Pflegedienst der Regens Wagner Offene Hilfen
Pflege heißt auch immer Beziehung- Bezugspflege im wohl „kleinsten“ Pflegedienst im Landkreis

Frau Leonhardt, Sie sind examinierte Krankenschwester und bereits seit über 18 Jahren für die Offenen Hilfen bei Regens Wagner als Pflegedienstleitung tätig. Wie sind Sie damals zum ambulanten Pflegedienst gekommen?
Ich habe mehrere Jahre im Krankenhaus auf verschiedenen Stationen im Schichtdienst gearbeitet, überwiegend auf der Onkologie. Nach der Geburt meines Kindes war ich auf der Suche nach einer Stelle mit geregelten Arbeitszeiten. Diese habe ich dann zunächst als stellvertretende Pflegedienstleitung bei den Offenen Hilfen von Regens Wagner gefunden.
Wenn von ambulanten Pflegediensten freier Wohlfahrtsverbände die Rede ist, denken wohl nur die wenigsten an Regens Wagner. Was macht Ihrer Meinung nach Ihren Pflegedienst aus?
Wir sind ein kleiner Pflegedienst mit insgesamt 3 Mitarbeiterinnen.
Die Ganzheitlichkeit unserer Arbeit ist uns sehr wichtig. Wir schauen jeden Tag immer wieder individuell, was der Patient gerade benötigt. Vielleicht braucht er heute erstmal Ansprache oder einen Spaziergang, dann kann die Pflege auch danach stattfinden. Da sind wir in der Regel sehr flexibel. Für uns ist auch die Bezugspflege wichtig. Das bedeutet, es kommen immer die gleichen Mitarbeiter.
Bedeutet das, dass für den Beziehungsaufbau und für persönliche Gespräche auch ausreichend Zeit zur Verfügung steht?
Ja, genauso ist es. Der Beziehungsaufbau ist für uns ein elementarer Bestandteil unserer Arbeit. Die Patienten sollen sich nicht gleich bei unserer Ankunft überrumpelt fühlen, sondern es soll Zeit da sein zu besprechen, wie der Pflegeeinsatz gestaltet wird. Grundsätzlich versuchen wir stets den Wünschen und Bedürfnissen der Klienten zu entsprechen.
Gibt es sonst noch Besonderheiten?
Die Besonderheit bei uns ist, dass die stellvertretende Pflegedienstleitung eine Heilerziehungspflegerin ist. Ihre Ausbildung ermöglicht es ihr, auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung einzugehen. Da in der Ausbildung die Schwerpunkte Pflege und Pädagogik gleichermaßen stark behandelt werden, ist es für unseren Pflegedienst vorteilhaft, eine Mitarbeiterin mit dieser Ausbildung im Team zu haben. Unsere dritte Mitarbeiterin ist eine Pflegeassistentin, die schon mehrere Jahre in einem Seniorenheim gearbeitet hat und somit praktische Erfahrung im Umgang und in der Pflege mit älteren Menschen vorweisen kann.
Was macht es für Sie reizvoll, in der ambulanten Pflege zu arbeiten?
Das ist natürlich ganz anders als im Krankenhaus. Der Zeitdruck ist in meiner Arbeit nicht so groß, wie es oft im stationären Bereich der Fall ist. Dass ich in meiner Arbeit die Möglichkeit habe, mir für die Patienten Zeit zu nehmen, dass ich ihnen zuhören kann, wenn sie etwas bedrückt – das ist für mich schon etwas Besonderes. Ich habe die Patienten in der Regel entspannter erlebt, wenn sie sich zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung befinden. Das ist dann auch ein anderes Arbeiten, als beispielsweise im Krankenhaus.
Welche Leistungen bieten Sie konkret an und an wen richten sich Ihre Angebote vorrangig?
Grundsätzlich richten sich unsere Angebote an alle Menschen vom Beginn ihres Lebens bis zu einem sehr hohen Lebensalter. Im ambulanten Pflegedienst bieten wir die unterschiedlichsten Pflegeleistungen wie Ganzkörperwäsche, Duschen oder Baden an. Es werden allerdings auch pflegerische Betreuungsmaßnahmen wie Einkaufshilfen oder gemeinsames Spazierengehen angeboten sowie hauswirtschaftliche Versorgung. Letzteres in der Regel aber nur in Verbindung mit der Pflege oder mit pflegerischen Betreuungsmaßnahmen. Weiterhin rechnen wir auf Wunsch der Patienten mit einem Stundensatz ab. Das hat den Vorteil, dass wir nicht so eng an einzelne Pflegeleistungen gebunden sind und unser Angebot flexibel an ggf. auch spontan auftretende Bedürfnisse des Patienten anpassen können.
