Stadt Neuburg besucht Klimaanpassungsprojekte in Pfaffenhofen
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Pfaffenhofen gilt seit Jahren als Vorreiter einer integrierten, ökologisch orientierten Stadtentwicklung. Im Rahmen einer Exkursion besuchte die Stadt Neuburg an der Donau drei Projekte, die zeigen, wie Städte den Herausforderungen von Klimawandel und Biodiversitätsverlust begegnen können.
Treffpunkt Schillerring. Mario Dietrich, Leiter Stadtgrün der Stadtwerke Pfaffenhofen zeigt die im Jahr 2022 angelegte Baumrigolen Pilotanlage. Gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt, der TU München, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und dem Bodeninstitut Prügl wird auf zwei Grünstreifen untersucht, wie Stadtbäume in Hitzeperioden zuverlässig mit Wasser versorgt werden können. Auf einem der beiden Grünstreifen wurden dabei Bäume in einem speziellen Baumsubstrat eingepflanzt. Bei dem verwendeten Substrat handelt es sich um ein Gemisch aus Kompost, Kies, Humus und Ziegelmehl. Diese Mischung soll das Wurzelwachstum fördern und das Regenwasser filtern. Untersucht wird, ob dieses Substrat verschmutztes Regenwasser von der Straße aufnehmen kann und so weit reinigt, dass es bedenkenlos im Untergrund versickert. Der Vorteil: Eigentlich sauberes Niederschlagswasser wird nicht in den Kanal abgeleitet und muss somit nicht aufwendig in der Kläranlage aufbereitet werden.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf sogenannten Baumrigolen. Wie können Baumrigolen Niederschlagswasser speichern, reinigen und bedarfsgerecht an die Bäume abgeben? Baumrigolen werden unter einen Straßenbaum eingebaut, sodass Wasser gezielt im Bereich der Wurzeln gesammelt wird. Die Frage lautet hier, ob eine Rigole das Wachstum des Baumes fördert oder ob sie möglicherweise Fäulnis im Wurzelbereich begünstigt.
Gepflanzt wurde der trockenheitsresistente Schneeball-Ahorn. Ergänzt wird die Versuchsfläche durch heimische Stauden, die Lebensraum für Insekten schaffen sollen. Hier wird beobachtet, ob die heimische Staudenbepflanzung eine signifikant höhere Vielfalt an Insekten ausweist als auf einer benachbarten Kräuterwiese. Bei der Pflanzung wurden speziell für diesen Standort geeignete Stauden ausgewählt, die mit Trockenheit, Staunässe, Straßenverschmutzung und Streusalz gut zurechtkommen.
Das Projekt "multifunktionale Versicherungsmulde“ am Schillerring soll Erkenntnisse liefern, wie wir uns in Pfaffenhofen an den Klimawandel anpassen können. Gerade Stadtbäume leiden unter Hitze, Trockenperioden und wenig Platz für die Wurzelentwicklung. Und wenn Stadtbäume nicht genug Wasser bekommen, können sie zwar überleben und Schatten spenden, doch sie reduzieren ihre Verdunstung, weil sie selbst Wasser sparen müssen. Es kommt dann nicht zur Abkühlung in deren Umgebung. Gerade diese Funktion ist für einen Stadtbaum wichtig, um die Hitzebelastung in den Innenstädten zu reduzieren.
Blühende Flächen im Bürgerpark
Weiter ging es für die Gruppe zum Bürgerpark Pfaffenhofen. Seit 2017 wird in ganz Pfaffenhofen eine Begrünungsoffensive umgesetzt, um städtische Grünflächen zu klimatoleranten, insektenfreundlichen und pflegearmen Anlagen umzugestalten. Staudenflächen, Blühbänder und Baumstrukturen werden dabei kontinuierlich weiterentwickelt und tragen zur Biodiversität und zum Stadtklima bei. Besonders eindrucksvoll ist der sogenannte „Klimawald“, ein Dutzend neu gepflanzter Bäume, die sich durch Klimatoleranz auszeichnen und an dieser Stelle auf ihren Nutzen getestet werden. Das jährlich neu inszenierte Frühjahrsblüherkonzept wird in Kooperation mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt.
Schwammstadt Pfaffenhofen
Zum Abschluss der Exkursion wurde das Ecoquartier besucht. Als eines der ersten Schwammstadt-Quartiere Deutschlands zeigt Pfaffenhofen, wie Regenwasser vor Ort versickert, gespeichert, verzögert abgeleitet und für Verdunstungskühlung genutzt wird.
Die Exkursion verdeutlichte, wie vielfältig die Maßnahmen zur Klimaanpassung in Pfaffenhofen bereits heute sind. Gleichzeitig bot der Austausch den Teilnehmenden die Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen und neue Impulse für die eigene Stadtentwicklung mitzunehmen.
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