Vom Aufkommen der Fahrräder bis zur ersten Ampel: Stationen der städtischen Verkehrslenkung

Nur an Markttagen herrschte im ausgehenden 19. Jahrhundert auf dem Hauptplatz ein starkes Verkehrsaufkommen (ca. 1895).
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Schon lange vor dem großen Wachstum der Stadt Pfaffenhofen nach 1945 unternahm der Stadtrat wiederholt Anstrengungen, um den gegen Ende des 19. Jahrhunderts sich verändernden Straßenverkehr zu regulieren. Das Nebeneinander von Fuhrwerken, Fußgängern, Radfahrern und Automobilisten mit ihren ungleichen Geschwindigkeiten verursachte vor mehr als 100 Jahren Probleme, die durch geeignete Maßnahmen und Erlasse einvernehmlich geregelt werden mussten.

Rasende Radler erfordern disziplinarische Maßnahmen
Über Jahrhunderte dominierten Kutschen und Fuhrwerke das Bild auf den Straßen. Die ersten Veränderungen im Straßenverkehr brachten die ab 1880 in der Stadt aufkommenden Velozipede, die erstmals neue Geschwindigkeiten in die Stadt brachten. Begeistert von den Fahrrädern rauschten einige ihrer Besitzer rasant um die Kurven und überfuhren Passanten, wobei sich das Sigleck als besonderer Gefahrenherd entpuppte. Die Stadt erließ deshalb strenge Reglements für die Radler, um Fußgänger, aber auch Zugtiere zu schützen. So war das Befahren kleiner Gassen und enger Straßen entlang der Stadtmauer und am Platzl für Fahrräder untersagt.

Geplanter Abbruch einer Häuserzeile für die „autogerechte Stadt“
Ganz vereinzelt tauchten nach 1900 erste Automobile auswärtiger Besitzer aus den Großstädten auf. Auch deren Tempo von 30 bis 40 Kilometern pro Stunde sorgte für zahlreiche gefährliche Momente. Um ihnen ein leichteres Durchqueren der Stadt zu ermöglichen, erwog der Stadtrat im Jahr 1914 sogar den Abbruch einer Häuserzeile an der Münchener Straße, der einen geradlinigeren Straßenverlauf zum Hauptplatz ermöglichen sollte. Aufgrund der hohen Kosten und nach einsetzenden Bürgerprotesten, die dagegen waren, „wegen ein paar Automobilisten“ ganze Häuser abbrechen zu lassen, wurde das Vorhaben nicht realisiert.

Ein Verkehrsleitsystem für den Ferkelmarkt
Angesichts der Mitte der 1950er Jahre einsetzenden Massenmotorisierung stellten sich hinsichtlich der Verkehrsregelung in der Stadt ganz neue Herausforderungen. Eine betraf den bekannten und gut besuchten Ferkelmarkt am oberen Hauptplatz. Der gepflasterte Stadtplatz besaß keine Markierungsstreifen, weshalb die zahlreichen Holzverschläge mit den Tieren zunehmend auf dem Fahrbereich für die Autos aufgestellt wurden. Dies führte zum Zusammenbruch des Durchgangsverkehrs und zu wortreich ausgetragenen Kontroversen zwischen Autofahrern und Markthändlern.
Ein eigens entworfenes Konzept der Landpolizei Pfaffenhofen schaffte hier Abhilfe, indem Zu- und Abfahrt der Ferkeltransporter geregelt wurden und ein Fahrbereich für Autos über den Hauptplatz frei blieb. Nach der Teerung des Platzes in den Jahren 1963 und 1964 wurden im Jahr 1966 Markierungsstreifen angebracht, die den zahlreich gewordenen Verkehrsteilnehmern Fahrspuren zuwiesen und das Abbiegen eindeutig festlegten.

Verkehrskollaps an der Scheyerer Straße: Der lange Weg zur ersten Ampel in der Stadt
Schon in den 1950er Jahren entwickelte sich die Kreuzung von Scheyerer, Schul- und Kellerstraße zu einem Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Die zunehmende Zahl an Fahrzeugen sowie zahlreiche die Straße überquerende Kinder führten in Spitzenzeiten zum Zusammenbruch des Durchgangsverkehrs. Ein Geflecht von Automobilen, Zweirädern und dazwischen durchgehenden Fußgängern brachte den Verkehr zeitweise zum Erliegen. Die schon lange geforderte Ampelanlage zur Regelung des Verkehrs kam schließlich im Jahr 1968, als mit der Errichtung des Schulzentrums an der Niederscheyerer Straße insbesondere auf die Sicherheit der Kinder geachtet werden musste.

Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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