Bad im Juli 1949 eröffnet werden. Zur Ausstattung des holzbeplankten, später aus Beton gefertigten Bades gehörte auch ein Sprungturm, der von mutigen Badegästen gerne genutzt wurde und einen hohen Unterhaltungswert für das Badepublikum besaß, das kunstvolle Sprünge bewunderte.

Auf dem Weg zum Erlebnisbad – Das Freibad von 1971
Mit der Entscheidung, das ab 1965 geplante Schulzentrum für weiterführende Schulen im Umfeld des Gerolsbads zu errichten, musste die Badeanstalt nach gut zwei Jahrzehnten 1970 den dort entstehenden Schul- und Sportanlagen weichen. Im Norden der Stadt bei Altenstadt entstand eine moderne, großzügig gestaltete Anlage zu stehen, die 1971 eingeweiht wurde und einige Attraktionen zu bieten hatte. Neben einer Wasserrutsche stand jetzt ein Sprungturm zur Verfügung, von dem aus von bis zu 5 Metern Höhe ins Wasser gesprungen werden konnte. Bei den Einweihungsfeierlichkeiten am 20. Mai 1971 gab
es einige Attraktionen, die das Publikum in den Bann zogen. Fallschirmspringer der Bundeswehr, die aus größer Höhe aus einem Flugzeug sprangen, landeten zielgenau im Schwimmerbecken, Stadtrat Alfred Pfefferler und Clemens Fehringer von der Stadtverwaltung weihten die Sprunganlage ein, indem sie vollbekleidet ins kühle Nass sprangen. Mit der umfassenden Sanierung und zahlreichen Neubauten hat das Freibad seit Juni 2001 weitere Attraktionen erhalten, ebenso das 2021 eröffnete neue Hallenbad, das neben einer Sprunganlage auch das Hinausschwimmen ins Freie erlaubt.

Andreas Sauer, Stadtarchivar

Die erste „Sprunganlage“ der Stadt (Aufnahme um 1910)  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Kunstvoller Sprung ins Becken vor zahlreich 
erschienenem Publikum (1920er-Jahre)  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Stadtrat Alfred Pfefferler und Oberamtmann Clemens Fehringer in voller Montur beim Sprung ins neue 
Springerbecken (1971)  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Spektakuläre Landung von Fallschirmspringern zur Freibaderöffnung am 20. Mai 1971 | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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