Kirche im Wandel: Die wechselvolle Geschichte der Spitalkirche

Die Klosteranlage mit Kirche (spätes 19. Jahrhundert)
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In den 300 Jahren ihres Bestehens hat die ursprüngliche Franziskanerkloster- und heutige Spitalkirche einige geschichtliche Zäsuren erlebt. Die Konsekrierung vor 300 Jahren am 7. Mai 1719 durch den Augsburger Bischof Johann Jakob von Mayr bildet einen würdigen Anlass, auf die Geschichte der Kirche zurückzublicken.

Genehmigung einer Franziskaner-Niederlassung in Pfaffenhofen und Kirchenweihe
Nach der 1716 erhaltenen Genehmigung einer Franziskanerniederlassung durch Kurfürst Maximilian II. Emanuel begannen die Bauarbeiten an der Klosteranlage, die gegenüber der Pfarrkirche auf überwiegend aus Gärten bestehendem Grund errichtet wurde. Die zugehörige Kirche war ebenfalls im Jahr 1717 fertiggestellt und erhielt in den folgenden Jahren ihre Einrichtung.

Für die Innenausstattung der der „Heiligen Familie“ gewidmeten Klosterkirche konnten hochrangige Künstler gewonnen werden. So fertigte der Münchener Hofmaler Johann Caspar Sing den Hoch- und die beiden Seitenaltäre sowie den Altar für die an der Westseite geschaffene Kapelle. Die Arbeiten im Kircheninneren waren bis 1721 vollendet. Bald zogen die ersten sechs Mönche ein, deren Zahl sich später verdoppelte und damit „Konventstärke“ erreichte.

Aufhebung der Franziskanerniederlassung und „Nutzungsänderung“ der Kirche
Das Ende des Wirkens der bei der Bevölkerung äußerst beliebten Franziskaner kam für viele plötzlich und unerwartet. Im Zuge der kirchenfeindlichen Haltung der „Aufklärung“ kam es in den Jahren 1802 und 1803 zu Klosteraufhebungen seitens des Staates, die auch den kleinen Pfaffenhofener Konvent trafen. Die Gebäude sollten auf dem Versteigerungswege einen neuen Besitzer finden.

Die Klosteranlage mit Kirche erwarb im Jahr 1804 schließlich die Stadt Pfaffenhofen, da sie neue Räumlichkeiten für ihr bis dahin hinter dem heutigen Rathaus befindliches Spital benötigte. Die ehemalige Klosterkirche wurde damit zur Spitalkirche mit einem eigenen Geistlichen, der sich um die Spitalinsassen kümmerte und auch den Stadtpfarrer unterstützte. Durch diese Nutzung blieb der Kirche auch das Schicksal des Abbruchs erspart.

Eine Besonderheit – Die Krippe mit historischen Figuren
Zur Geschichte der Spitalkirche und in ihren Ursprüngen bis in die Zeit der Franziskaner zurückreichend, gehören die historischen Krippenfiguren, die bis heute vor dem Altar an der Westseite biblische Szenen von der Adventszeit bis Lichtmess (2. Februar) veranschaulichen. Einige der Figuren dürften noch aus dem 18. Jahrhundert stammen und stellen dadurch eine Seltenheit dar.

Bauliche Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert
Das Aussehen der Kirche, die im Inneren bis heute Elemente der Originalausstattung besitzt, erfuhr ab Mitte des 19. Jahrhunderts einige Veränderungen. Neben der Anschaffung eines Kreuzwegs und eines Heiligen Grabes für die Kirche um 1860 veränderten zwei Baumaßnahmen im Außenbereich das Aussehen des Gebäudes: Die Errichtung eines Turms auf der Hauptplatzseite zur Verschönerung des Platzes im Jahr 1901 und die Schaffung eines Arkadenganges für die neue Kriegergedächtnisstätte durch Michael Weingartner in den Jahren 1959 und 1960.

Mit der umfassenden Renovierung der Spitalkirche nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt sie 1951/52 neue Deckengemälde, die der Pfaffenhofener Maler Michael Weingartner schuf. Sie zeigen in Anlehnung an die Darstellungen der Altäre Stationen aus dem Leben des Heiligen Franziskus und erinnern an den ursprünglichen Zweck der Kirche.

Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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