Illuminierter Hungerturm setzt ein sichtbares Zeichen gegen die Todesstrafe

Sichtbares Zeichen zum Aktionstag gegen die Todesstrafe
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Pfaffenhofen beteiligte sich am Sonntagabend zum fünften Mal am jährlichen Aktionstag „Städte für das Leben – gegen die Todesstrafe“ der Laienbewegung Sant‘ Egidio und beleuchtete den Hungerturm.

Am Sonntagabend liefen viele Passanten auf ihrem Weg zum Christkindlmarkt mit in den Nacken gelegtem Kopf am illuminierten Hungerturm vorbei. Dieser sowie die Alte Kämmerei wurden in Rot und mit den Artikeln 3 und 5 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung beleuchtet, welche das Fundament der Argumentation gegen die Todesstrafe darstellen. Damit sollte auf den Aktionstag „Städte für das Leben – gegen die Todesstrafe“ aufmerksam gemacht werden. Dieser Tag ist die weitest reichende internationale Kampagne mit dem Ziel, die Todesstrafe weltweit abzuschaffen und den Wert des Lebens ohne Ausnahme zu betonen.
Stadtrat Reinhard Haiplik erzählte in seiner Eröffnungsrede von einer Romreise, die er jährlich mit seinen Schülerinnen und Schülern unternimmt. Dabei freue er sich immer besonders auf die Besichtigung des ehemaligen Klosters Sant‘ Egidio im römischen Stadtteil Trastevere. Dies ist auch der Hauptsitz der Laienbewegung Sant‘ Egidio, die im Jahr 2002 den Aktionstag „Städte für das Leben – gegen die Todesstrafe“ initiierte. Bisher beteiligten sich über 1600 Städte weltweit daran und beleuchteten an diesem Tag ein für ihre Stadt charakteristisches Gebäude.
Außerdem informierte Haiplik über aktuelle Zahlen, die in Zusammenhang mit der Todesstrafe stehen. Wie die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) ermittelt hat, wurden im Jahr 2013 mindestens 778 Menschen hingerichtet. Manfred Büttner von der Pfaffenhofener ai-Ortsgruppe Pfaffenhofen betonte, dass kein Argument für die Todesstrafe rational haltbar sei und eine Befürwortung rein emotional und aus dem Bauch heraus erfolge. Er schilderte einen aktuellen Fall aus Amerika, bei dem ein Todeskandidat aufgrund einer Falschaussage des Kronzeugen 30 Jahre unschuldig inhaftiert war und auf die Vollstreckung der Todesstrafe wartete.
In der anschließenden Gesprächsrunde, an der sich auch Bürgermeister Thomas Herker beteiligte, betonte Büttner außerdem, dass derzeit in 98 Staaten die Todesstrafe vollständig abgeschafft ist, jedoch auch ein Trend zur erneuten Befürwortung dieser Bestrafungsmethode erkennbar ist. So belegen Ergebnisse von gesellschaftlichen Befragungen häufig, dass sich nur eine knappe Mehrheit gegen die Todesstrafe ausspricht.
Das ist auch der Grund, so Bürgermeister Thomas Herker in seinen Begleitworten, dass in Pfaffenhofen jedes Jahr mit der Illumination des Hungerturms ein Zeichen gesetzt wird und so für das Thema sensibilisiert wird.

Autor:

Kulturamt Pfaffenhofen aus Pfaffenhofen

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