Mitmachen, Mitreden und Mitwirken – Das Jugendparlament Pfaffenhofen

7Bilder

Sie sind zwischen 14 und 21 Jahre alt, treffen sich alle drei Wochen, gehen in Pfaffenhofen zur Schule oder wohnen hier: Insgesamt 15 Mitglieder hat das Jugendparlament Pfaffenhofen. Wenn man sich als Kandidatin oder Kandidat hat aufstellen lassen und schließlich bei der Wahl genügend Stimmen auf sich vereinen konnte, ist man für zwei Jahre im Amt

.

Das Jugendparlament, kurz Jupa genannt, ist Sprachrohr der Jugend in Pfaffenhofen, es vertritt deren Interessen und Wünsche und setzt sich aktiv dafür ein. Dabei hilft ein Anhörungsrecht im Stadtrat; das bedeutet, dass bis zu zwei Jugendparlamentarier in einer Stadtratssitzung ihr Anliegen vortragen dürfen. Aber das Jugendparlament stellt Vieles auch in Eigenregie auf die Beine. Eigene Projekte sollen z.B. die Wahlbeteiligung unter Jugendlichen erhöhen, politische Bildung vorantreiben oder Nachwuchsmusik in Pfaffenhofen unterstützen. Selbst durchgeführte Veranstaltungen erfüllen schließlich den immer geforderten Wunsch der Jugend nach „mehr Partys in Pfaffenhofen für Jugendliche“!

Sitzungen wie bei den „Großen“

Begleitet wird die Arbeit der Jugendparlamentarier von der Stadtjugendpflege, die im Utopia auch die nötigen Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Hier finden die Sitzungen statt, bei denen formal alles genauso abläuft wie bei den „Großen“: Es wird geladen, es gibt eine Tagesordnung, Vorlagen, ein Protokoll und Abstimmungen.

Das schafft ein Verständnis und ein Gefühl für politische Vorgänge und zeigt, wie Gesellschaft auf kommunaler Ebene funktioniert. In vielen Fällen haben Jugendliche nicht wirklich eine Vorstellung davon, was der Stadtrat eigentlich macht. Noch weniger Einblick herrscht bei Themen wie Genehmigungen, Haftungsfragen, Zuständigkeiten. Das bedeutet aber eben nicht, dass die Mitglieder des Jugendparlaments davon nichts verstehen oder nichts bewegen können.

Vorzeigeprojekt Rufbus Linie Nacht

Im Laufe der Jahre gab es unzählige Aktionen und Projekte, die entweder vom Jugendparlament selbst ausgeführt oder initiiert wurden. Allen voran steht das Projekt „Rufbus – Linie Nacht“, das Jugendliche nach wie vor jedes Wochenende sicher von A nach B bringt. Dass es Proberäume für junge Bands gibt, ist dem Jugendparlament zu verdanken, genauso wie das Nachwuchsbandfestival „Saitensprung“. OpenAirs auf dem Hauptplatz, Rollrasen und DJs vorm Rathaus, Poetry-Slams, etliche Konzerte im Jugendzentrum oder auch ein Arschbombenwettbewerb im Freibad gehen auf sein Konto. Außerdem setzte sich das Jugendparlament beispielsweise mit großem Engagement für den Bau einer Skatehalle oder die Neueröffnung des JUZ ein. Mit der Gründung eines Dachverbands für Jugendbeteiligungsplattformen in Bayern hat das letzte Jugendparlament einen großen Sprung in Sachen Vernetzung und Jugendpartizipation geschafft.

Aktuell steht das Förderprojekt „Nachhaltigkeitspreis: Projektzuschuss“ ganz oben auf der Agenda. Die Allianz Umweltstiftung hat das Preisgeld im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises an Pfaffenhofen in die Hände des Jugendparlaments gelegt. Es darf entscheiden, welche nachhaltigen Projekte in unserer Stadt einen Zuschuss von bis zu 3.000 € bekommen sollen.

