Gewerbeausstellung und "Produkten-Schau": Die Anfänge der Pfaffenhofener Messe 1886

Gesamtüberblick über die Angebotspalette 1921
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Die langjährige Tradition der Pfaffenhofener Messe nahm ihren Anfang in einer Krisenzeit für Handwerk und Gewerbe. Tatkräftige Männer fanden sich 1886 zusammen und gaben damals den Startschuss für die erste Gewerbeschau.

Der Tod König Ludwigs II. sorgt für eine Verschiebung der ersten Veranstaltung

Die vielfältigen Veränderungen in Stadt und Bezirk Pfaffenhofen vor allem in technischer Hinsicht im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts erforderten Maßnahmen zum Schutz der heimischen Betriebe. Die stärker werdende und durch die Eisenbahn näher rückende Konkurrenz von Industriebetrieben in den Großstädten bedrohte die Standorte im Raum Pfaffenhofen.
Die Gründung der "Gesamtinnung selbständiger Gewerbetreibender" 1884 im "Siglbräu" bildete die Voraussetzung für die Veranstaltung einer ersten Gewerbeschau in Pfaffenhofen. Zwei Jahre später organisierten Bezirksamtmann (Landrat) Emil Schöller, Pfaffenhofens Bürgermeister Ludwig Lechner und Innungsvorstand Ludwig Braun als Verantwortliche die erste Gewerbeschau.
Die ursprünglich auf den 27. Juni bis 4. Juli terminierte Veranstaltung, die im Pfaffenhofener Rathaus stattfand, wurde wegen des tragischen Todes von König Ludwig II. jedoch auf den August verschoben.

161 Handwerksmeister präsentieren sich dem Publikum

Die erste Gewerbeschau war ein großer Erfolg. Mehrere Tausend Besucher, ihre Zahl überstieg die damalige Einwohnerschaft Pfaffenhofens von rund 3400 deutlich, interessierten sich für über 400 Exponate aus heimischer Fertigung und strömten ins Pfaffenhofener Rathaus. Die besten Arbeiten wurden ausgezeichnet und mancher Unternehmer erhielt durch die Gewerbeschau den entscheidenden Impuls für eine bis heute bestehende Firmengeschichte.

Krisenzeit nach 1918 erfordert neue Initiative

Bis zur nächsten Gewerbeschau in Pfaffenhofen, die sich nun "Gewerbe-Produkten-Schau Pfaffenhofen a.Ilm" nannte, vergingen 35 Jahre. Am Ende dieses Zeitraums stand der Erste Weltkrieg (1914-1918), der ein besiegtes Land, instabile politische Verhältnisse und eine am Boden liegende Wirtschaft hinterließ.
Und genau in dieser Zeit erging ein Aufruf an die neue Generation der Handwerksmeister, es ihren Vorgängern von 1886 gleichzutun und ihre Leistungsfähigkeit einem breiten Publikum zu präsentieren. Anton Stocker, damals Leiter des Ausschusskommitees, verwies auf den einmaligen Werbeaspekt und die eigens gedruckten Werbemarken, um das Geschäftsleben wieder anzukurbeln.
Veranstaltungsort waren jetzt Räume in der Knabenschule (heute Joseph-Maria-Lutz-Schule) und der benachbarten Turnhalle.
Landtagsabgeordneter Dr. Sebastian Schlittenbauer eröffnete die 10 Tage währende Schau, die sich, wie schon die "Premiere" 1886, eines großen Zuspruchs erfreute. Die zweite Schau erwies sich als bewundernswerte Initiative in einer äußerst schwierigen Zeit. Nur wenige Bezirke waren damals in der Lage, ein derartiges Ereignis auf die Füße zu stellen.

1976: Startschuss für die "moderne" Generation der Gewerbeschau

Die Messe im heutigen Sinn geht auf die erste nach über 50-jähriger Unterbrechung 1976 veranstaltete Gewerbeschau zurück. Wenige Jahre zuvor hatte die "Ölkrise" vom Herbst 1973 nachhaltig die "Grenzen des Wachstums" aufgezeigt und die Zeiten der Vollbeschäftigung beendet. Seit 1976 findet im zweijährigen Turnus in Pfaffenhofen die Gewerbeschau, später in "Hallertauer Messe" umbenannt, statt und bildet eines der zentralen Foren für den Wirtschaftsstandort Pfaffenhofen und sein Umland.

Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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