Pfaffenhofens Bürgermeister lädt Bundeskanzlerin ein - Herker mahnt Unterstützung bei Klimaschutzmaßnahmen an

Aktion in Pfaffenhofen zum Klimaschutztag 2013
Pfaffenhofens Bürgermeister Thomas Herker hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Pfaffenhofen eingeladen. Vor dem Hintergrund der sich überschlagenden Meldungen zum Klimawandel hat Herker am Donnerstag einen Brief an die Kanzlerin geschrieben. Merkel soll sich in Pfaffenhofen einen Eindruck verschaffen von der technischen Konzeption der Energieversorgung in der Stadt und von der fertig geplanten Power-to-Gas-Anlage, die aus Strom klimaneutrales Bio-Erdgas herstellen kann. Der Bürgermeister sieht hier die Bundesregierung in der Pflicht, die Barrieren auf dem Weg zu den Klimaschutzzielen zu beseitigen.

Merkel soll sich Bild machen
Herker möchte der Kanzlerin ein Bild vermitteln, welche Maßnahmen eine Kleinstadt bereits jetzt umsetzen kann. Pfaffenhofen ist gemeinsam mit seinen Bürgerinnen und Bürgern seit Jahren beim Thema Klimaschutz führend. Im laufenden Jahr hat die Stadt bereits 70% des gesamten Strombedarfs aus erneuerbaren Energien abgedeckt, bis 2021 wird durch Ausbau von Wind- und Solarenergie der gesamte verbrauchte Strom klimaneutral erzeugt.

Koppelung von Energieformen
Der nächste Schritt ist eine Koppelung der verschiedenen Energieformen, wie Strom oder Gas. Gemeinsam mit Siemens, dem Startup Electrochaea und den Stadtwerken Pfaffenhofen die Stadt die Voraussetzungen geschaffen, um sofort Erdgas durch lokales Biogas zu ersetzen. Standort einer derartigen Anlage wäre die städtische Kläranlage, die alle Voraussetzungen für dieses Projekt erfüllt. Das Modell wäre wegweisend für viele Kommunen, weil es der Schlüssel sein kann zu einer nachhaltigen und lokalen Energieerzeugung. Allerdings werden diese Koppelung der Sektoren der Energiegewinnung und die Speichertechnologien nicht ausreichend gefördert. Ohne die Freistellung dieser Sektorkoppelung von Steuern und Umlagen beim Stromeinkauf können solche Energiedrehscheiben nicht ohne finanzielle Verluste umgesetzt werden. Darüber möchte Herker mit der Kanzlerin sprechen.

Alarmierende Meldungen
Auslöser für den Brief waren die neuesten Meldungen, wonach die Vereinten Nationen davon ausgehen, dass selbst wenn die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens umgesetzt würden, sich die Erde bis 2100 deutlich über drei Grad erwärmen würde. Das Europäische Parlament hat am Donnerstagmittag dringenden Handlungsbedarf erkannt und in einem symbolischen Akt den europaweiten Klimanotstand erklärt. Merkel selbst hatte im Deutschen Bundestag angemahnt, dass der Klimaschutz eine der beiden zentralen Herausforderungen für Deutschlands Zukunft darstellt. Das Land müsse Verantwortung übernehmen und all das technische Know-how einsetzen, um dem Klimawandel zu begegnen.

Die Einladung an Angela Merkel gilt auch im Namen des Bund Naturschutz in Bayern e.V., der Landesvertretung Bayern des Bundesverbands Erneuerbare Energien e.V., der Bürgerenergie Bayern e.V. und von Prof. Dr.-Ing. Michael Sterner, Professor für Energiespeichertechnik an der OTH Regensburg.
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