Geburtsstunde schlug 1998

Veranstaltungen, Mitmachaktionen, Projekte aller Art: Es ist viel passiert in all den Jahren, seit es in Pfaffenhofen eine Jugendvertretung gibt. 1997 wurde – auf Anregung aus Kreisen interessierter Jugendlicher und der Kommunalpolitik – eine Initiative gegründet, die sich mit der Etablierung eines Jugendparlaments und einer entsprechenden Satzung und den Rahmenbedingungen beschäftigen sollte. Die Zeichen standen auf „mehr Mitsprache für die Jugend“. Ein Jahr später wurde der Satzungsvorschlag dem Stadtrat vorgestellt und von diesem angenommen. Das Jugendparlament Pfaffenhofen war offiziell gegründet, so dass im Dezember 1998 die ersten Wahlen stattfinden konnten.

Nächste Wahl im Dezember
Seitdem sind alle zwei Jahre Jugendparlamentswahlen: In den Pfaffenhofener Schulen, im Utopia und im Jugendzentrum werden die jungen Bürgerinnen und Bürger an die Wahlurnen gerufen, um ihre Stimmen abzugeben. Die nächste Wahl steht im Dezember 2014 auf dem Kalender und die Stadtjugendpflege wird sich demnächst zusammen mit den derzeit amtierenden Jupa-Mitgliedern auf die Suche nach Interessenten machen.
Wer sich engagieren möchte für die Belange der Jugend in Pfaffenhofen, wer mitreden will, wer etwas bewirken möchte, der kann sich als Kandidatin oder Kandidat im Utopia melden (Bistumerweg 5, Tel. 08441/1206 oder Mail an utopia@stadt-pfaffenhofen.de).

Jedes Jupa ist anders
Wo hakt es? Wovon gibt es zu viel und wovon zu wenig? Was will die Jugend in Pfaffenhofen? Jedes Jugendparlament entwickelt in den zwei Jahren seiner Tätigkeit seine eigene Richtung und Identität. Einmal bewegten sich die Schwerpunkte zum Beispiel ganz konkret auf jugendkulturelle Aspekte wie Skateboarden oder Graffitikunst. In dieser Amtszeit wurde dann in dieser Hinsicht viel unternommen und vorangetrieben. In einer anderen Periode standen eher politische Ziele im Vordergrund und es wurde mit Vortragsreihen politische Bildungsarbeit geleistet und mit verschiedenen Aktionen für eine höhere Wahlbeteiligung geworben. Gesellschaftliches war auch schon im Fokus: Mit Plakaten wurde gegen Intoleranz gekämpft und bei einer Kreidemalaktion bei Nacht und Nebel auf die Besonderheiten des Jung-Seins aufmerksam gemacht. Mittels Konzerten und Partys haben Jugendparlamente auch schon von sich reden gemacht.

So kommt es, dass ein Jugendparlament nie dem vorherigen gleicht. Mal ist es ruhiger und arbeitet eher im Hintergrund, mal ist es energischer und liegt den Stadträten verstärkt in den Ohren, mal ist es aktiver in Sachen Events und öffentliche Aktionen.

Mitreden und Mitwirken
So oder so geht es immer ums Mitreden und Mitwirken. Informationen einholen und bekommen, Meinungen und Stimmungsbilder der Jugend sammeln, diskutieren, verhandeln, für wichtige Sachen werben, nachfragen und recherchieren. Und sich aus alledem schließlich eine Meinung bilden und dafür im Jugendparlament eine Mehrheit finden. Das macht nicht nur Spaß, ist sinnvoll und bringt etwas, sondern führt nebenbei zu einem größeren Verständnis für Demokratie und gesellschaftliche Beteiligung.

Christoph Höchtl, Leiter der Stadtjugendpflege

Autor:

Jugendparlament Pfaffenhofen a.d.Ilm aus Pfaffenhofen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

13 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen