„Du musst nur wollen“
Peter Fink ist neuer Wassermeister

Ein gutes Team: Der "alte" Wassermeister Andreas Fellermeier und der frisch gebackene Wassermeister Peter Fink (v.l.n.r.)
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Sein Job beginnt dort, wo der Wasserhahn endet und berauschende Wassermassen die Leitungen durchfluten: Peter Fink ist Pfaffenhofens neuer Wassermeister und wacht mit dem Team der Wasserwerke über Millionen Liter kühles Nass. Im April hat er die Meisterprüfung erfolgreich bestanden und kehrt nun zu den anderen beiden Wassermeistern in das alltägliche Geschäft bei den Stadtwerken zurück. Ein Rohrbruch in der Innenstadt, ein ratloser Kollege oder ein Bürger auf dem Trockenen: Ein Wassermeister ist ein „Mädchen für alles“, lacht er.

Vom Landmaschinenmechaniker zum Wassermeister

Seite an Seite mit dem Leiter des Pfaffenhofener Wasserwerks Andreas Fellermeier und dem Wassermeister einiger Nachbargemeinden Tim Milbrodt sorgt Peter Fink für die Wasserversorgung der Stadt Pfaffenhofen.
Die Entscheidung zur beruflichen Weiterbildung hat er bereits vor vielen Jahren für sich selbst getroffen. Fink ist gelernter Landmaschinenmechaniker, später arbeitete er als Lagerist. 2016 wurde er Teil der Stadtwerke Pfaffenhofen. 2018 machte er den Ausbilderschein und sammelte zusätzlich drei Jahre Berufserfahrung. All das waren Grundvoraussetzungen, um die Wassermeisterschule in Rosenheim besuchen zu dürfen. Im Sommer 2021 konnte er dann endlich einen der begehrten Plätze ergattern. Das Besondere dort, so Fink, sei die kurze Dauer der Meisterausbildung. In nur sieben Monaten – dafür aber in Vollzeit – werden Kompetenzen in der Technik, im Umweltbewusstsein und in der Durchführung von Organisations- und Führungsaufgaben vermittelt. „Du musst nur wollen und dann machen“, erinnert er sich an all das, was hinter ihm liegt. Unterstützung in den vergangenen Jahren hat er bei den beiden anderen Wassermeistern gefunden. Andreas Fellermeier sei es gewesen, der ihn auf dem Weg zu und in seiner Ausbildung immer zur Seite gestanden hat. Später, so ist es geplant, soll Fink einmal die Nachfolge von Fellermeier antreten, wenn dieser in den Ruhestand geht.

„Wir halten alle zusammen“

Dass Peter all die Lehrinhalte der Ausbildung gut gebrauchen kann, wird deutlich, wenn man dem Wassermeister bei der Arbeit zusieht. In voller Arbeitsmontur steht Peter Fink in seinem Büro, die Stahlkappenschuhe neu geschnürt und die Kappe zurechtgerückt. „Wir halten alle zusammen“, sagt Fink. Auch wenn er in Zukunft der Chef der meisten Wasserwerker sei, müsse es untereinander passen. Jeden seiner Kollegen könne er - egal zu welcher Tages- und Nachtzeit – anrufen und ihn um Hilfe bitten. „Sie helfen dir“ und er helfe ihnen.

Hüter des Wassers und Held des Alltags

Per Anruf bekommen die Männer ihren nächsten Auftrag. Auf einer nahe gelegenen Baustelle fehlt ein Wasserhahn, Fink delegiert ein Team dorthin. Was wie wann und wo gemacht werden muss, darüber hat sich der Wassermeister schon während des Telefonats Gedanken gemacht. Innerhalb weniger Minuten brechen seine beiden Kollegen auf, einer kehrt mit einer Nachfrage noch einmal kurz zurück. „Da ist schon viel Koordination gefragt und viel Verantwortung gefordert“, fasst Peter Fink seinen Job zusammen. Noch während er Unklarheiten aus der Welt schafft, deutet er auf das große Schaubild des Wasserleitsystems und erklärt die Welt des Pfaffenhofener Wassers.

Fachmann, Manager und Coach

Grüne Lichter blinken unter grauen Kästen; Linien verbinden das, was einen Brunnen darstellen soll. Auf einem großen Bildschirm überwachen Fink und sein Team die Wasserversorgung der Stadt. „Wenn da mal etwas rot aufleuchtet, dann spricht alles für eine Störung, die wir uns sofort anschauen müssen“, erklärt er. Natürlich kommen täglich Störungen im Wassernetz, die angezeigt werden. Sonderfälle, die immer unverzüglich beobachtet, bewertet und behoben werden müssen. Darüber hinaus gilt es, das 215 km lange Trinkwassernetz strengstens zu kontrollieren. Mithilfe einer Rohrbruchstatistik identifizieren die Fachmänner alte und poröse Leitungen, um sie anschließend auszuwechseln. Ständige Sanierungen beugen in Pfaffenhofen einem Ausfall in der Wasserversorgung vor. Das Notfalltelefon der Wasserwerke, das an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr besetzt ist, läutet entsprechend selten.