Die Angebote Ihres ambulanten Pflegedienstes richten sich auch an pflegebedürftige Kinder. Was sind die Vorteile für die Eltern, ihr Kind mit Handicap von einem ambulanten Pflegedienst mitversorgen zu lassen?
Unser Pflegedienst ist auf Menschen mit Behinderung spezialisiert und wir beschäftigen Mitarbeiter, die die Arbeit mit Kindern mit Handicap gut kennen und auch schon viel berufliche Erfahrung in diesem Bereich vorweisen. Weiterhin werden die Eltern durch unsere Arbeit entlastet und haben die Möglichkeit, etwas Kraft zu tanken. Für die Entwicklung der Kinder mit Handicap ist es zudem vorteilhaft, zusätzlich zum Kontakt innerhalb der Familie auch regelmäßig einen ambulanten Pflegedienst einzubinden. Das hat auch den Vorteil, dass pflegefachliche Informationen und Handlungsschritte leichter an die Eltern weitergegeben werden können. Das beugt auch von Anfang an Belastungssituationen vor. Familien fühlen sich dann nicht so alleine gelassen.
Für Pflegebedürftige ab dem Pflegegrad 2, die keinen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nehmen, sind Beratungseinsätze gem. §37 SGB XI vorgeschrieben. Ihr ambulanter Pflegedienst führt diese Einsätze durch. Was ist der Sinn und Zweck dieser Beratungsbesuche?
Zum einen ist es Sinn und Zweck zu prüfen, ob die Pflege gesichert ist, d.h. ob das Pflegegeld, das die Pflegekasse bezahlt, tatsächlich für den Pflegebedürftigen verwendet wird. Zum anderen spielt allerdings auch die Beratung bei den Einsätzen eine wichtige Rolle. Hier wird sehr individuell auf die Patienten und deren Angehörige eingegangen, um auch Fragen, die die konkrete Lage betreffen, in der sie sich befinden, möglichst konkret zu beantworten. In der jetzigen Corona-Lage finden die Beratungseinsätze ausschließlich telefonisch statt, was gut angenommen wird.
Eine Kostenübernahme der Leistungen der ambulanten Pflege ist erst nach einem vorherigen Antrag bei der Pflegekasse möglich. Wie soll bei der Antragsstellung konkret vorgegangen werden?
Der einfachste Weg ist es, zunächst bei der Pflegekasse anzurufen und mitzuteilen, dass man gerne einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung (Pflegegrad) stellen möchte. Das weitere Vorgehen sollte dann mit der Pflegekasse besprochen werden. Diese sind verpflichtet, eine Pflegeberatung anzubieten. Gerne unterstützen auch wir bei der Antragsstellung.
Wie sieht bei Ihnen ein typischer Arbeitsalltag in der ambulanten Pflege aus?
Am Morgen findet in der Regel eine Einsatzbesprechung statt. Wir besprechen den Dienstplan, die einzelnen Patienten und eventuelle Besonderheiten. Anschließend fährt jede Mitarbeiterin ihre Tour. Manchmal müssen die Touren aufgrund kurzfristig auftretender Veränderungen umgeplant werden. Die verrichteten Tätigkeiten sind dann je nach Tag und Patient vollkommen unterschiedlich. Der eine Patient wird zum Hausarzt begleitet, der Nächste wünscht, dass man zusammen mit ihm frühstückt und beim Übernächsten werden dann Pflegemaßnahmen durchgeführt.
Wie oft und zu welchen Tageszeiten können Sie Besuche anbieten? Ist auch eine Versorgung an Wochenenden und Feiertagen möglich?
Da wir ein relativ kleiner Dienst sind, müssen wir jede Anfrage individuell immer anhand unserer Kapazitäten prüfen. Grundsätzlich ist eine Versorgung von montags bis freitags von morgens bis abends sowie an den Wochenenden und Feiertagen möglich. Wenn es im Einzelfall nicht möglich sein sollte, sind wir immer sehr bemüht, Alternativlösungen zu finden.

Kontaktdaten:
Regens Wagner Offene Hilfen
Doreen Leonhardt
Ambergerweg 25
85276 Pfaffenhofen
Tel. 08441 / 85956-205
E-Mail: Doreen.Leonhardt@Regens-Wagner.de

Autor:

Regens Wagner, Offene Hilfen Pfaffenhofen a. d. Ilm aus Pfaffenhofen

Ambergerweg 25, 85276 Pfaffenhofen
+49 8441 85956240
offene-hilfen-pfaffenhofen@regens-wagner.de
Webseite von Regens Wagner, Offene Hilfen Pfaffenhofen a. d. Ilm
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