Super Stimmung und starke Emotionen beim Internationalen Kulturfest

Der syrische Friedenschor
 
Francesca Gruteser zeigte eine temperamentvolle Samba-Oriental-Fusion.
Super Stimmung herrschte am Samstag, 5. Mai beim Internationalen Kulturfest, zu dem der Internationale Kulturverein Pfaffenhofen im Rahmen der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen 2018 in die Aula des Schyren-Gymnasiums eingeladen hatte. Mitreißende Tänze und Lieder beeindruckten das Publikum und weckten vor allem bei den syrischen Zuschauern viele Emotionen.

Der Syrische Friedenschor aus München berührte die Zuhörer mit arabischen und deutschen Liedern, die von Heimat und besseren Zeiten, von schönen Städten, die heute größtenteils zerstört sind, und vor allem von der Hoffnung auf Frieden erzählten. Auch wer die Sprache nicht verstand, spürte die Sehnsucht, und bei der „Ode an die Freude“ und der Zeile „Alle Menschen werden Brüder“ flossen sogar Tränen. Zum Abschluss wurde aber vor allem die Lebensfreude deutlich, als Ahmad Abbas, der Gründer und Leiter des Friedenschores, zum Mitsingen und Tanzen einlud, und sofort etliche Zuhörer mit auf der Bühne tanzten.

„Damaskus – München“, „Aleppo – München“, „Palmyra – München“: Die Aufschriften auf den T-Shirts der Sänger und Musiker zeigen in deutscher und arabischer Sprache, woher die jungen Männer kommen und wo sie jetzt leben: Sie sind alle aus ihrer Heimat Syrien nach Deutschland geflüchtet und leben in Asylbewerberheimen in München. Musikalisch begleitet wurden die Sänger mit Keyboard und Darbuka (arabische Bechertrommel), Gitarre und Oud (Kurzhalslaute). Mit dabei war auch ein achtjähriger Junge im Rollstuhl – der kleine Bruder von einem der Chorsänger und ebenfalls ein Kriegsflüchtling, der übers Mittelmeer nach Europa gekommen ist.

Zum Auftakt der Veranstaltung tanzte die Kinder- und Jugendtanzgruppe des albanisch-deutschen Kulturvereins Sali Çekaj in ihren schönen albanischen Trachten. Die Gruppe wird seit über zehn Jahren von Shemsi Haziri geleitet und tritt – mit immer wieder neuen Nachwuchstänzerinnen und -tänzern - bereits seit den ersten Interkulturellen Wochen im Jahr 2008 immer wieder auf.

Viel Applaus gab es auch für die Tänzerin Mouna Sabbagh, die aus Syrien stammt, aber schon als Kind mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen ist. Sie lebt mit ihrem Mann in Passau, arbeitet dort als Tanzlehrerin sowie auch als Integrationsberaterin der Caritas und versteht sich als Brückenbauerin zwischen den Kulturen. Sie präsentierte orientalischen Tanz zu klassischen syrischen Musikstücken.

Orientalisch und brasilianisch, Hiphop, Saidi und Samba, Bauch- und Fächertanz: Das Repertoire des Tanzstudios Scherg hat einiges zu bieten. Die „Tanzenden Perlen“ und die Nachwuchsgruppe „Alimah“ begeisterten das Publikum ebenso wie die beiden Solistinnen Francesca Gruteser mit ihrer temperamentvollen Samba-Oriental-Fusion und die Solistin Elena mit einem ausdrucksstarken Fächertanz.

Moderiert wurde das Kulturfest von Sepp Steinbüchler, dem Vorsitzenden des Internationalen Kulturvereins. Er bedankte sich herzlich bei allen Mitwirkenden sowie auch bei den vielen Helferinnen und Helfern im Hintergrund. In der Pause gab es ein großes internationales Buffet, für das die Frauen der arabischen Gruppe A Sayel, der türkisch-islamischen Gemeinde DiTiB und des albanisch-deutschen Kulturvereins Sali Çekaj sowie auch einige deutsche Frauen gekocht und gebacken hatten. Das Essen gab es kostenlos, aber durch Spenden kam ein Erlös von 600 Euro zusammen, der nun an die Jasmin-Hilfe geht, die sich um syrische Kinder in den Flüchtlingslagern im Libanon kümmert.

Die beiden nächsten Veranstaltungen der Interkulturellen und Interreligiösen Wochen stehen schon in den nächsten Tagen auf dem Programm: Am Dienstag, 8. Mai, um 20 Uhr wird im CineradoPlex der Film „Ghostland – Eine Reise ins Land der Geister“ gezeigt. Und am Sonntag, 13. Mai, laden Flüchtlinge und Asylhelfer zum „Pakistan-Tag“ ein, der von 11 bis 19 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum stattfindet. Da gibt es ein Informations-Ausstellung, pakistanisches Essen und eine Wissens-Rallye für Kinder. Und Christine Scherg berichtet über „Freud und Leid bei der ehrenamtlichen Asylarbeit“. Ihr Vortrag beginnt um 11.30, 14.30 und 16.30 Uhr.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.