Koordinationstalent und Wohltäter

Bei der Frage, wie ein normaler Arbeitsalltag eines Wasserwerk-Mitarbeiters aussieht, muss Peter Fink schmunzeln: „Jeder Tag ist anders“. Wenn Notfälle auftreten, müsse man als Wassermeister einfach flexibel sein und sich sofort neu organisieren. Lange im Voraus geplante Tagesabläufe werden dann innerhalb kürzester Zeit über den Haufen geworfen, was für Peter Fink aber kein Problem ist. Gerade das mache Spaß und schließlich zähle nur eines: das Wohl der Bürger. Dieses Wohl wird nicht allein durch hervorragendes Wasser gewährleistet. Scheint eine Wasserleitung undicht zu sein, sind Peter Fink und seine Kollegen schon unterwegs: „Wir sind eigentlich nur bis zum Wasserzähler zuständig. Trotzdem helfen wir, wo wir nur können und geben auch mal die ein oder andere Beratung bei Leckagen“.

Pfaffenhofens Wasser – Qualität aus der Heimat

Neben der Kundenbetreuung, der Betriebsführung und der Koordination steht Peter Fink im ständigen Kontakt mit den Behörden. Als verderbliches Lebensmittel hat die Qualität Priorität, gesetzlich sind dementsprechend hohe Auflagen zu erfüllen. Eine davon ist die Entnahme von Wasserproben, die je nach geförderter Menge bis zu elfmal im Jahr durchgeführt werden muss. Für Pfaffenhofens Wasserwerke ist das allerdings nicht genug. Ganze 13 Routineproben fallen im Jahr an, bei denen Färbung, pH-Wert, Leitfähigkeit und andere Parameter kontrolliert werden. Hinzu kommen 150 Proben, die beispielweise nach jedem Rohrbruch gemacht werden müssen, um mikrobiologische Keime im Wasser ausschließen zu können.

Wasser ist Leben

Bei den Stadtwerken hat man die Bedeutung und die Wichtigkeit von Wasser schon immer verinnerlicht. Schließlich ist es das Lebensmittel Nr. 1, ohne dem das Leben stillstehen würde, erklärt Fink. Pfaffenhofen habe das Glück, dass der Boden in der Region genug Grundwasser aufweise und nur wenig Aufbereitung benötige. Der natürlich hohe Gehalt an Calcium und Magnesium macht das Wasser in Pfaffenhofen qualitativ hochwertig, aber auch hart. Verkalkungen im Wasserkocher oder in Duschen sind ein normaler Nebeneffekt, der bei den Bürgern oft weniger gern gesehen ist. Peter Fink weist allerdings darauf hin, dass der hohe Härtegrad inklusive vieler Mineralien wichtig für die Gesundheit des Menschen ist.

Unterwegs im Verborgenen

Trotz immenser Verantwortung kennen die wenigsten die Aufgaben eines Wassermeisters. „Wir sind viel im Verborgenen unterwegs“, erzählt Fink. Zusammen mit den 14 "Wasserern" und den beiden anderen Wassermeistern sorgt er für fließend Wasser in und um Pfaffenhofen. Jeder Einzelne rund um Peter Fink brennt für Wasser – immer. Während ganze Unternehmen ins Homeoffice gingen oder Abteilungen wegen erkranktem Personal stillgelegt werden mussten, waren feste Teams von Wasserwerkern immer vor Ort. „Der Betrieb muss 24 Stunden, sieben Tage die Woche aufrechterhalten werden. Wasser wird immer gebraucht“, so Peter. Während der Pandemie haben sich die Mitarbeiter in drei Teams aufgeteilt. Eine kümmerte sich um Pfaffenhofen, eine um die Waaler-Gruppe, eine um die Paartal-Gruppe. Organisatorisch sind die Wasserzweckverbände zwar unterschiedlich aufgebaut, doch „jeder kann alles und ist überall einsetzbar“, lobt der Fachmann seine Kollegen.

Wassermeister – mehr als nur ein Job

Herzblut – das ist das, was Peter Fink tagtäglich in seinem Job aufbringt. Für die Stadtwerke, für die Kollegen und ganz besonders für die Pfaffenhofener. „Wasser ist Leben und unser wichtigstes Gut. Nicht nur für mich, sondern für die gesamte Menschheit“, erzählt er mit leuchtenden Augen. Der frisch gebackene Wassermeister hat sich deshalb ein großes Ziel gesetzt. Er will nachhaltig Wasser fördern, indem nur die Mengen in die Leitungen gepumpt werden, die wirklich gebraucht werden. Verluste des kostbaren Gutes sollen so auf null gesenkt werden. Erreichen will er das mit seinem erworbenen Wissen, der Unterstützung seiner Kollegen und mit der richtigen Einstellung: „Ich bin stolz, ein Teil der Stadtwerke Pfaffenhofen zu sein. Hier wird Wert auf Heimatverbundenheit und das Miteinander gelegt“.

Weitere Informationen über das Thema Wasser erhalten Sie hier.

Autor:

Stadtwerke Pfaffenhofen a. d. Ilm aus Pfaffenhofen

Münchner Straße 15, 85276 Pfaffenhofen a. d. Ilm
+49 8441 40524000
mail@stadtwerke-pfaffenhofen.de
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