Große Jubiläen werfen ihre Schatten voraus - Der Zwischenfall -

Große Jubiläen werfen ihre Schatten voraus
2013 wäre der 120 Geburtstag von Josef-Maria Lutz, einem Pfaffenhofener Dichter. Dazu hat sich der Theaterspielkreis vorgenommen eine Open Air Veranstaltung zu inszenieren – „Der Zwischenfall“ wurde schon fleißig von den Laienschauspielern geprobt. Somit war bereits 2012 bekannt dass wir als Stadtkapelle daran teilhaben sollen und unsere Mitwirkung erwünscht war. Wie - wann – wo sollten wir später erfahren, es wurden vorerst nur die Termine der Proben und die Veranstaltungstermine mitgeteilt – ganz schön aufwendig – 6x mal Probe mit uns als Stadtkapelle und 9 Auftrittstermine. Das wird ja ein arbeitsreicher Sommer, aber Entwarnung kam dann bald, zumindest für einen großen Teil der Musikanten. Es wurden nur 2 Trompeter, 2 Hörner, 1 Tuba und 1 Große Trommel gebraucht und möglichst nur Männer, da zur damaligen Zeit, in der das Stück spielt, keine Frauen in den Blaskapellen waren. Ja da hatten wir schon das erste Problem, der Hornsatz und auch der Tubasatz hätten zwar genug Männer um den Wünschen zu entsprechen , das hieße aber unsere Männer wären mindestens 7 Wochenenden komplett eingespannt und auch die Woche vor der Premiere nirgends sonst einsetzbar – Freizeit – warum – nein das ging nicht, denn es stellte sich heraus, dass auch der mit Männern gut besetzte Trompetensatz nicht ohne weibliche Hilfe auskam – ein Kompromiss musste also her. Unsere Frauen mussten mit ran – logisch alle dann in Männertracht und alle dann in langen schwarzen Hosen. Soweit waren die Bedingungen für den Kompromiss auch mit dem Regisseur des Theaterspielkreises geklärt. Manfred Leopold hat uns die nötigen Märsche für diese Besetzung umgeschrieben und Alfred Hogl hat diese dann ins richtige Format gebracht und wettertauglich ein laminiert. So war dann alles vorbereitet und es konnte losgehen, die erste Probe für uns – noch mit Noten im A4 Format – war noch etwas holprig aber bei großer Hitze dann doch ganz gut gelaufen. Die Proben am Hauptplatz, in der Woche vor der Premiere dann eher kalt und lang. Es wurde sich um 19:30 getroffen, dieser Zeit ist jedoch nicht bis zur Stadtkapelle vorgedrungen und so waren wir eben kurz vor Beginn der Probe um 20:30 da. Ein Hinweis von Hr. Mutig ließ uns dann an den anderen Tagen eben auch um 19:30 erscheinen – zumeist jedenfalls. Also ausgemacht eine Stunde vor Beginn war Treffpunkt. Manche Probentage dauerten dann doch bis fast Mitternacht, die Stadtkapellenmitglieder hatten ihren Auftritt im ersten- und im letzten Bild – es war also eine harte Woche, mal schaun ob das dann mit dem im Stück beschriebenen Freibier so klappt denn zwei Stunden zwischendurch wollten ja verbracht werden. Geschafft – Premiere – kalt war´s schon aber das Wetter hielt. Der Tag – trotz Kälte – gelungen. Nun sind es noch 8 Veranstaltungen, hoffentlich hält das Wetter denn schon am 2. Tag der Veranstaltungsreihe musste abgesagt werden – Regen zerstörte das Vorhaben. Die restlichen Veranstaltungstage konnten dann aber bei gutem Wetter und später auch wiederkehrender Wärme gespielt werden. Logisch kleinere Probleme gab´s auf unserer Seite auch – etwa dass ein Tubist bei seinem zweiten Einsatz mit blauen Strümpfen und Bundhose erschien oder ein Trompeter nicht wie verabredet eine Stunde vor Beginn da war sondern ganz gemütlich erst 20 Min vorher erschien, da hatte nicht nur unser Dirigent Marcus kurzzeitig einen höheren Adrenalinausstoß, wir haben da schon auch mitgeschwitzt welcher 2. Trompeter wohl noch erscheint und ob überhaupt jemand kommt. Ja und da gab´s dann auch noch einen Trompeter der den Coburger Marsch wohl eher auswendig spielte und zu spät bemerkte, dass die umgeschriebenen Noten etwas anders sind. Aber auch andere Pannen sorgten für Spaß, so haben die Böllerschützen nicht immer alle 3 geforderten Schüsse hören lassen, was uns dann als Musikanten veranlasste das kleine Liedchen „Im Leben, im Leben geht mancher Schuss daneben“ anzustimmen – Pausenlieder sind doch meist ganz lustig nur die beteiligten Böllerschützen hatte die Lust aufs Lachen verlassen. Ihre Antwort war dann ganz einfach – am letzten Aufführungstag waren 4 Schüsse zu hören, unser Trompeter der ja gerade den „Kameraden“ spielte hat´s fast die Trompete zwischen die Zähne gehaun – ja Rache ist süß- . Übrigens geschminkt worden sind wir auch immer – damit die Photos schön werden – hieß es und – wir auf den Bildern nicht so glänzen – dabei waren doch Glanzleistungen gewünscht, aber vielleicht hab ich da auch was falsch verstanden. Jedenfalls alles drücken half nichts die Puderquaste hat uns immer gefunden. Die Pausen zwischen dem ersten und dem letzten Akt haben wir zwar meist nicht bei Freibier aber ganz zünftig verbracht, wobei man bemerken muss, dass es Freibier gegeben hätte aber es war nicht so gut gekühlt – überhaupt haben die fleißigen Helfer des Theaterspielkreises recht gut für das leibliche Wohl gesorgt – Kaffee, Kuchen, Kekse, Brezn und manchmal auch eine warme Suppe standen immer da. Ja und dann ganz plötzlich war die letzte Vorstellung – schon – aber auch gut so, wir alle haben uns näher kennen und unsere Laienarbeit gegenseitig schätzen gelernt. Das Wetter war uns ja – bis auf einen Abend – gewogen. Einige Zungen behaupten ja, dass das an der Tubistin lag denn nur an dem verregneten Samstag war sie nicht zugegen. – wer weiß das schon – Dies hatte sich aber bis zum Regisseur herum gesprochen, als dann die Abschluss- und Dankesveranstaltung am Waldspielplatz stattfand hat sich Helmut Mutig doch glatt bei ihr dafür bedankt und sie liebevoll als Wetterhexe bezeichnet.
Es war eine super Inszenierung, tolle Abende, nette Leute und eine schöne Zeit. Danke dass ich dabei sein durfte.

Gudrun Jurmann

Autor:

Stadtkapelle & Spielmannszug Pfaffenhofen eV. aus Pfaffenhofen

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