"Unsere Stadt soll für Jung und Alt lebenswert sein und bleiben"

Verena Kiss-Lohwasser, Seniorenbeauftragte der Stadt Pfaffenhofen sowie Referentin für Seniorenbüro und Behindertenbelange, im Gespräch

Frage: Was ist in der Seniorenarbeit vor Ort bereits erreicht worden?

Verena Kiss-Lohwasser: Ich glaube, wir haben bis jetzt sehr gute Arbeit geleistet. Es gibt ein Bürgerzentrum mit Seniorenbüro am Hofberg, gegründet 1998. Die Vielfalt der Angebote ist sehr groß, z.B. Theatergruppe, Tanz, Musik, kreative und sportliche Angebote, Kartenspiele, Reisen, einen Neuruheständler-Stammtisch und vieles mehr. Das Leistungsangebot des ehrenamtlichen Seniorenservices umfasst Einkaufsservice, Kleinreparaturen und Hilfe bei Gartenarbeiten. Die Stadt Pfaffenhofen bietet auch eine Kleinbuslinie mit Rufbusservice für Fahrten aus den Ortsteilen in die Stadt. Im Juli fand der 40. Seniorenausflug der Stadt Pfaffenhofen statt.
Wir haben die Seniorenwohnanlage St. Josef mit Hofbergcafé zentral in der Stadt gelegen, mit guten Anbindungen für die Bewohner zum Einkaufen, Arztbesuche, Kirche usw. Ebenso zentral liegt das Alten- und Pflegeheim St. Franziskus. Dadurch steigt ihre Lebensqualität und sie können am gesellschaftlichen Leben in der Stadt teilnehmen. Das St. Johannes liegt etwas außerhalb an der Hohenwarter Straße.
Es gibt viele Anlaufstellen für die Bürger unserer Stadt wie Caritas, Rotes Kreuz, Kirchen, VdK, Regens Wagner, Hospizverein, Arbeiterwohlfahrt, Tafel sowie Stadt Pfaffenhofen und Landratsamt Pfaffenhofen. Wir haben ein neues Sachgebiet für Familien und Soziales und das Bürgerbüro im Rathaus, stadteigene Wohnungen für Bürger, die Not geraten sind oder auf Grund sehr niedriger Einkommen eine Wohnung suchen.
Es wurde schon sehr viel in der Umsetzung der Infrastruktur unternommen. Die Gehsteige wurden im Stadtgebiet abgesenkt, es gibt beleuchtete Zebrastreifen, Ampeln und akustische Fußwegplatten für Sehbehinderte, Parkplätze und Toiletten für Schwerbehinderte wurden geschaffen.

Frage: Sie sind auch Mitglied des Seniorenbeirats des Landkreises. Welche Aufgaben hat das Gremium?

Verena Kiss-Lohwasser: Der Seniorenbeirat des Landkreises wurde im Juni 2013 gegründet. Er besteht aus Vertretern aller 19 Landkreisgemeinden. Dieser Beirat kümmert sich um die Belange der Senioren, erforscht deren Probleme und Nöte und versucht sie zu lösen. Derzeit wird beispielsweise ein „Senioren-Wegweiser“ mit allen wichtigen Informationen, Adressen und Ansprechpartnern erstellt.
Als Seniorenbeauftragte der Stadt Pfaffenhofen und Mitglied im Seniorenbeirat stehe ich gerne zur Verfügung, wenn Senioren Anfragen, Anregungen oder Probleme haben. Ich werde versuchen, ihre Anfragen nach Möglichkeit zu beantworten oder an die für sie zuständigen Stellen weiter zu leiten.

Frage: Wo sehen Sie vor Ort konkreten Handlungsbedarf und was möchten Sie in nächster Zeit umsetzen?

Verena Kiss-Lohwasser: Die Stiftung der Stadt Pfaffenhofen plant zentral ein Mehrgenerationenhaus an der Ecke Spital-/Türltorstraße. Wir wollen eine seniorengerechte Kommune bleiben, weil der Bedarf an behindertengerechtem, barrierefreiem und betreutem Wohnen weiter zunehmen wird. In dieser Wohnanlage ist es unser Ziel, Alt und Jung zusammen zu führen und gemeinsames Miteinander zu integrieren. Die Umsetzung dieser Wohnform ist uns angesichts des demografischen Wandels ein sehr großes Anliegen.

Frage: Wo sehen Sie die besonderen Herausforderungen für die Zukunft?

Verena Kiss-Lohwasser: Die Familienstrukturen haben sich im Laufe der Zeit stark verändert. Wir alle leben in einer älter werdenden Gesellschaft, dieser demografische Wandel erfordert von uns eine stärkere Hinwendung zum Thema Seniorenpolitik. Wir brauchen ein flächendeckendes Betreuungsangebot für Senioren, wir müssen der Altersarmut, der sozialen Benachteiligung durch niedrige Renteneinkommen entgegenwirken, um nur einige Beispiele zu nennen.
Sehr wichtig ist auch das ehrenamtliche Engagement, denn ohne die Ehrenamtlichen wäre Vieles nicht möglich. Um eine funktionierende Stadt zu bleiben, müssen wir den eingeschlagenen Weg stets kritisch überprüfen und den aktuellen Erfordernissen anpassen. Unsere Stadt soll für Jung und Alt lebenswert sein und bleiben.

Autor:

PAF und DU Redaktion aus Pfaffenhofen

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