Gelungener Auftakt
Jugendliche entwickeln eigene Geschäftsideen
Nachwuchsförderung ist für das Kommunalunternehmen Strukturentwicklung Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm (KUS) seit vielen Jahren ein zentrales Anliegen. Neben der gezielten Unterstützung von Auszubildenden richtet sich der Blick zunehmend auch auf Schülerinnen und Schüler. Mit dem ersten STARTUP TEENS-Ideenworkshop im Landkreis Pfaffenhofen setzte das KUS nun ein weiteres starkes Zeichen für frühe Gründungsförderung.
In Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation STARTUP TEENS kamen diese Woche Jugendliche zusammen, um sich intensiv mit Unternehmertum, eigenen Ideen und möglichen Geschäftsmodellen auseinanderzusetzen. Ziel des Workshops war es, unternehmerisches Denken praxisnah zu vermitteln und jungen Menschen zu zeigen, wie aus Interessen und Problemen konkrete Geschäftsideen entstehen können.
Nach der Begrüßung durch KUS-Vorstand Johannes Hofner stellte Johanna Wiesheu von STARTUP TEENS zunächst das bundesweite Non-Profit-Netzwerk und das dahinterstehende Konzept vor. Sie führte die Teilnehmenden Schritt für Schritt an das Thema Startup heran und machte Mut, Ideen auszuprobieren, weiterzudenken und kritisch zu hinterfragen.
Einen besonders greifbaren Praxisbezug lieferte anschließend Christian Müller, Gründer und Geschäftsführer von Trufflepig Forensics aus Wolnzach. In seinem Best-Practice-Beitrag sprach er offen über Herausforderungen auf dem Weg zur eigenen Gründung, die Bedeutung von Markt- und Kundenorientierung sowie einen notwendigen Richtungswechsel in der Anfangsphase seines Unternehmens. Drei Jahre nach diesem sogenannten Pivot beschäftigt Trufflepig Forensics heute rund 50 Mitarbeitende. Müller betonte, dass der Aufbau eines Startups anspruchsvoll sei, aber zugleich enorme Chancen biete – nicht nur, um ein eigenes Produkt zu entwickeln, sondern auch, um Verantwortung zu übernehmen, Arbeitsplätze zu schaffen und eine Unternehmenskultur zu gestalten. Sein Appell an die Jugendlichen: Bei aller Begeisterung für die eigene Idee stets auf sich selbst zu achten und eine gesunde Balance zu finden.
Im anschließenden Workshop-Teil wurden die Jugendlichen selbst aktiv. Ausgehend von ihren persönlichen Interessen entwickelten sie erste Geschäftsideen, konkretisierten diese Schritt für Schritt und arbeiteten am Ende mit einer vereinfachten Version des Business Model Canvas. So entstanden innerhalb von rund zweieinhalb Stunden durchdachte Startup-Ideen mit klarer Zielgruppe und grundlegendem Geschäftsmodell. Dabei wurde auch vermittelt, dass bestehende Lösungen kein Hindernis sind – entscheidend ist, wie man ein Angebot besser, einfacher oder passender gestaltet und ein eigenes Alleinstellungsmerkmal entwickelt.
Die Vielfalt und Kreativität der Ideen beeindruckte: Von einem Abo-Modell für gekühlte Fußballschuhe über einen Tubeless-Fußball, einen Partyservice zur bedarfsgerechten Getränkeplanung bis hin zu einem Informationskanal für Schülerinnen, Schüler und Studierende rund um Geldanlagen reichte das Spektrum.
„Der Workshop hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in jungen Menschen steckt, wenn man ihnen Raum, Struktur und echte Praxisimpulse gibt“, betont Kristina Püschel, Projektmitarbeiterin im KUS-Bereich Gründung. „Diese Form der Nachwuchsförderung wollen wir weiter ausbauen und künftig noch stärker mit Schulen zusammenarbeiten.“ Schulen, die Unterstützung im Bereich Unternehmertum und Berufsorientierung wünschen, können sich jederzeit an das KUS unter kristina.pueschel@kus-pfaffenhofen.de wenden. Ziel ist es, unternehmerisches Denken authentisch, greifbar und altersgerecht in den Schulalltag zu bringen.
Die Auftaktveranstaltung bildet den Start für die nächste Runde der STARTUP TEENS Challenges: In der Bayern Challenge entwickeln Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahren eigene Geschäftsideen und können Preisgelder im Wert von insgesamt 10.000 Euro gewinnen (Einreichung bis 16. März 2026). Anschließend bietet die nationale Challenge die Möglichkeit, die Ideen zu einem vollständigen Businessplan auszubauen und sich um sieben weitere Preisgelder à 10.000 Euro zu bewerben (Einreichung bis 11. Mai 2026). Beide Wettbewerbe lassen sich ideal mit kostenlosem Mentoring und weiteren Ideen-Camps, unter anderem in Pfaffenhofen, kombinieren.
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