Auf dem Weg zur Gartenschau

Blick von der Weiherer Straße in einen Teilbereich des Bürgerparks: Kinder spielen im neuen Fischpass, auf dem Flusstiere das Wasserkraftwerk Arlmühle umgehen können (Gebäude links). Das „Grüne Klassenzimmer“ in der Mitte wird dauerhaft im Bürgerpark bleiben.
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  • Blick von der Weiherer Straße in einen Teilbereich des Bürgerparks: Kinder spielen im neuen Fischpass, auf dem Flusstiere das Wasserkraftwerk Arlmühle umgehen können (Gebäude links). Das „Grüne Klassenzimmer“ in der Mitte wird dauerhaft im Bürgerpark bleiben.
  • Foto: hutterreimann
  • hochgeladen von Verena Schlegel

Mit dem Frühjahr beginnen die Bauarbeiten für „Natur in Pfaffenhofen a. d. Ilm 2017“. Viel Schönes und Grünes wird entstehen – und weit über die Gartenschau hinaus die Lebensqualität verbessern. Zunächst aber muss so manch Altes weichen und es gibt Einschränkungen durch die Baustellen. Gleichzeitig sind bereits die Vorbereitungen für die zwölfwöchige Ausstellungszeit unter dem Motto „Die Gartenschau zum Anfassen“ im Gange.

In den letzten Monaten gab es schon einige Anzeichen, dass Pfaffenhofen vor dem großen Umbau steht: Das städtische Stadion ist umgestaltet, am Volksfestplatz wird seit Herbst gegraben und dort, wo neue Grünflächen entstehen, mussten Bäume gefällt werden. Ab April geht es nun richtig los mit den Bauarbeiten, die in Zusammenhang mit „Natur in Pfaffenhofen a. d. Ilm 2017“ stehen.

Mehr als aufhübschen

Dabei geht es nicht nur um das Ausstellungsgelände. Der Zuschlag für die Gartenschau war der Impuls, weitere städtebauliche Veränderungen in Angriff zu nehmen. Die Auslagerung des Bauhofs oder die Neugestaltung der Schlachthofstraße sind dafür Beispiele. Denn noch nie war die Chance so groß, städtebauliche Missstände zu beseitigen – zu lange hatte man sich an unattraktive Stadtbereiche, z. B. die eingezwängte Ilm, gewöhnt. Nun kann ein ganzes Band quer durch die Stadt aus einem Guss neu gestaltet werden.

So geht es auch um weit mehr als eine „Aufhübschung“ für drei Veranstaltungsmonate im Jahr 2017. Langfristig werden von „Natur in Pfaffenhofen“ eine Aufwertung des Stadtbildes, neue Freiflächen und mehr Lebensqualität bleiben. Konkret wird die Ilm teilweise naturnah umgestaltet und so ansehnlicher und besser zugänglich. Auf der Ilminsel führen die „Ilmterrassen“ zum Ufer und bieten Aufenthaltsmöglichkeiten am Wasser. Der Bürgerpark, der anstelle des alten Schlachthofs bzw. Bauhofs entsteht, beheimatet u. a. eine Picknick- und Musikwiese, neue Spielplätze und das „Grüne Klassenzimmer“. Am Rand des Parks werden neue Wohnhäuser in attraktiver Lage gebaut. Im Freizeitpark, der sich vom Volksfestplatz bis zur Altenstadt erstreckt, werden u. a. ein Fitnessparcours oder ein Barfußpfad geboten. Als Verbindung dient ein neuer Uferweg, die „Ilmpromenade“. Sie lädt mit Sitzgelegenheiten und Aussichtspunkten zum Aufenthalt ein.

Schönes, Neues, Grünes

Viel Schönes, Neues und Grünes wird also entstehen – auch nach Bürgerideen. So war die Bürgerbeteiligung in PAF und DU-Planungswerkstätten sehr gefragt. Besonders wichtig war den Teilnehmern der Zugang zur Ilm und dass die neuen Grünflächen generationsübergreifend attraktiv sind mit vielen Bewegungsmöglichkeiten und Sinnesflächen, aber auch mit Möglichkeiten zum Entspannen, ausreichend Sitzgelegenheiten und Barrierefreiheit. Auch der Wunsch nach einem dichten Bewuchs, u. a. mit blühenden Stauden und Duftpflanzen, wird bei der Bepflanzung erfüllt. Nicht zuletzt gab es wertvolle Hinweise für Ausstattung, Wegeführung, Infrastruktur und naturnahe Gestaltung.

Baustellen 2015 / 2016

Damit all dies entstehen kann, müssen zunächst Baustellen in Kauf genommen werden. Für die vier Hauptbereiche von „Natur in Pfaffenhofen“ sieht der grobe Zeitplan so aus:
• Freizeitpark:In den Teilbereichen Volksfestplatz bis Kletterhalle bzw. Kletterhalle bis Altenstadt werden zwischen April und November 2015 Erdarbeiten, Wegebau, Sport- und Spielstättenbau, Ausstattungen, Baumpflanzungen und das Anlegen von Wiesenflächen vorgenommen.
• Bürgerpark: Von April bis Juni wird an Flutgraben sowie Arlmühle gearbeitet, u.a. entstehen ein Fischpass und zwei Brücken. Zwischen Mai 2015 und Mai 2017 wird der Park in drei Teilbereichen (Mitte, Ost, West) angelegt.
• Ilminsel: Hier saniert das Wasserwirtschaftsamt demächst die Stützmauern. Der Garten- und Landschaftsbau für die Umgestaltung der Insel erfolgt im Jahr 2016.
• Volksfestplatz: Dieser dient temporär als Ausstellungsbereich. Die nötigen Aufbauten wie z.B. Hallen erfolgen ab September 2016.

