Stadtarchiv Pfaffenhofen
Wärme-, Licht- und Energielieferanten im Wandel der Zeit

Immer auf dem neuesten Stand der Technik war der Kupferschmied Michael Dotterweich (1912).  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
6Bilder
  • Immer auf dem neuesten Stand der Technik war der Kupferschmied Michael Dotterweich (1912).
  • Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
  • hochgeladen von PAF und DU Redaktion

Die Elektrifizierung verändert den Energiesektor

Mit dem Aufkommen technischer Geräte entwickelte sich das Thema Energiegewinnung zu einem zentralen Thema. Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Elektrizität auch Pfaffenhofen erreichte, begann sich der Energiesektor zu verändern. Erste Industrie- und Handwerksbetriebe nutzten bereits um 1900 elektrischen Strom, der ab den 1930er Jahren auch in die Haushalte der Bevölkerung Einzug hielt.

Öl, Petroleum und Spiritus dienen als Lichtquellen 

Zunächst war der Energiebedarf in den Privathaushalten des 19. Jahrhunderts äußerst gering. Technische Apparate standen nicht zur Verfügung und als Lichtquelle dienten zum Teil Kerzen, insbesondere aber Öllampen, die später von Petroleumleuchten und Spirituslampen abgelöst wurden. Die Leuchtkraft war vergleichsweise gering, sodass sich abends die Bewohner eng um den Leuchtkörper scharten. Einen Fortschritt brachten die seit 1886 bei Spenglermeister Ludwig Weidlein erhältlichen Gaslichter, die ohne Docht funktionierten und geruchsfrei arbeiteten. Zehn Jahre später entwickelte er eine Spiritusglühlampe, die ein helles und angenehmes Licht entwickelte und im gegen Satz zu Petroleum keine Explosionsgefahr barg.

Heizen mit Gas: Energieträger mit Gefahrenpotenzial
Die Herde in den Wohnungen wurden anfangs mit Holz beheizt, ehe sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts Gasöfen durchzusetzen begannen. Sie waren vergleichsweise einfach und mit viel weniger Aufwand zu bedienen, bargen jedoch eine große Gefahr in sich. Wenn Hausbewohner über Nacht vergaßen, die Ofenklappe zu schließen, konnte das geruchslose Gas entweichen, sich in den Räumen ausbreiten und den Tod der sich dort aufhaltenden Personen herbeiführen.

Technische Neuerungen erfordern erhöhten Energiebedarf
Mit dem Einzug der Technik, zunächst in Industriebetriebe, begann ein neues Zeitalter, das im 20. Jahrhundert auch die privaten Haushalte erreichte. Erste Hilfsmittel wie elektrische „Kochapparate“ oder Bügeleisen erforderten elektrischen Strom, der aus der dampfbetriebenen elektrischen Zentrale an der Schulstraße gewonnen und in die Häuser geleitet wurde. Auch elektrische Heizungsanlagen sorgten für ersten Wohlstand, da es nun möglich wurde, ohne großen Aufwand mehrere Wohnräume zu erwärmen. Ein Drehen des Lichtschalters ließ die Zimmer in hellem Schein erstrahlen.

Stromgenossenschaften erschließen den ländlichen Raum
Nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) begann sich die Elektrizität schrittweise auch im ländlichen Raum durchzusetzen. Ein geeigneter Weg dazu war die Bildung von Elektrizitäts-Genossenschaften, innerhalb derer sich mehrere Gemeinden zusammenschlossen und gemeinsam am technischen Fortschritt teilhaben konnten. Die Widerstände gegen die Neuerung gingen schrittweise zurück. Die Gemeinde Gundamsried startete im Juni 1921 mit der „Stromabnehmer-Vereinigung Gundamsried GmbH“ eine Initiative zur Versorgung ihrer Mitglieder mit elektrischer Kraft. Interessenten konnten bis zu zehn Geschäftsanteile zu je 100 Mark erwerben, über die die Finanzierung sichergestellt wurde. Die Landwirte German Schneider und Johann Niedermeier fungierten als Vorstände dieses fortschrittlichen Projekts und trugen zur Elektrifizierung unseres Raums in den 1920er und 1930er Jahren bei.

Andeas Sauer, Stadtarchivar

Immer auf dem neuesten Stand der Technik war der Kupferschmied Michael Dotterweich (1912).  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Moderner Küchenstandard in den 1930er Jahren bei der Hebamme Maria Märkl  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Das Herzstück der Stromversorgung der Stadt war die „elektrische Zentrale“ an der heutigen Schulstraße (1908).  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Frühe Anzeige des Kaufhauses Schonger (heute Urban) für moderne Öfen (1891)  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Anzeige der Pfaffenhofener Spengler aus dem Jahr 1902 mit den aufkommenden Spirituslampen  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Glühlampen waren auch in der Werbung das Symbol für ein neues Zeitalter (ca. 1915).  | Foto: Stadtarchiv Pfaffenhofen
Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

12 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.