Mehr als 500 Jahre Seniorenbetreuung in Pfaffenhofen

Das nach dem Marktbrand von 1388 errichtete Heiliggeistspital an der Frauenstraße (um 1930)
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Der seit einigen Jahrzehnten sich abzeichnende demographische Wandel und die steigende Lebenserwartung der Menschen ließen den Blick der Verantwortlichen von Stadt und Bezirk verstärkt auf die ältere Generation fallen. Betrug die Lebenserwartung bis weit in das 19. Jahrhundert hinein kaum 60 Jahre, ist sie auf mittlerweile 80 und mehr Jahre angewachsen. Damit einhergehend wurde es notwendig, die Betreuung und Pflege älterer Menschen dieser Entwicklung anzupassen und neue Einrichtungen und neue Angebote zu schaffen. Die bescheidenen Anfänge der Betreuung älterer Menschen liegen über ein halbes Jahrtausend zurück.

Angesehene Münchner Bürger stiften das erste „Seniorenheim“

Die Münchner Bürgerfamilie Schrenk hatte bereits im 14. Jahrhundert Besitzungen im Raum um Pfaffenhofen, das damals noch Markt war. Aufgrund dieser Beziehung zu Pfaffenhofen stiftete im Jahr 1380 der Münchner Bürger Georg Schrenk ein Spital, das hinter dem heutigen Rathaus errichtet wurde und anfangs für in Armut geratene Bürger vorgesehen war. Meist waren es ältere und kranke Menschen, die hier einen würdigen Lebensabend verbringen konnten. Über Jahrhunderte blieb dieses „Heiliggeistspital“, dem sogar eine Kirche mit eigenem Geistlichen für die Seelsorge der Spitalbewohner angehörte, die einzige Einrichtung dieser Art. Zum Wohl der älteren Menschen wurde es seitens der Familie Schrenk und durch Spenden Pfaffenhofener Bürgerinnen und Bürger immer wieder aufgebessert.

Umzug in das Franziskanerkloster

Mit den Reformen des beginnenden 19. Jahrhunderts, die Staat, Gesellschaft und Verwaltung in allen Bereichen veränderten, ging das bisherige Spitalgebäude in private Hände über. Das durch die Stadt 1804 erworbene Franziskanerkloster am oberen Hauptplatz diente nun der Unterbringung älterer und kranker Bürger. Ein 1883 errichteter Erweiterungsbau, der zunächst als Armenhaus diente, nahm ab 1925 unter dem Namen „Josef-Spital“ ältere Menschen auf, die dort in der Obhut von Mallersdorfer Schwestern ihren Lebensabend verbrachten. Bis heute dienen an diesem Platz Nachfolgeeinrichtungen dem Zweck der Seniorenbetreuung.

Demographische Veränderungen im letzten halben Jahrhundert und neue Bauten seitens der Stadt

Die Veränderungen der Alterspyramide waren in Pfaffenhofen bereits vor 50 Jahren erkennbar. Bei einer damaligen Lebenserwartung von 72 Jahren bei Frauen und 67 Jahren bei Männern und einem steigenden Anteil der Altersgruppe über 65 Jahre waren sich die Verantwortlichen von Stadt und Landkreis darüber im Klaren, dass der Pflege- und Betreuungsbedarf mit zunehmendem Alter ansteigen würde. Weichenstellungen in Pfaffenhofen waren diesbezüglich die Modernisierung des Josef-Spitals im Jahr 1970 und die Schaffung der neuen Wohnanlage am Hofberg, die 2001 eingeweiht wurde. Zudem richtete die Stadt im alten Krankenhaus das Wohnstift „St. Franziskus“ ein, um den wachsenden Herausforderungen gerecht zu werden.

Autor:

Stadtarchiv Pfaffenhofen an der Ilm aus Pfaffenhofen

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