Mit den Baustellen verbunden sind auch Umwege. Allen voran wird das Ilmwegerl für Fußgänger und Radfahrer zwischen REWE und Kaufland ab Mai bis Ende 2015 gesperrt. Auf der anderen Seite der Ilm, entlang des Volksfestplatzes bzw. beim Tierzuchtamt, gibt es schon ab April kein Durchkommen mehr. Nach Abschluss der Bauarbeiten müssen die Wege entlang der Ilm in den umzäunten Ausstellungsbereichen bis zum Ende der Gartenschau gesperrt bleiben. Eine zwischenzeitliche Öffnung würde für die Betreibergesellschaft bedeuten, dass sie ihre Gemeinnützigkeit verliert und somit auf Steuervorteile in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro verzichten müsste. Autofahrern steht seit Mitte März der Schlachthofparkplatz nicht mehr zur Verfügung. Als Ersatz wurde auf der „Hirschbergerwiese“ am Freibad ein neuer PKW-Parkplatz gebaut. Er bietet 250 kostenfreie Stellplätze.

Vorbereitung für ein Großereignis

Neben den Bauarbeiten laufen bereits die Vorbereitungen für die Zeit der Gartenschau. Diese wird vom 24. Mai bis 20. August 2017 stattfinden. Sie wird die bei weitem größte Veranstaltung sein, die Pfaffenhofen je erlebt hat: Mehr als 300.000 Besucher aus dem Umland werden erwartet. An Spitzentagen können schon einmal 10.000 Gäste in der Stadt sein!

Der Natur auf den Grund gehen

Dabei will man nicht nur Gartenfreunde ansprechen, sondern auch ein besonderes Freizeiterlebnis für Einheimische und Ausflügler schaffen. Bei „Natur in Pfaffenhofen a. d. Ilm 2017“ können Besucher mehr als nur an Blumen und Gartenbau vorbeispazieren –sie können der Natur auf den Grund gehen. Sie sollen hinter die Kulissen blicken und entdecken, was man sonst nicht sieht, hört, fühlt, riecht oder schmeckt. Kurzum: Mit allen fünf Sinnen soll man die Natur in Pfaffenhofen erfahren. Vereine, Organisationen und Unternehmen aus Pfaffenhofen können und sollen sich dabei einbringen und entsprechende Angebote schaffen. Zudem bietet die Veranstaltung ein umfangreiches Kulturprogramm im gesamten Stadtgebiet und natürlich den besonderen Flair, Gastgeber einer Großveranstaltung zu sein.

So ist „Natur in Pfaffenhofen“ ein doppelter Gewinn für Pfaffenhofen: als spannende Veranstaltung und als Infrastrukturmaßnahme, von der viel Lebensqualität bleibt – wenn denn die Zeit der Baustellen überstanden ist.

PAF und DU-Redaktion, Verena Schlegel

INFOS
Nächste Bürgerkonferenz zur Gartenschau am 30.3.2015
Aktuelle Informationen für Bürger und Akteure: pfaffenhofen.de/gartenschau

Statement Manfred "Mensch" Mayer, Stadtrats-Referent für Grünanlagen:

Pfaffenhofen ist auf dem Weg zur Gartenschau 2017. Zur Zeit wird intensiv das Gelände vorbereitet. In dieser Weg-damit-Phase der Umgestaltung zeigt sich dies vor allem in Gebäudeabrissen (Bauhof, Schlachthof), sowie durch Rodungen und Baumfällungen an der Ilm. Nicht immer treffen diese Maßnahmen auf Zustimmung und Verständnis. Auch ich hätte mir im Einzelnen mehr Stehenlassen und weniger Tabula Rasa gewünscht.
Nach dem Entfernen folgt jedoch bald die Phase des Aufbaus bzw. der Neugestaltung der Geländeteile. Dann wird endlich sichtbar und erfahrbar werden um was es letztendlich geht: Verbesserung der Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger durch mehr Natur in der Stadt. Wir erhalten eine „grüne Lunge“ mit Klimaausgleichsfunktion, biologischer Vielfalt und hoher Aufenthaltsqualität. Zudem werden grüne Freiräume gesichert. Für eine nachhaltige Stadtentwicklung sind dies enorm wichtige Komponenten.
Mehr „Natur in der Stadt“ sollte aber nicht nur in den ausgewiesenen Flächen der Kleinen Landesgartenschau, sondern nach und nach in der gesamten Stadt erscheinen. Hierzu wird die bereits 2012 begonnene Umgestaltungsaktion „Blumen in der Stadt“ fortgesetzt. Die Aktion hat das Ziel z. B. private und öffentliche "Vielschnitt-"Rasen durch kräuterreiche Wiesen zu ersetzen und aufzuwerten.
In allen Facetten ist die aktive Mitgestaltung der Bürgerinnen und Bürger nötig. Deshalb: Beteiligen Sie sich!

Autor:

PAF und DU Redaktion aus Pfaffenhofen

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