Mehr Artenvielfalt und besserer Klimaschutz für Pfaffenhofen

Mitarbeiter des Teams Stadtgrün der Stadtwerke bei der Pflanzung verschiedener Klimabäume in der Mozartstraße.
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Die diesjährigen Veitshöchheimer Landespflegetage am 22. und 23. Januar standen ganz im Zeichen der Biodiversität und des Klimaschutzes.

Die Referenten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau präsentierten dabei Ergebnisse, die speziell den Kommunen Möglichkeiten bieten, die Artenvielfalt in den Städten stärker zu fördern und mit den Veränderungen des Klimawandels besser umgehen zu können. Besonders interessant für das Fachpublikum war eine Untersuchung zur Artenvielfalt an exotischen Stadtbäumen.
Mittlerweile werden auch in Pfaffenhofen immer häufiger nicht heimische Straßenbäumen gepflanzt, da diese die trockeneren und heißeren Sommermonate in den kleinen Verkehrsinseln besser vertragen, als viele unserer heimischen Bäume. Es war aber bisher unklar, ob die fremden Bäume von den Insekten auch genauso angenommen werden, wie die heimischen Arten. Das Ergebnis war, dass die Biodiversität an fremdländischen Bäumen nur unwesentlich geringer ist, als an heimischen Bäumen. Sowohl die heimische Winter-Linde als auch die südosteuropäische Silber-Linde wird von einer großen Anzahl verschiedener Insektenarten beflogen. Das Gleiche gilt für die heimische Hainbuche und die fremdländische Hopfenbuche.
Besonders bemerkenswert war außerdem, dass allein 50% aller heimischen Wildbienenarten auf den verschiedenen untersuchten Stadtbaumarten gefunden wurden, wobei auf unterschiedlichen Baumarten auch unterschiedliche Insektenarten vorkamen. Jede Baumart weist damit eine eigene Insektengesellschaft auf. Wenn folglich der städtische Baumbestand aus möglichst vielen unterschiedlichen Baumarten zusammengesetzt ist, wird die Vielfalt der Tierarten am meisten gefördert.
Von Baumreihen und Alleen aus nur einer einzigen Baumart raten die Experten folglich ab. Die klassische Allee aus einer Baumart ist zwar für das Auge gestalterisch ansprechender, aber stellt quasi eine Monokultur dar, in der sich nur relativ wenige unterschiedliche Tierarten aufhalten. Auch vom Standpunkt der Gesundheit der Bäume sind Monokulturen nicht ratsam, da sie anfälliger gegen Schädlinge und Krankheiten sind, als Alleen aus gemischten Arten. Pfaffenhofens Stadtbäume bestehen zu etwa 60% aus nur zwei Baumarten. Der Linde und dem Ahorn. In Pfaffenhofens Stadtbäumen leben also vermehrt diejenigen Insekten, die Linde und Ahorn bevorzugen. Die Ulme beispielsweise kommt in Pfaffenhofen seltener vor und damit auch die Insekten, welche die Ulme bevorzugen. Die Grundlage für den Aufbau eines gemischten Baumbestandes in Pfaffenhofen kann man bereits im Pfaffenhofener Baumpflanzkonzept finden. Seit zwei Jahren wird dieses konsequent umgesetzt. Beispiele dafür sieht man in der Luitpoldstraße und der Mozartstraße. Auch im Baugebiet Sandkrippenfeld und Pfaffelleiten wurde schon bei der Planung das Baumkonzept angewendet und viele unterschiedliche Baumarten ausgewählt.

Beim Thema Klimaschutz drehte es sich in Veitshöchheim um den Überflutungsschutz nach Starkregenereignissen. Ein mehrjähriger Feldversuch legte dar, dass bunte Staudenbepflanzungen in Sickermulden und Regenrückhaltebecken nicht nur attraktive Hingucker für die Bürger sind und für Insekten einen wichtigen Lebensraum darstellen. Das Regenwasser versickert zwischen den Stauden auch schneller als in den gewöhnlichen Mulden mit Rasenbewuchs. Somit können die Staudenbepflanzungen in den Regenwassermulden die umgebenden Wohnhäuser besser vor Überflutungsschäden schützen. Meteorologen prognostizieren zukünftig häufigere Starkregenereignisse, die in sehr kurzer Zeit große Wassermengen mit sich bringen. Auf den Straßen sammeln sich darauf in kurzer Zeit große Wassermengen, die dann schnell über Kanal und Überflutungseinrichtungen abgeführt werden müssen. Die Bürger treffen diese Starkregenfälle oft unerwartet, denn sie kündigen sich, anders als beim Hochwasser, meist nicht schon Tage davor an. Auch beschränkt sich das Hochwasser in der Regel auf niedriggelegene Stadtviertel in der Nähe von Bächen und Flüssen. Starkregenereignisse können auch fern von Gewässern zu Überflutungen führen. In Pfaffenhofen wurden seit Beginn der Begrünungsoffensive im Jahr 2016 an vielen Stellen ähnliche Bepflanzungstypen auf Verkehrsinseln gepflanzt. Man erkennt sie an der Vielzahl unterschiedlich blühender Stauden und dem sandigen oder kiesigen Substrat. Beispielsweise beim Heizkraftwerk in der Schrobenhausener Straße oder in der Joseph-Frauenhofer-Straße in Höhe der Bahnhofsauffahrt. Zukünftig könnten sie auch in den Einrichtungen zur Oberflächenentwässerung blühen.
Die Stadtwerke beteiligen sich an einer deutschlandweiten Projektgruppe, die unterschiedliche Pflanzenarten testet, um für Kommunen die am besten geeigneten Pflanzenzusammenstellungen zu finden. Davon haben letztendlich nicht nur Bürger, sondern auch Tiere einen Vorteil. Wohngegenden werden dadurch attraktiver, vielfältiger und die Häuser werden besser vor Überflutungen geschützt.

Autor:

Stadtwerke Pfaffenhofen a. d. Ilm aus Pfaffenhofen

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