Pilotprojekt zur schnellen Schaffung bezahlbaren Wohnraums: Erstes Mehrfamilienhaus in Modulbauweise

Schnell und günstig bezahlbaren Wohnraum schaffen – das ist das Ziel der städtischen Wohnraumbeschaffungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Pfaffenhofen (WBG)bei einem Neubauprojekt in der Wolfstraße: Dort entsteht ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten in Modulbauweise, das heißt, die einzelnen Wohnungen bzw. Räume werden als Betonfertigteile geliefert und vor Ort zusammengesetzt. Am Mittwoch, 3. Juli, wurden die ersten, jeweils rund 25 Tonnen schweren Module geliefert und mithilfe eines großen Krans zusammengesetzt. Innerhalb einer Woche sollen alle 42 Module, die für das Achtfamilienhaus gebraucht werden, aufgebaut sein. Dann können die Zimmerer kommen, um das Dach zu errichten, und bereits zum Jahresende soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Zu einer Besichtigung der Baustelle trafen sich am Mittwochvormittag Vertreter der WBG und der Stadt Pfaffenhofen sowie mehrere Stadträte und WBG-Aufsichtsräte. Wie Bürgermeister Thomas Herker erläuterte, ist die Stadt im Jahr 2012 nach fast 20-jähriger Pause wieder in den sozialen Wohnungsbau eingestiegen. Seitdem wurden bereits mehrere Neubauten errichtet, und das bisher größte Bauprojekt mit 36 Wohneinheiten in der Kellerstraße wird demnächst bezugsfertig.

Um künftig kostengünstiger und auch schneller bauen zu können, wird jetzt in dem kleineren Neubau an der Wolfstraße die Modulbauweise getestet. Die einzelnen Module werden komplett ausgestattet geliefert, fix und fertig bestückt mit Leitungen, Fliesen, Lichtschaltern usw. Wenn sich das Verfahren bewährt, könnte es demnächst auch im Neubaugebiet Weingartenfeld in Heißmanning angewendet werden, wo die Stadt mit ihrer WBG weitere 36 Wohneinheiten errichten will.

Die Planung für den Neubau an der Wolfstraße hatte im Sommer 2018 begonnen. „Von der Idee bis zum Einzug der Mieter sind es also kaum 18 Monate“, erklärte Bürgermeister Herker. Außerdem sind die Kosten für den Modulbau rund 30Prozent günstiger als bei konventioneller Bauweise. „Wir hoffen, dass die Bauvorhaben in Heißmanning noch wirtschaftlicher laufen, weil es dort um größere Einheiten geht“, fügte Herker hinzu.

Wie WBG-Projektsteuerin Birgit Mitterhuber ausführte, kostet das Achtfamilienhaus an der Wolfstraße rund 2,4 Mio. Euro. Darin enthalten sind auch die Kosten für den Abbruch des alten Stadthauses aus den 50-er Jahren, das vorher an dieser Stelle gestanden hatte, sowie für die Stützwände an dem steilen Hang. In dem Gebäude entstehen drei Zwei-Zimmer-Wohnungen, drei Drei-Zimmer-Wohnungen und zwei Vier-Zimmer-Wohnungen mit jeweils ca. 50, 70 und 90 Quadratmetern. Mit einem Aufzug ist das Haus komplett barrierefrei.
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